Städtebau  

 

Urban Living - Neue Formen des städtischen Wohnens: Workshop-Verfahren

Ergebnis: Briesestraße 19 (Neukölln)
Entwurf Team BeL Sozietät für Architektur


Entwurf Team BeL Sozietät für Architektur
Entwurf Team BeL Sozietät für Architektur

Architekten BeL – Sozietät für Architektur, Köln
Landschaftsarchitekten  
Sonderfachleute  

Erläuterung des Entwurfs:


Die Substanz des vorhandenen Parkhauses wird überwiegend erhalten. Jede Wohnung erhält einen eigenen von anderen Einheiten nicht einsehbaren Hof. Über eine zum gemeinschaftlich nutzbaren Dachgarten führende natürlich belichtete auch für Freizeitaktivitäten nutzbare innere Straße erfolgt die Erschließung der Einheiten und der weiteren Gemeinschaftsflächen. Eine multifunktionale Halle öffnet sich zur Straße; ein Kiosk verbindet das Gebäude mit der Öffentlichkeit. Für 91 neue Bewohner kann mit minimalem baulichen Aufwand (Herstellungskosten ca. 828 EUR/qm NF) auf ca. 2.175 qm für 6,50 EUR/qm im Monat Wohnraum geschaffen werden. Das System erlaubt eine große Bandbreite von Wohnungstypen. Der Prototyp lässt sich auf andere Parkhäuser übertragen. Das Untergeschoss wird für PKW- und Fahrrad-Stellplätze sowie für Abstellräume genutzt.

Durch Entfernen von Fertigteildecken wird eine Belichtung von oben ermöglicht. In den Fassaden werden raumhohe Aluminiumfenster mit hohem festverglasten Anteil eingesetzt. Die öffentlichen Räume verbleiben in einem ertüchtigten Rohbauzustand.

Entwurf Team BeL Sozietät für Architektur
Längsschnitt; Entwurf Team BeL Sozietät für Architektur

Das sagt das Beurteilungsgremium:


Der Entwurf setzt sich zum Ziel, mit geringstmöglichen Eingriffen in die Substanz und minimalen Ergänzungen das Parkhaus im Sinne einer "Low-Budget-Strategie" umzunutzen. Dieser experimentelle Ansatz beginnt mit einer präzisen Analyse des Konstruktionsprinzips und nutzt die gewonnenen Erkenntnisse im Sinne der Dekonstruktion, indem einzelne Elemente zur Belichtung der unteren Ebenen gezielt entfernt werden.

Dieser selektive Rückbau erhält den Charakter der ehemaligen Garage und transformiert ihn in einen skulpturalen Körper, der von Licht und Schatten geprägt ist. Innerhalb dieses Volumens werden durch massive und transluzente Zwischenwände Wohnungen abgetrennt, die sich um schmale, vertikal durchgesteckte Patios organisieren.

Fazit: Die Qualität dieses Entwurfs beruht auf dem Prinzip, durch minimale bauliche Eingriffe eine möglichst geringe Mietbelastung zu erreichen und dabei auf weitere Zubauten zu verzichten. Die Verfasserinnen und Verfasser gehen von einer erreichbaren monatlichen Mietbelastung von 6,50 €/qm aus. Dadurch wird das Projekt sehr interessant für Umnutzungsstrategien.

Den kompletten Entwurf können Sie hier herunterladen: