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Archiv: Ökologisches Bauen - Abgeschlossene Projekte

Niedrigenergiegebäude Berlin-Zehlendorf - Angaben zum ökologischen Baustein Energie


Niedrigenergiegebäude Berlin-Zehlendorf: Kollektorfeld; Foto: GEHAG GmbH/TU Braunschweig (IGS)
Kollektorfeld
Foto: GEHAG GmbH/TU Braunschweig (IGS)

Konzept

Das Konzept beinhaltet einen integralen Planungsansatz unter Mitwirkung aller am Bau Beteiligten und einer ganzheitlichen Betrachtung von Gebäudehülle, Heizungs- und Lüftungstechnik. Zur Qualitätssicherung und Evaluierung der Ergebnisse wurde eine wissenschaftliche Begleitung des Projektes während der Bau- und einer dreijährigen Nutzungsphase durchgeführt.

Maßnahmen

Die Reduzierung des Jahres-Heizwärmebedarfs wurde durch die Realisierung eines günstigen A/V-Verhältnisses der Gebäude, eine luftdichte Bauweise und durch folgende Maßnahmen erreicht:
 

1. Erhöhte Wärmedämmung

Siedlung Am Petersberg:
Außenwände     U = 0,23 W/m² K
Fenster U = 1,3 W/m² K, g = 58%
Flachdach U = 0,15 W/m² K
Kellerdecke U = 0,32 W/m² K
Siedlung Am Grunewald:
Außenwände     U = 0,27 W/m² K
Fenster U = 1,3 W/m² K, g = 58%
Flachdach U = 0,21 W/m² K
Kellerdecke U = 0,32 W/m² K

2. Kontrollierte Wohnungslüftung
Die Wohnungen sind mit Abluftanlagen ausgerüstet über die die Luft durch einen zentralen Ventilator auf den Dächern der Gebäude abgesogen wird. Die Zuluftzuführung erfolgt über Außenluftdurchlässe in den Wänden bzw. den Fensterblendrahmen.
Die Eigentümer bzw. Mieter der Wohnungen wurden über die Funktionsweise und Handhabung der Lüftungsanlage informiert.

3. Solaranlage
In die Nahwärmeversorgung der Wohngebiete wurden zentrale Solaranlagen integriert. Auf drei bzw. zwei Flachdächern der beiden Siedlungen sind flach liegende Vakuumröhrenkollektoren mit einer wirksamen Kollektorfläche von 176,5 und 173,3 m² installiert. Die Solarwärme wird zur Vorwärmung des Heizwassers verwendet und in beiden Baugebieten jeweils in einen Kurzzeitwärmespeicher mit einem Volumen von 15 m³ eingebracht. Die Einbindung der Raumheizung in das Nahwärmenetz erfolgt direkt, d.h. ohne zwischengeschalteten Wärmeübertrager. Die Warmwasserbereitung wird mittels Speicherladesystemen und zentralen Trinkwasserspeichern von 300 Liter in jedem Gebäude durchgeführt.

Erfolgskontrolle

Zur Qualitätssicherung und Evaluierung der Ergebnisse wurde eine wissenschaftliche Begleitung des Projektes während der Bau- und einer dreijährigen Nutzungsphase durchgeführt.
Während der Bauphase wurden die Maßnahmen zur Energieeinsparung überwacht und abgenommen, um die Umsetzung der Planungsziele und die erfahrungsgemäß dringend erforderliche Qualitätssicherung zu erreichen.
Zur Beurteilung der Akzeptanz der Wohnungslüftung und des Lüftungsverhaltens der Nutzer wurde eine Befragung der Bewohner durchgeführt.
Nach Errichtung der Gebäude erfolgte eine Projektbegleitung über einen Zeitraum von drei Jahren, die die Optimierung des Betriebes der Solaranlagen und die Erfassung der Heizenergieverbräuche sowie der Erträge der Solaranlagen beinhaltete.