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Archiv: Ökologisches Bauen - Abgeschlossene Projekte

Thermische Solaranlage "Buchholz-West" - Ergebnisse


Untersuchungsmethoden:

Im Rahmen des wissenschaftlichen Begleitprogramms wurde der Energieertrag der Solaranlage ermittelt. Eine Funktionsüberwachung erfolgte insbesondere in der Startphase des Betriebs. Ferner wurde der Anlagenbetrieb mit Hilfe der aufgezeichneten Messdaten sowie der Ergebnisse durchgeführter Systemsimulationen optimiert. Aufgrund der deutlich über den Planungen liegenden Netzrücklauftemperaturen wurden diesbezügliche Ursachen ermittelt sowie Verbesserungsvorschläge formuliert.

Um die beschriebenen Untersuchungen vorzunehmen, wurde die Solaranlage mit Sensoren zur Messung von Wetterdaten, Temperaturen und Volumenströmen ausgestattet. Die Messdaten wurden mit einem Datenlogger aufgezeichnet, per Modem an das IGS übertragen und dort ausgewertet. Exemplarische Hausübergabestation (Schnittstelle von Nahwärmenetz und gebäudeseitiger Installation) wurden mit Hilfe von Kurzzeitmessungen untersucht.

Daten und Messergebnisse:

Die Solaranlage läuft seit Beginn des regulären Anlagenbetriebes störungsfrei. Die solaren Nutzerträge bleiben hinter den Erwartungen zurück; Hauptursache ist die deutlich über den geplanten 40 °C liegende Rücklauftemperatur im Wärmenetz. Die solaren Nutzwärmekosten (gemäß Berechnung nach Förderprogramm Solarthermie 2000, Teilprogramm 2) liegen in einem Durchschnittsjahr bei rund 22 Cent/kWh (inkl. Mehrwertsteuer).

In den kommenden Jahren ist ein jährlicher solarer Nutzertrag von rund 140 MWh bei einem "Durchschnittswetter" zu erwarten (2002 und 2004: 133 MWh). In einem Jahr mit sehr hoher Einstrahlung wie beispielsweise 2003 sind Nutzerträge von etwa 190 MWh erzielbar. Die für die Errichtung der Solaranlage aufgewendete Primärenergie von ca. 469 MWh konnte in der bisherigen Betriebszeit von der Solaranlage geliefert werden.

Für die gemäß Auslegung zu versorgenden 180 Wohneinheiten kann im Durchschnitt ein solarer Deckungsanteil für die Warmwasserbereitung von etwa 32 % erreicht werden. Im Jahr 2003 wurde ein Anteil von rund 44 % erzielt. Bei Bezug auf die bisher an das Nahwärmenetz angeschlossenen 643 Wohneinheiten beträgt der solare Deckungsanteil rund 3 %.

Die Einspeisung der Solarwärme in das Nahwärmenetz führt durchschnittlich zu einer Reduktion des Jahresbrennstoffverbrauchs von ca. 13.000 m³ Gas. Bei einem jährlichen Strombedarf von etwa 2,7 MWh für den Betrieb der Pumpen sowie der Regelung kann eine CO2-Einsparung von rund 30 t pro Jahr erzielt werden. Im Jahr 2003 wurden rund 17.500 m³ Gas eingespart. Gleichzeitig wurden 2,8 MWh elektrischer Strom für den Betrieb der Solaranlage benötigt. Insgesamt konnten durch den Betrieb der Solaranlage somit rund 40 t CO2 eingespart werden.

Bei die Errichtung der Solaranlage wurden etwa 47 t CO2 freigesetzt. Eine Amortisation wurde somit im 2. Betriebsjahr erreicht.

Die durchgeführte Vermessung der Hausübergabestationen zeigte nennenswertes Potenzial zur Temperaturreduktion für die noch zu erstellenden Einfamilienhäuser infolge technischer Änderungen der Hausübergabestationen sowie der Gebäudetechnik selbst. In den Bestandsgebäuden sollen aus Kostengründen lediglich Anpassungen der Regelungsparameter vorgenommen werden. Langfristig ist mit einer geringen Absenkung des Temperaturniveaus im Netzrücklauf auf etwa 50 °C in den für den Betrieb der Solaranlage relevanten Betriebsmonaten zu rechnen.

Berichte/Veröffentlichungen:

Ergebnisbericht von November 2004

Kontakt zum Bauherren:

Herr Fietze, Frau Petzer
Tel.: 030 474866-0 bzw. -12