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Archiv: Ökologisches Bauen - Abgeschlossene Projekte

Wohnungsbauvorhaben Weinmeisterhornweg - Angaben zu den ökologischen Bausteinen


Grünanlage mit Sickermulde
Grünanlage mit Sickermulde
Foto: GSW/IBUS GmbH

Energie

Die - abweichend vom ursprünglichen Planungskonzept - überwiegend in Massivbauweise ausgeführten Gebäude waren wärmedämmtechnisch auf Niedrigenergiestandard ausgelegt, was vor Inkrafttreten der Wärmeschutzverordnung 1995 einem Energiebedarf von etwa 50 kWh/m² a entsprach. Einen wesentlichen Beitrag dazu sollte bei den Reihenhäusern das Energiegewinnsystem leisten, bestehend aus
  • vor die Südfassade gestellte Wintergärten als Sonnenfallen mit Speicherflächen in Wand und Fußboden sowie
  • einer Solar-Speicherwand: Seitlich von den Wintergärten sind Luftkollektoren angeordnet, die mittels Ventilatoren die erwärmte Luft an in die Betonaußenwand eingelassene Röhrenregister abgeben; über einen steuerbaren Luftstrom, der auf der Wohnraumseite an der Speicherwand entlangstreicht und sich erwärmt, kann ein größerer Teil des Heizenergiebedarfs gedeckt werden.
  • Zusätzlich gestützt wird das Energiesparkonzept durch die Entwurfskomponenten Süd- bzw. Südwestorientierung der Zeilen, Grundrisszonierung und Split-Level (optimale Durchsonnung der Wohnungen).

Die Heizenergie- und Warmwasserversorgung erfolgt im Übrigen über vier Zentralen mit erdgasbetriebenen Brennwertkesseln.

Wasser, Grün

Kompakte Bauweise, Dachbegrünung der Reihenhäuser und geringer Versiegelungsgrad der Freiflächen erlauben eine weitgehende Versickerung des Niederschlagswassers auf dem Grundstück; eine Versickerungsmulde, hinter den Häuserzeilen als Kleinbiotop angelegt, sowie ein offener Straßengraben am Weinmeisterhornweg sammeln das Überschusswasser, sodass auf einen Anschluss an die Regenwasserkanalisation verzichtet werden konnte.
Allen Erdgeschosswohnungen sind Mietergärten zugeordnet, die bei den Reihenhäusern 50 m², bei den Torhäusern 80 m² groß sind. Die umgebenden Gemeinschafts- und Grünflächen schließen den Versickerungsteich, einen Spielplatz sowie Pkw-Stellplätze ein. Ein Durchgang zu dem hinter der Siedlung liegenden Kleingartengebiet integriert die Wohnanlage in die Umgebung.

Baustoffe, Bauweisen

Gegenüber der ursprünglichen Planung wurden in der Bauausführung verschiedene Vereinfachungen bzw. "Einsparungen" vorgenommen:
  • Außenwände Kalksandsteinmauerwerk mit außenliegender Wärmedämmung und hinterlüfteter TRESPA-Plattenverkleidung (statt hochgedämmter Holzständerkonstruktion mit Holzverschalung),
  • Speicherwände mit Röhrenregistern in Ortbeton (statt als Fertigteile montiert),
  • Wärmedämmung 10 cm (statt 12 cm) Mineralwolle.

Fenster und Außentüren aus Holz mit Wärmeschutzverglasung (1,6 W/m² K). Die Wintergärten in Holzkonstruktion mit Verbundglas wurden später ebenfalls mit Wärmeschutzverglasung (1,3 W/m² K) nachgerüstet. Die 18 cm starken Stahlbetondecken sind mit einer 3 cm dicken Trittschalldämmung und 4 cm Estrich auf Bitumenpappe ausgestattet. Die Kellerdecken haben 5 cm Wärmedämmung, die Dächer sind mit 16 cm (Torhäuser) bzw. 14 cm Mineralwolle (Reihenhäuser) gedämmt.

Für die einzelnen Bauteile wurden damit folgende k-Werte erzielt:
Außenwände Südseite (Speicherwände):   0,28 W/m² K
Übrige Außenwände: 0,33 W/m² K
Fenster: 1,50 W/m² K
Dächer: 0,30 W/m² K
Wintergärten (vor Nachrüstung): 2,60 W/m² K

Die Baustoffverbote nach den besonderen ökologischen Anforderungen der Wohnungsbauförderungsbestimmungen 1990 (WFB 1990) wurden eingehalten.