Städtebau  

 

Archiv: IBA Berlin 2020 - Dokumentation der Vorarbeiten

Auf dem Weg zur IBA Berlin 2020

 
 

Idee einer dritten Internationalen Bauausstellung (IBA)

Am 31. Oktober 2008 hat Berlin mit der Schließung des Flughafens Tempelhof eine einzigartige Fläche zurückgewonnen. International richtet sich die Aufmerksamkeit darauf, wie Berlin mit dieser Chance umgeht. Bereits Anfang 2008 schlug Senatsbaudirektorin Lüscher deshalb vor, die Entwicklung der Tempelhofer Freiheit durch eine dritte Internationale Bauausstellung zu qualifizieren. In einem Interview vertrat sie ihre Überzeugung, dass die Tempelhofer Freiheit ein Kristallisationspunkt experimenteller und zukunftsweisender Stadtentwicklungspraktiken werden könne.

Voruntersuchungen für eine dritte IBA in Berlin

Bis 2009 wurden umfangreiche Voruntersuchungen durchgeführt, Rahmenbedingungen geprüft und Ansprüche an die Entwicklung in Tempelhof konkretisiert. In diesem Zusammenhang fanden mehrere Werkstätten mit externen Expertinnen und Experten unterschiedlicher Disziplinen sowie mit Akteurinnen und Akteuren anderer Internationaler Bauausstellungen statt. Die Stichworte "ressourceneffizient", "partnerschaftlich-integrativ" und "zukunftsorientiert-unternehmerisch" umreißen die Anforderungen, die an ein IBA-Konzept für Berlin gestellt wurden.

Tempelhofer Feld, Foto: Klingsporn; Luftbild Tempelhofer Feld
(1),(2)

Die räumliche Kulisse der IBA Berlin 2020 muss über Tempelhof hinreichen!

Im darauf folgenden Diskussionsprozess zeigte sich schnell: Eine dritte Internationale Bauausstellung, die sich mit drängenden Problemen der europäischen Metropolen des 21. Jahrhunderts auseinandersetzen soll, muss weit über den Kristallisationspunkt Tempelhofer Freiheit hinausgehen und Orte im gesamten Stadtgebiet einbeziehen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung stellte sich also im Jahr 2010 die Aufgabe, ein auf die Spezifik Berlins abgestimmtes Konzept zu erarbeiten, welches für die nächsten zehn Jahre die internationale Debatte und die lokale Stadtentwicklungspraxis beflügeln und Exzellenz in Prozess und Umsetzung hervorbringen kann.

Die Prae-IBA-Phase

Im Sommer 2010 wurde dazu ein siebenköpfiges "Prae-IBA-Team" berufen, das bis Mitte 2011 einen Vorschlag für das Konzept IBA Berlin 2020 erarbeiten sollte. In den ersten Monaten des Jahres 2011 wurden die Leitideen im IBA Studio, einem öffentlichen Arbeitsraum in der alten Zollgarage im Flughafengebäude Tempelhof, zur Diskussion gestellt. Alle Interessierten waren eingeladen, mitzudiskutieren, ihre Ideen einzubringen und Anregungen zu geben. Anfang August legte das Prae-IBA-Team dann seinen Konzeptvorschlag vor.

Das IBA Konzept "Draußenstadt wird Drinnenstadt"

Auf der Grundlage der vorangegangenen Diskussionen und der Vereinbarungen der neuen Regierungskoalition wurden die Ideen der Prae-IBA-Phase von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt weiterentwickelt und geschärft. Auf drei großen Symposien wurden wichtige Schwerpunktthemen der IBA thematisiert und die Berliner Diskussion durch zahlreiche internationale Beispiele inspiriert. Werkstätten mit Fachleuten, Fachgremien, Initiativen und Wohnungsmarktakteuren, diverse IBA-Studien sowie eine Reihe öffentlicher Werkstattgespräche in der Alten Zollgarage haben die Diskussion zusätzlich vertieft und wichtige thematische Impulse gesetzt. Am Ende dieses Prozesses stand das IBA-Konzept "Draußenstadt wird Drinnenstadt", das die Qualifizierung der inneren Peripherie zu urbanen Wohnstandorten in den Fokus rückte und damit auf das Bevölkerungswachstum Berlins reagierte. Die IBA sollte – in enger Abstimmung mit dem Stadtentwicklungsplans Wohnen – die Wohnungsbaustrategie der neuen Regierung qualifizierend begleiten. Dieses Konzept war Anfang 2013 Kern der Senatsvorlage zur Durchführung der IBA Berlin 2020.


(1) Foto: Klingsporn; (2) Foto: SenStadtWohn / Dirk Laubner