Städtebau  

 

Urban Living - Neue Formen des städtischen Wohnens: Workshop-Verfahren

Ergebnis: Jacobystraße (Mitte)
Entwurf Team Talli Ltd. & R. Schnitzler


Entwurf Team Talli Ltd. & R. Schnitzler
Entwurf Team Talli Ltd. & R. Schnitzler

Architekten Talli Ltd. & Architekturbüro R. Schnitzler, Helsinki
Landschaftsarchitekten
Sonderfachleute

Erläuterung des Entwurfs:


Entwurf Team Talli Ltd. & R. Schnitzler
Der Traum vom Einfamilienhaus in der Stadt

Wir bieten billige Wohnungen. Sie bestehen aus einem im Rohbauzustand belassenen, fünf Meter hohen Wohnraum mit einer Grundfläche von 50 oder 100 m², ausgerüstet mit einem Badezimmermodul und einer kleinen Gallerieebene samt Treppe. Bauseitig gibt es weder Raumaufteilungen noch Kücheneinrichtung. Den weiteren Ausbau der Rohbaueinheiten gestalten die Bewohnerinnen und Bewohner – ggf. gemeinschaftlich – durch Selbstausbau. Jede Einheit verfügt über Anschluss an die Haustechnik, die in Schächten am Laubengang liegt. Jede Wohnung ist mit wärmerückgewinnender Lüftung ausgestattet.

Die zwei Gebäude bilden eine halböffentliche gemeinschaftliche 'Gasse', von der aus man im Erdgeschoss Zugang zu Gemeinschafts- oder Geschäftsräumen bzw. von den Laubengängen in die Wohnungen hat. An den Gebäudeenden entstehen durch Versetzen der Gebäudekörper kleine Plätze, an denen öffenliche Funktionen untergebracht sind. Die Gebäude sind so plaziert, dass die Sonne tagsüber in den zu erhaltenden Spielpark und die Gasse scheint. Die Wohnungen öffnen sich Richtung Ost und West und werden, trotz der großen Fenster, von der Sonne tagsüber nicht überhitzt.

Das Rohbaukonzept kann, da es als Laubengang, Lamellen- wie auch Punkthaus ausgeführt werden kann, verschiedenen Grundstücksituationen angepasst werden.

Das sagt das Beurteilungsgremium:


Die Idee des Entwurfs ist die Herstellung von Rohbauten zum individuellen Innenausbau durch die Bewohnerinnen und Bewohner. Besonderer Wert wird auf Kostengünstigkeit und auf die Möglichkeit gelegt, dass die Bewohnerinnen und Bewohner ihren Wohnraum selbst gestalten und sich aneignen können: je nach Budget und persönlicher Lebenssituation. Die Verfasserinnen sehen einen offenen Rahmen für gemeinschaftliches Wohnen innerhalb einer setzkastenartigen Grundstruktur vor.

Fazit: Dieser "bewohnbare Rohbau" ist in der Lage, ein sehr spezifisches Klientel zu interessieren. Die Freiheitsgrade des Prinzips "bricolage" werden hier nicht durch ein ungeordnetes Äußeres erkauft. An einer weniger exponierten städtischen Lage kann diese kostengünstige Bau- und Wohnform einen wichtigen Beitrag zur individuell konfigurierbaren Wohnkultur leisten.

Den kompletten Entwurf können Sie hier herunterladen: