Städtebau  

 

Urban Living - Neue Formen des städtischen Wohnens: Workshop-Verfahren

Ergebnis: Arcostraße 9 (Charlottenburg-Wilmersdorf)
Entwurf Team Bruno Fioretti Marquez


Entwurf Team Bruno Fioretti Marquez
Entwurf Team Bruno Fioretti Marquez

Architekten Bruno Fioretti Marquez Architekten, Berlin
Landschaftsarchitekten capatti staubach Landschaftsarchitekten, Berlin
Sonderfachleute J. Stollmann, Berlin / Zürich (Urbane Strategie und Programm)
ifb Frohloff Staffa Kühl Ecker, Berlin (Tragwerksplanung)
P. Stanek, Berlin (Brandschutz)
igz Ingenieurgesellschaft Zimmermann, Berlin (Gebäudeausrüstung)
M. Nelleweg, Berlin (Visualisierung)

Erläuterung des Entwurfs:


Das Neue Berliner Mietshaus

Das Grundstück an der Arcostraße ist exemplarisch für Berlin. Die Blockrandbebauung ist unvollständig, lückenhaft, durch Nachkriegsbauten ergänzt und reich an räumlichen Bezügen. Dennoch prägt das gründerzeitliche Regelwerk des Berliner Blocks die städtische Struktur. Gleich einem Thema und seinen Variationen in der Musik bietet der Berliner Block die Möglichkeit, immer neu interpretiert zu werden.

Der Entwurf möchte den Berliner Block weiterbauen und das Berliner Mietshaus weiterentwickeln. Wichtige neue räumliche Prinzipien sind die Durchlässigkeit der Höfe, der Ersatz des Seitenflügels durch Zugangs-Terrassen und die genaue Abstimmung von Gebäudetiefe und Raumhöhe. Die charakteristische Mischung von Wohnen und Gewerbe des Berliner Hofs wird fortgesetzt. In den oberen Geschossen sind sowohl Wohnen als auch Arbeit vorgesehen. Die funktionale und soziale Mischung wird durch die flexible Typologie des Neuen Berliner Mietshauses gesteigert. Trotz großer Ausnutzung der Parzellen wird eine bessere Belüftung und Belichtung erreicht. Das Neue Berliner Mietshaus ist ein Bausatz, der sich auf vielfältige Grundstücke in der Stadt anwenden lässt und auch auf verschiedene Formen der Eigentümerschaft und der Nutzung hin eingerichtet und rekombiniert werden kann.

Entwurf Team Bruno Fioretti Marquez
Längsschnitt; Entwurf Team Bruno Fioretti Marquez

Das sagt das Beurteilungsgremium:


Der Entwurf basiert auf einer geschickten Anordnung von Wohnblöcken in einem zueinander versetzten Grundraster, was zur Ausbildung intimer Wohnfreiräume führt und zugleich den durchgängigen Blickbezug zur Spree ermöglicht. Zudem bereichern die vielfältigen Ein- und Ausblicke innerhalb der Struktur das Miteinander der Höfe auf besondere Weise.

Das attraktive Grundstück wird mit einer stringenten, aber luftigen Struktur zu einem Quartier zusammengefügt, das die Intimität von städtischen Höfen mit dem Weitblick des Wohnens am Wasser phantasievoll verknüpft und sich wie selbstverständlich in sein Umfeld einfügt. Der Entwurf nimmt die vorhandene Umgebung auf, fügt sich sehr gut ein. Der Straßenraum wird neu gefasst. Selbst die Frage der inneren Erschließung ist effizient gelöst. Das Erdgeschoss ist in alle Richtungen durchlässig und öffnet sich für gemeinschaftliche wie infrastrukturelle Nutzungen zu den Gartenhöfen.

Fazit: Die Arbeit besticht durch ihre systematische Herleitung aus dem klassischen Berliner Baublock und stellt eine schlüssige Neuinterpretation dar. In Anbetracht seiner hohen Dichte bietet der Entwurf eine bemerkenswerte Vielfalt an qualitativ hochwertigen Freiräumen, die von der Nähe zum Fluss und ihrer Vernetzung zueinander profitieren. Die systematische Herangehensweise und das immanente Baukastenprinzip erlauben eine Übertragung auf andere Standorte in der Stadt. Die Vergangenheit wird in die Zukunft transportiert. Die Jury attestiert dem Entwurf ein überaus hohes Umsetzungs- und Vermarktungspotenzial.

Den kompletten Entwurf können Sie hier herunterladen: