Städtebau  

 

Urban Living - Neue Formen des städtischen Wohnens: Workshop-Verfahren

Ergebnis: Jacobystraße (Mitte)
Entwurf Team TEMPERATURAS EXTREMAS


Entwurf Team TEMPERATURAS EXTREMAS
Entwurf Team TEMPERATURAS EXTREMAS

Architekten TEMPERATURAS EXTREMAS SLP, Madrid
Landschaftsarchitekten Latz + Partner, Kranzberg
Sonderfachleute

Erläuterung des Entwurfs:


Vorgeschlagen wird eine 5-geschossige Gebäudestruktur mit reduzierten privaten Wohnflächen und einem umfangreichen zusätzlichen Raumangebot im "aktiven Erdgeschoss" mit Serviceangeboten und gemeinschaftlichen Nutzungen für die Nachbarschaft.

Es werden unterschiedliche flexible und anpassungsfähige Wohntypologien mit zuschaltbaren Räumen und Nachbarschaftsräumen angeboten, die u.a. eine soziale Durchmischung zum Ziel haben. Überdachte Pergolengänge zwischen den Eingängen der Bestandsbauten und den Gemeinschaftsräumen des Neubaus schaffen eine Integration des Neubaus in den Bestand und werten diesen auf. In die Freiflächen werden überdachte Stellplätze für Elektrofahrräder integriert und die Aufenthaltsqualität durch zusätzliche Bäume aufgewertet.

Die Konstruktion besteht aus vorgefertigten Betondecken, ergänzt durch leichte Materialien in den Obergeschossen, Stahl, Holz und Dämmung. Durch eine „Doppelfassade“ entsteht eine "Klimakontrolle". Auf dem Dach werden Gemeinschaftsgärten angeboten. Alle Wohnungen verfügen über Terrassen, die durch die Doppelfassade das ganze Jahr über nutzbar sind und der Klimakontrolle dienen. Durch kostengünstige Konstruktion mittels vorgefertigter Betondecken, leichter Fassaden, Stahl und Holz und mit einem erhöhten klimatischen Komfort durch die Klimafassaden wird das Gebäude auch ökomomisch nachhaltig.

Entwurf Team TEMPERATURAS EXTREMAS
Entwurf Team TEMPERATURAS EXTREMAS

Das sagt das Beurteilungsgremium:


Der Entwurf wertet den Ort als öffentlichen Raum in historischer Nachbarschaft erheblich auf, um Akzeptanz zu schaffen für die Nachverdichtung. Nicht die bauliche Ergänzung, sondern die Neubesetzung des Freiraums steht im Fokus der Arbeit. Die gesamte Platzfläche wird mit zusätzlichen Gemeinschaftsangeboten in Form pavillionartiger Leichtbauten zu einem urbanen Park entwickelt. Für die Bestandsmieterinnen und Bestandsmieter kann von einer deutlichen Erhöhung der Freiraumqualität ausgegangen werden.

Minimierte individuelle Wohngrundrisse werden durch differenzierte Gemeinschaftsbereiche ergänzt. Typologisch wird eine Mittelgangerschließung angeboten, wodurch die Wohnungen einseitig belichtet und belüftet sind.

Fazit: Die Stärke des Entwurfs liegt in der Aufwertung des Blockinnenraums zu einem Ort der Begegnung mit hoher Aufenthaltsqualität. Damit thematisiert der Entwurf eine Grundfrage der Nachverdichtungsstrategie in Großsiedlungen der Nachkriegsmoderne. Einhergehend mit Bauten für neue Bewohnerinnen und Bewohner wird für die ansässigen Mieterinnen und Mieter ein Mehrwert geschaffen.

Den kompletten Entwurf können Sie hier herunterladen: