Städtebau  
 

Archiv: IBA Berlin 2020 - Dokumentation der Vorarbeiten

Das IBA-Kuratorium


Senatsbaudirektorin Regula Lüscher hat im Juni 2012 ein Kuratorium aus international erfahrenen und renommierten Fachleuten berufen. Das Kuratorium wird die IBA inhaltlich begleiten, u.a. in der Überarbeitung des IBA-Konzeptes und der Beschreibung der Auswahlkriterien für die IBA-Projekte. Dafür werden sich die Kuratorinnen und Kuratoren ca. 2-3 Mal im Jahr treffen.

Mitglieder des IBA-Kuratoriums sind:

Prof. Kees Christiaanse, Professor für Architektur und Städtebau an der ETH Zürich
Kees Christiaanse, geboren 1953 in Amsterdam, studierte Architektur und Stadtplanung an der TU Delft. Von 1980 bis 1989 war er beim Office of Metropolitan Architecture (OmA) in Rotterdam tätig, wo er 1983 Partner wurde. 1989 gründete Kees Christiaanse sein eigenes Unternehmen, ir. Kees Christiaanse Architects & Planners in Rotterdam, seit 2002 als KCAP bekannt. Zwischen 1996 und 2003 unterrichtete er Architektur und Stadtplanung an der TU Berlin. Seit 2003 nun ist er Professor an der ETH in Zürich (Schweiz). Kees Christiaanse kuratierte 2009 die Internationale Architektur Biennale Rotterdam (IABR), welche dem Thema "Open City - Designing Coexistence" gewidmet war. Neben seiner Tätigkeit als Architekt konzentriert er sich auf Aufgaben in komplexen, städtebaulichen Situationen und auf die Leitung von urbanen Prozessen. Er ist als Berater für mehrere Flughäfen tätig und gilt als Experte im Bereich Hochschulcampus und der Wiederbelebung von vormaligen Industrie-, Bahn- und Hafengebieten. Dies zeigt sich speziell in KCAP's Arbeit in den Hafenvierteln von Rotterdam, Amsterdam, Hamburg und London.
 
Nathalie de Vries, Partnerin des Architekturbüros MVRDV, Rotterdam
Nathalie de Vries wurde 1965 in Appingedam im Nordosten der Niederlande geboren. Nachdem sie 1990 ihr Studium der Architektur an der TU Delft mit Auszeichnung abgeschlossen hatte, gründete sie im Jahr darauf gemeinsam mit Jacob van Rijs und Winy Maas das Architekturbüro MVRDV, das durch frühe Projekte wie die Villa VPRO in Hilversum und das WoZoCo in Amsterdam international Anerkennung fand. Weitere bedeutende Projekte sind der Niederländische Pavillion auf der Expo 2000 in Hannover, das Flight Forum in Eindhoven, das Matsudai Kulturzentrum und das Gyre Einkaufszentrum in Japan, das Wohngebäude Mirador in Madrid und das Silodam-Gebäude sowie das Lloyd Hotel in Amsterdam.
Nathalie de Vries hält weltweit Vorträge und wird regelmäßig in internationale Fachjuries berufen. Von 2002-2004 war sie Gastprofessorin an der TU Berlin im Fachgebiet für Baukonstruktion und Entwerfen und lehrte außerdem am Berlage Institute in Rotterdam, an der ABK in Arnhem und an der TU Delft. 2005 war sie Inhaberin des Morgenstern Visiting Chair am IIT College of Architecture in Chicago. Seit 2008 ist sie Kuratorin des Museum Of The Image in Breda, seit 2010 im Aufsichtsrat des Netherlands Architecture Institute in Rotterdam und seit 2012 auch Mitglied im Aufsichtsrat der Stiftung 'Stichting Niadec' Institute for Dutch Creative Industry.
 
Stefanie Frensch, Geschäftsführerin der Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE Berlin
Stefanie Frensch ist Architektin und Immobilienökonomin (ebs) und seit 2011 Geschäftsführerin der HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH. Nach ihrem Studium der Architektur war sie ab 1995 zunächst bei der Fraunhofergesellschaft in Freiburg Assistentin im Institut für Solare Energiesysteme. Danach arbeitete sie als projektleitende Architektin im Architekturbüro ARCHIS in Karlsruhe und ab 1997 als Projektmanagerin der Prof. Weiss + Partner Projekt-Steuerungsgesellschaft mbH (seit 2008 Teil der Ernst & Young Real Estate GmbH). Von 2007 bis 2011 war sie Partnerin der Ernst & Young Real Estate GmbH mit den Schwerpunkten Assetmanagement, Projektcontrolling und Sustainability ehe sie 2011 als Geschäftsführerin zur HOWOGE wechselte.
Stefanie Frensch ist Mitglied der Architektenkammer und der Royal Institution of Chartered Surveyors (MRICS).
 
Erhart Pfotenhauer, Geschäftsführer Planungsgruppe proUrban, Berlin
Erhart Pfotenhauer ist Architekt und Stadtplaner. Nach Ende seines Studiums gründete er die Studiengruppe Wohnungs- und Stadtplanung GmbH in Frankfurt ehe er von 1977 bis 1984 eine Professur für Stadtplanung an der Universität Oldenburg innehielt. Von 1984 an war er zwei Jahre lang als wissenschaftlicher Berater bei der IBA Berlin GmbH und im Anschluss in der aus dieser hervorgehenden S.T.E.R.N. GmbH tätig. Von 1993 bis 2003 war er gemeinsam mit Hardt-Waltherr Hämer und später mit C. van Geisten Mitglied der Geschäftsführung.
2003 gründete er die plaungsgruppe proUrban in Berlin, dessen Geschäftsführer er bis heute ist. Das Büro führt Projekte in den Bereichen Stadtentwicklung, Städtebau, Stadterneuerung sowie partizipative und diskursive Planungsprozesse durch.
Seit 2000 ist Erhart Pfotenhauer ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung. Er ist außerdem Mitglied des Salzburg Congress on Urban Planning and Development (SCUPAD), der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung e.V. (SRL) und des Deutschen Verbands für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V.. (DV). Er hat zahlreiche Publikationen veröffentlicht und Vorträge im In- und Ausland gehalten.
 
Matthias Lilienthal, Resident Professor im Home Workspace Program am Ashkal Alwan Beirut/ Programmdirektor "Theater der Welt 2014", Mannheim
Matthias Lilienthal, geboren und aufgewachsen in Berlin-Neukölln, ist Programmdirektor von "Theater der Welt 2014" in Mannheim und unterrichtet außerdem am Ashkal Alwan Beirut als Resident Professor im Home Workspace Program.
Von 1992 bis 1999 war er Chefdramaturg an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz unter Frank Castorf. Er war Programmdirektor für "Theater der Welt 2002" in Bonn, Düsseldorf, Köln und Duisburg und entwickelte für das Festival erstmals das Format "X Wohnungen", das seither dreimal in Berlin in unterschiedlichen Stadtteilen stattgefunden hat und für diverse Städte im Ausland adaptiert wurde.
Von 2003 bis 2012 war er künstlerischer Leiter und Geschäftsführer des Theaters "Hebbel am Ufer", kurz HAU. Lilienthals Initiative, sich mit den Besonderheiten des Bezirks Kreuzberg/ Neukölln zu beschäftigen, schlug sich in der Programmreihe "Beyond Belonging" nieder. Damit etablierte das HAU das Thema Migration im Theater. Für Aufsehen sorgten auch die beiden großen Abschlussprojekte "Unendlicher Spaß", eine 24-Stunden-Tour durch den utopischen Westen, und "Die große Weltausstellung", eine Bespielung des Tempelhofer Feldes zusammen mit raumlaborberlin. Unter Lilienthals Leitung wurde das HAU zwei Mal zum "Theater des Jahres" gewählt und erhielt 2007 für seine Startkampagne mit Neuköllner Boxern den "Designpreis der Bundesrepublik Deutschland".
 
Jean-Philippe Vassal, Partner des Architekturbüros Lacaton & Vassal, Paris
Jean Philippe Vassal wurde 1954 in Casablanca, Marokko geboren. 1980 machte er seinen Abschluss an der École nationale supérieure d'architecture et de paysage de Bordeaux und arbeitete im Anschluss von 1980 bis 1985 als Stadtplaner in Niger in Westafrika. Von 2007 bis 2012 war er Gastprofessor an der TU Berlin und lehre außerdem an der École Polytechnique in Lausanne.
Gemeinsam mit Anne Lacaton gründete der 1987 das Büro Lacaton & Vassal. Mit Sitz in Paris agiert das Büro weit über die französischen Grenzen hinaus in verschieden Projekten rund um öffentliche Gebäude und Wohnen sowie in der Stadtplanung.
Zu den wichtigsten Projekten der Vergangenheit gehören das Palais de Tokyo in Paris, das Café Restaurants CORBACI im Architekturzentrum Wien, die École nationale supérieure d'architecture in Nantes sowie diverse bedeutende Wohnprojekte in Frankreich wie z.B. das House Latapie in Bordeaux und das "Baumhaus" auf Korsika, außerdem diverse Sozialwohnungsprojekte, z.B. die "Cité Manifeste" in Mulhouse und die Transformation des Tour Bois le Prêtre in Paris.
Jean Philipp Vassal wurde mit zahlreichen Auszeichnungen prämiert, u.a. Grand Prix National d'Architecture (Frankreich, 2008), International Fellowship of the Royal Insitute of British Architects (2009), Erich Schelling award (2006) und Equerre d'Argent (Frankreich, 2012).