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Stadtforum 2030: Wie soll Stadt sich entwickeln? - Schülerinnen und Schüler diskutieren Zukunftsvisionen für Berlin


12.11.13, Pressemitteilung
Senator Michael Müller übernimmt im Rahmen des Stadtentwicklungskonzepts 2030 die Patenschaft über drei kulturelle Bildungsprojekte, in deren Rahmen sich Schüler und Künstler mit stadtentwicklungspolitischen Fragen und einemZukunftsbild von Berlin für 2030 auseinandersetzen.

Alle Berlinerinnen und Berliner, auch Kinder und Jugendliche, sind derzeit aufgerufen, sich an der Diskussion um die Zukunft Berlins im Rahmen des Stadtentwicklungskonzepts 2030 zu beteiligen. Um die Beteiligung gerade von Kindern und Jugendlichen zu fördern, hat der Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Michael Müller, die Patenschaft fürdrei beispielhafte Projekte übernommen. In den Projekten setzen sich Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern diskursiv auf künstlerische Art und Weise mit Fragen auseinander, die im Rahmen des Stadtforums 2030 von der Fachwelt und der Öffentlichkeit diskutiert werden.

Am Dienstag, 12. November 2013, hat Senator Müller eines der drei Projekte besucht. Im Rahmen von „PIICE“ diskutieren Schülerinnen und Schüler der Albert-Schweitzer-Oberschule über Zukunftsvisionen für Berlin, über Frieden und Unfrieden und über Chancengerechtigkeit und erarbeiten gemeinsam eine Wechselausstellung im öffentlichen Raum. Das Projekt wird begleitet von den Künstlern Eva Hertzsch und Adam Page und von Seiten der Schule unterstützt. Ein zweites Projekt von Folke Köbberling gemeinsam mit einer 9. Klasse der Sophie Scholl Schule und einer 6. Klasse der Berlin Bilingual School beschäftigt sich unter dem Titel „Tourismus und die mobile Masse“ mit den wachsenden Touristenzahlen: Wie sieht Tourismus im Jahr 2030 aus? Wie verändert sich meine Stadt? Ziel der SchülerInnen ist, Visionen für 2030 zu entwerfen. Auch das dritte Projekt von Seraphina Lenz gemeinsam mit der Sekundarschule Skalitzer Straße beschäftigt sich mit dem Wandel der Stadt. Unter dem Titel „Was formt die Stadt? Ein Alphabet“ gehen der Schüler der Fragen nach, wieBerlin sich jeden Tag neu bildet. Wandlungsprozesse sind an vielen Stellen sichtbar und wahrnehmbar. Das Projekt stellt die Frage, welche Entscheidungen, welche Konzepte und welche gestalterischen Ideen dahinter stehen. Diese Perspektive ermöglicht es den beteiligten Kindern und Jugendlichen, eigene Einflussmöglichkeiten zu entdecken und die Stadt als einen Prozess zu begreifen, an dem sie beteiligt sind.

Senator Michael Müller: „Heute 13 oder 14jährige Schülerinnen und Schüler sind im Jahr 2030 junge Erwachsene, die hier gerade ins Berufsleben einsteigen oder eine Familie gründen.. Warum also nicht genau sie heute fragen, was ihre Versionen für die Zukunft Berlins sind? Wir möchten Schülerinnen und Schüler beteiligen und ihre Ideen und Vorstellungen einfließen lassen, in das, was wir im Stadtforum 2030 mit der Öffentlichkeit und der Fachwelt diskutieren: Wo liegt die Kraft Berlins und welchen Weg schlagen wir für ein solidarisches und starkes Berlin 2030. Mein Wunsch ist, dass sich Kinder und Jugendliche an Berliner Schulen über einen längeren Zeitraum wiederkehrend mit den im Stadtentwicklungskonzept 2030 identifizierten Schwerpunkten wie Wirtschaft, Wohnen, Verkehr und Mobilität oder Umwelt und Stadtlandschaft künstlerisch-forschend auseinandersetzen.“

Im Rahmen eines solchen Langzeitprojektssollen nicht nur zahlreiche künstlerische Projekte (in allen Sparten) entstehen, die sich mit stadtentwicklungspolitischen Themen auseinandersetzen. Anhand der Dokumentation dieser Projekte lässt sich über die Jahre überdies verfolgen, wie sich Haltungen, Einstellungen und Erwartungen der Kinder und Jugendlichen zu den genannten Themenfeldern verändern. Dabei interessieren nicht primär die Veränderungen im Verlauf einer individuellen Entwicklung z.B. vom Sechstklässler zum Zehntklässler, sondern von Interesse ist vor allem, ob und wie sich über die Jahre Haltungen, Erwartungen, Einstellungen von z.B. Sechstklässlern und Zehntklässlern zu den einzelnen Themen verändern. Mit drei konkreten Projekten beginnt nun dieser Prozess. Die Kulturprojekte Berlin sind Partner und begleiten den Gesamtprozess gemeinsam mit Künstlern, Schulen und Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt.


Die drei Projekte


Projekttitel: PIICE! Über Frieden und Unfrieden in der Familie, in der Schule, bei der Arbeit und im Kiez
Konzeptidee für das Stadtforum 2030 Adam Page &Eva Hertzsch
mit der ALBERT-SCHWEITZER-OBERSCHULE

48 von jungen Menschen gestaltete Bildtafeln mit Zukunftsvisionen zu Frieden und Unfrieden für Wechselausstellungen im öffentlichen Raum an der „Friedenssäule“ auf dem Schulvorplatz „Albert-Schweitzer-Platz“ in Berlin-Neukölln. Rahmen gibt die Frage nach der Zukunft Berlins 2030 als Heimat mit Chancengerechtigkeit: Welche Prägungen bei jungen Menschen in Nord-Neukölln hinterlassen die Erfahrungen ihrer Familien und ihrer MitbürgerInnen mit interkulturellem Zusammenleben und Gleichberechtigung, aber auch mit Konflikten und Rassismus in Berlin und in der Welt? Welche Wünsche und Befürchtungen haben junge Menschen diesbezüglich für ihre Familien, für ihre Bildung, für ihre Arbeit und für ihren Kiez im Berlin der Zukunft bzw. des Jahres 2030? Wie sieht Chancengerechtigkeit in Berlin heute aus? Wie könnte sie 2030 aussehen?

Ca. 30 SchülerInnen der Albert-Schweitzer-Oberschule zwischen 12 und 16 Jahren treffen sich in zwei wöchentlichen Schul-AGs von Sept. 2013 bis April 2014. Das Projekt will die Meinungen von jungen Menschen über Berlins Zukunft als wichtiges, öffentliches Gut und als ein prägendes Gestaltungselement eines öffentlichen Raums hervorheben. Wie in Nord-Neukölln schon heute besonders erlebbar, ist die Zukunft von Berlin abhängig von der Zukunft der Welt. Meinungsbildung wird anhand Gesprächen zwischen SchülerInnen und Neuköllner MitbürgerInnen zu Themen wie Arbeit, Familie, Flucht, Gender, Religion, Wohnen und Zuwanderung vertieft. Die SchülerInnen werden ihre daraus resultierenden Notizen und Gedanken als Zukunftsvisionen in Bildern und Texten auf Tafeln künstlerisch übertragen. Diese Tafeln ersetzen die von 1982 durch SchülerInnen gemalten und nun vernachlässigten Tafeln des Kunstwerkes „Friedenssäule“ auf dem Schulvorplatz. Die Präsentation der Tafeln an dieser zentralen, historischen Friedenssäule setzt eine Tradition der Bürgerbeteiligung und der Kunst im öffentlichen Raum auf dem Albert-Schweitzer-Platz fort.

Das Projekt entspricht dem langfristigen Ziel der Albert-Schweitzer-Oberschule und Hertzsch& Page, junge Menschen als Berater der Bezirksverwaltung bei Stadtentwicklungsprozessen in Nord- Neukölln einzubinden und auszubilden. Zu diesem Zweck gestalten Hertzsch& Page bereits seit 2008 einen Wissenstransfer zwischen ASO-SchülerInnen, Bezirksverwaltung, QM Flughafenstraße, ArchitektInnen, PlanerInnen und Nachbarn.

Projekttitel: Tourismus und die mobile Masse
Konzeptidee für das Stadtforum 2030 von FOLKE KÖBBERLING
mit der Sophie Scholl Schule, 9. Klasse und der Berlin Billingual School 6. Klasse

Berlin hat seit der Wende 1989 einen enormen städtebaulichen Wandel durchgemacht. Heute erkennt man die Grenze zwischen Ost und West kaum noch. Seit Jahren verzeichnet Berlin einen jährlichen Zuwachs an Touristen. Allein Ostern 2013 waren 2 Millionen Touristen in der Stadt. Es schmeichelt, dass Menschen aus der ganzen Welt in unsere Stadt kommen, um diese zu sehen, zu genießen. Der Tourismus ist für Berlin wirtschaftlich wichtig. Die Oranienburger Straße und der Hackescher Markt sind zu Restaurantmeilen transformiert, wo sich kaum noch Einheimische aufhalten. Die Zimmerstraße am Check Point Charly, wo Busse aus aller Welt an den letzten Mauerstücken halten, um sich ein Bild des kalten Kriegs zu verschaffen, erinnert eher an einen Eventpark als an einen politisch besetzten Ort.

Das Vorhaben sieht vor, mit zwei Schulen Visionen zu entwickeln, die sich mit dem Tourismus und unserer Stadt im Jahr 2030 auseinandersetzt. Dafür wurde eine Schule im „Osten“ und eine im „Westen“ gewonnen. In der Berlin Billingual School gibt es hauptsächlich Eltern die aus aller Welt zugezogen sind, während die Sofie Scholl Schule in Schöneberg eine sehr berlinerische Elternschaft hat.

Mit beiden Klassen, je einer 6 und einer 9 Klasse sollen die Veränderung in der Stadt exemplarisch an bestimmten Orten in der Stadt, die durch Tourismus geprägt sind, untersucht werden. Von diesen Recherchen werden Visionen für 2030 entworfen. Wie sieht Tourismus im Jahr 2030 aus? Wie verändert sich meine Stadt? Was möchte ich den Touristen mitteilen? Was ist mir wichtig?

In dem Projekt werden andere Städte, die stark von Tourismus geprägt sind, vorgestellt, es werden Stadtspaziergänge unternommen. Mit selbst entwickelten Fragestellungen, entwerfen die SchülerInnen ihre Version für 2030. Die Schülerinnen zeichnen, bauen und entwickeln einen Berlin Rap auf Basis ihrer Recherchen. Die Ergebnisse werden in einem fahrbaren Pavillon gezeigt, den die SchülerInnen vorher in Modellen entworfen haben und dann selber bauen werden.

Projekttitel: Was formt die Stadt? Ein Alphabet
Konzeptidee für das Stadtforum 2030von SERAPHINA LENZ
mit der Sekundarschule Skalitzer Straße

Berlin bildet sich jeden Tag neu. Die Wandlungsprozesse sind an vielen Stellen sichtbar und wahrnehmbar. Das Projekt stellt die Frage danach, welche Entscheidungen, welche Konzepte und welche gestalterischen Ideen dahinter stehen. Diese Perspektive ermöglicht es den beteiligten Kindern und Jugendlichen, eigene Einflussmöglichkeiten zu entdecken und die Stadt als einen Prozess zu begreifen, an dem sie beteiligt sind. Dabei werden die Schüler/innen an verschiedene Techniken künstlerisch-wissenschaftlicher Arbeit herangeführt. Ziel ist es, mit den Jugendlichen ein Alphabet zu erarbeiten und zu bauen, in dem sowohl ihre Utopien Wünsche und Emotionen sichtbar werden als auch ihre Forschungsergebnisse und Vorschläge. Die Belegung der Buchstaben mit Worten ist Teil des Arbeitsprozesses. Die Ausführung kann skulptural oder interventionistischsein, es können Texte oder Fotos entstehen. Als greifbares Arbeitsergebnis wird neben einer Ausstellung eine grafisch gestaltete gedruckte Version des Alphabets entstehen.


Die Künstler

Adam Page und Eva Herzsch
Die Projekte des Künstlerteams Eva Hertzsch und Adam Page reflektieren die Strategien und Hierarchien, die der urbane Lebensraum prägen. Sie beschäftigen sich mit der Umwandlung des öffentlichen Raums vom Allgemeingut zum Produkt, die Entwertung des Sozialen zugunsten einer Aufwertung des Ökonomischen und die Festivalisierung der Stadt.
Sie arbeiten mit einer gemeinschaftsorientierten Praxis, die die Kunst als ein Mittel des Austausches und des Teilens versteht. Zunehmend richten sie sich an spezifische Verbündete in der Gesellschaft statt an ein reines Kunstpublikum oder an zufällige Passanten. Anhand der entstehenden Kooperationen mit Bürgergruppen ist ihr Ziel, die Teilhabe an künstlerisch-kulturellen Prozessen in neuen sozialen Zusammenhängen zu erweitern. So schaffte ihr „FOR SALE“-Projekt in der Plattenbausiedlung Dresden-Prohlis 2006 eine vielerorts angestrebte Nachhaltigkeit und wird heute durch Bewohnerinnen als das Stadtteilforum IDEE 01239 e.V. fortgesetzt. Es geht Eva Hertzsch und Adam Page dabei um eine Kunst im öffentlichen Interesse statt einer Kunst im öffentlichen Raum.

Folke Köbberling
Folke Köbberlinggemeinsam mit Martin Kaltwasser entwickelt Interventionsmodelle für den urbanen Raum, wo sie vorhandene Strukturen umnutzen und so den gewohnten Umgang mit städtischer Architektur auf subtile, oft humorvolle Weise in Frage stellen. Konzepte von gemeinschaftlichem Zusammenleben werden dabei ebenso befragt wie städtische Strukturen des Wohnens und Arbeitens.

Seraphina Lenz

Ihre künstlerische Praxis beinhaltet: Interventionen im Öffentlichen Raum, Partizipationskunst, Konzeptkunst.
Langzeitprojekt: Die Werkstatt für Veränderung (2003 bis 2010) war Teil eines städtischen Wandlungsprozesses in einem Gebiet in Berlin Neukölln, das Ende der 1990er Jahre durch den Bau der A100 durchschnitten wurde. Als Überdeckelung der Autobahn wurde der Carl-Weder-Park angelegt, für dessen künstlerische Gestaltung das Bezirksamt einen Wettbewerb auslobte. Die für Kunst-am-Bau-Verfahren ungewöhnliche Aufgabe bestand darin, einen auf zehn Jahre angelegten Prozess zu entwickeln. Im Vorschlag von Seraphina Lenz war die Benutzung der Fläche als plastisch- gestalterischer Vorgang beschrieben.

Ihr künstlerischer Impuls bestand darin, jedes Jahr eine Ortsverwandlung zu konzipieren, die eine andere mögliche Nutzung implizierte, jenseits vordergründiger Nützlichkeit. Der Park wurde Pferdekoppel, Eintopfküche, Balkon für alle, nächtlicher Lesesaal, Filmset, Festplatz. Über die Jahre bildete sich eine wachsende Gruppe von Besuchern und ein wachsender Schatz gemeinsamer Erinnerungen an neue und andere Möglichkeiten, an denen die Anwohner einen eigenen Anteil hatten und die dadurch Realität wurden.

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