Städtebau  

 

Urban Living - Neue Formen des städtischen Wohnens: Workshop-Verfahren

Ergebnis: Briesestraße 19 (Neukölln)
Entwurf Team Cityförster Partnerschaft


Entwurf Team Cityförster Partnerschaft
Entwurf Team Cityförster Partnerschaft

Architekten Cityförster architecture & urbanism + Mark Niehüser, Berlin
Landschaftsarchitekten Man Made Land Bohne Lundquist Mellier GbR, Berlin
Sonderfachleute Fachplaner: B+G Ingenieure, Bollinger und Grohmann GmbH
Peter Stanek, Vorbeugender Brandschutz

Erläuterung des Entwurfs:


Entwurf Team Cityförster Partnerschaft
Modellfoto
Die Bestandsbebauung Parkhaus Briesestraße weist eine Höhendifferenz zur baurechtlich zulässigen Bebauung von drei Vollgeschossen auf - die "Parkhausdach-Baulücke". Statisch ist hier aus dem Stegreif eine 1-2 geschossige Aufstockung denkbar. Bei der Umnutzung des Bestandsgebäudes entsteht ein Unikat mit einer besonderen Atmosphäre und Raumqualität für viele unterschiedliche Nutzergruppen (Wohnen und Arbeiten). Die Sichtbarkeit des Vergangenen erfährt hier eine besondere Wertschätzung. Dadurch ist auch die Akzeptanz für einen guten Remix in der Nachbarschaft weit höher als bei Abriss und Neuanfang. Die zwischen den Rampenanlagen gelegenen Flächen werden entfernt, was eine Belichtung der Geschosse unter Straßenniveau ermöglicht. Eine Aufstockung des Gebäudes wird mit unterschiedlichem baulichen Aufwand dargestellt, u.a. mittels Holztafelbauweise. Das Konzept der Nachverdichtung ist auf eine Vielzahl von -eingeschossigen- Funktionsgebäuden (z.B. Supermärkte, Tankstellen etc.) übertragbar.

Das sagt das Beurteilungsgremium:


Das Projekt begreift die existierende Garage und das rückwärtige Parkdeck als neuen Baugrund, auf dem eine neue Baustruktur aufsetzt. Der mittlere Teil der Deckenplatten der Garage wird entfernt, es entsteht ein gemeinsamer Hof, um den herum sich die verschiedenen Programme gruppieren. Die Strategie zielt auf eine Verdichtung des Quartiers, ohne weitere Flächen zu beanspruchen. Leichte Strukturen auf dem Dach vergrößern das Wohnangebot. In den Untergeschossen wenden sich vor allem quartiersbezogene Angebote an die Nachbarschaft, in den Obergeschossen finden sich unterschiedliche Wohnformen und Typologien.

Fazit: Der Entwurf überzeugt durch die ökonomisch nachvollziehbare Strategie, die entstehenden Umbaukosten durch eine Überbauung des Gebäudes zu kompensieren. Gleichzeitig ist der Ansatz positiv zu bewerten, durch das Raumprogramm einen lebendigen Anziehungspunkt im Quartier zu schaffen. Es wird vorgeschlagen, eine "Umnutzungstypologie" für weitere "Flachbauten" an anderen Orten als Katalog zu entwickeln.

Den kompletten Entwurf können Sie hier herunterladen: