Bauen  
 

Archiv: Ökologisches Bauen - Abgeschlossene Projekte

Heinrich-Böll-Siedlung - Maßnahmenschwerpunkte


Dach mit Photovoltaikanlage
Dach mit Photovoltaikanlage


Außenwand-Flächenheizung während der Bauphase
Außenwand-Flächenheizung während der Bauphase
Um innerhalb des bewilligten Kostenrahmens zu bleiben wurden für den 2. Bauabschnitt unterschiedliche Baustandards ausgeführt, damit konnten die auf dem Markt zur Verfügung stehenden Baumaterialien optimal eingesetzt werden. So entstand das "Ökohaus" in Niedrigenergiebauweise, bei dem innovative neuartige Bauweisen mit bewährten Materialien ausgeführt wurden.

Die meisten Gebäude erhielten zur passiven Nutzung der Sonnenenergie eine Südorientierung, ebenso sind die Treppenhäuser, die über alle Geschosse verglast sind, von Süden erschlossen. Auf den drei präzise nach Süden ausgerichteten Gebäuden ist die größte Photovoltaikanlage auf Wohngebäuden in Berlin mit 1360 m² Kollektorfläche installiert worden. Eine Anzeigetafel zeigt die aktuellen und insgesamt erzielten Werte.

Die Auswahl der unterschiedlichen Außenwandkonstruktionen erfolgte nach Himmelsrichtung. So gibt es Konstruktionen aus Liapor-Mauerwerk, aus hoch gedämmten Holzständerwänden und aus gedämmten Kalksandsteinwänden. Im Ökohaus kamen hoch gedämmte Brettstapelwände zum Einsatz. Für die Massivholzdecken in Brettstapeltechnik war aus statischen Gründen eine Zulassung im Einzelfall erforderlich.

Im Ökohaus wurde erstmalig in diesem Umfang im Mietwohnungsbau eine Wandstrahlungsheizung eingebaut. Sie arbeitet mit gleicher Technik und ähnlicher Temperaturspreizung wie die in den anderen Häusern eingesetzte Radiatorenheizung. Sämtliche Innenflächen im Ökohaus sind mit Lehmputz versehen. Zusammen mit den Holzdecken wird damit eine hohe Behaglichkeit und Raumluftqualität erreicht.

Holzfenster mit Wärmeschutzverglasung und einem U-Wert von 1,2 W/m² K wurden in der ganzen Siedlung eingebaut.

Das Gebiet ist insgesamt als Regenrückhaltesystem ausgebildet. Das Oberflächenwasser wird über offene Rinnen von Dächern, Wegen und Plätzen abgeleitet, natürlich gereinigt und in Zisternen zur Außenanlagenbewässerung gesammelt. Überschüssiges Regenwasser wird zu einem Regenrückhalteteich geführt. In jedem der drei Grünhöfe ist eine "Quelle" mit einer darunter liegenden Zisterne eingerichtet, von der aus das Regenwasser von Pumpen, die über direkt zugeordnete Photovoltaikmodule betrieben werden, in Bewegung gehalten wird.