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Zum ersten Mal: Zeugnisse des sozialen Wohnungsbaus auf der Welterbe-Liste


07.07.08, Pressemitteilung
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und das Landesdenkmalamt Berlin sind hocherfreut, dass sechs Berliner Siedlungen in die Welterbe-Liste der UNESCO aufgenommen werden. Das Welterbe-Komitee hat dies bei seiner 32. Sitzung in Quebec/Kanada am 07.07.2008 beschlossen. Den Antrag dazu hatte Senatorin Ingeborg Junge-Reyer 2006 gestellt. Nach der preußischen Residenzkultur des 18. Jahrhunderts und der Museumsinsel des 19. Jahrhunderts kann sich Berlin nun über eine dritte Welterbe-Position freuen.

In die Welterbeliste aufgenommen werden:
  • Gartenstadt Falkenberg (Treptow), 1913-15 erbaut von Bruno Taut, Freiflächen von Ludwig Lesser
  • Schillerpark-Siedlung (Wedding), 1924-30 erbaut von Bruno Taut und Franz Hoffmann, Teilwiederaufbau 1951 von Max Taut, Erweiterung 1954-59 von Hans Hoffmann
  • Großsiedlung Britz - Hufeisensiedlung (Neukölln), 1925-31 erbaut von Bruno Taut und Martin Wagner, Freiflächen von Leberecht Migge
  • Wohnstadt Carl Legien (Prenzlauer Berg), 1928-30 erbaut von Bruno Taut und Franz Hillinger
  • Weiße Stadt (Reinickendorf), 1929-31 erbaut von Bruno Ahrends, Wilhelm Büning und Otto Rudolf Salvisberg, Siedlungsgrün von Ludwig Lesser
  • Großsiedlung Siemensstadt (Charlottenburg und Spandau), 1929-31 erbaut von Otto Bartning, Fred Forbat, Walter Gropius, Hugo Häring, Paul Rudolf Henning, Hans Scharoun, Freiflächen von Leberecht Migge
 
Diese sechs Siedlungen waren ausgewählt worden, weil sie besonders authentisch die sozialreformerischen Anstrengungen der Weimarer Republik verdeutlichen. "Der soziale Wohnungsbau bildete eine zentrale Bauaufgabe des 20. Jahrhunderts – es war an der Zeit, herausragende Beispiele dieser Epoche in die Welterbe-Liste aufzunehmen", sagte Senatorin Junge-Reyer. Die UNESCO selbst hatte in den letzten Jahren dazu aufgerufen, vermehrt Zeugnisse der Moderne für das Welterbe zu nominieren.

Trotzdem war es nicht selbstverständlich, dass der Antrag gleich im ersten Anlauf Erfolg haben würde. Senatorin Junge-Reyer ist davon überzeugt, dass die außerordentlich breite Unterstützung, die der Antrag auch außerhalb der Expertenkreise erhielt, bei der UNESCO einen sehr positiven Eindruck hinterließ: "Berlins dritte Welterbe-Position verdanken wir einer einzigartigen Teamleistung. Betonen möchte ich vor allem das Engagement der Siedlungs-Eigentümer, die sich zur "Initiative Welterbe" zusammen geschlossen haben. Die UNESCO kann sich sicher sein, dass dieses deutsche Welterbe in besten Händen ist."

Ungewöhnlich war nicht zuletzt die große Aufmerksamkeit, ja Spannung, mit der in Berlin der UNESCO-Entscheidung entgegen gesehen wurde. Die Senatorin erklärte dazu: "Nie zuvor wurden normale Wohnsiedlungen für die Welterbe-Liste vorgeschlagen. Wenn statt barocker Schlösser oder gotischer Dome das eigene Umfeld derartig geadelt werden soll, verleiht das natürlich der fernen Entscheidung fremder Denkmalexperten eine sehr persönliche Bedeutung."

Landeskonservator Prof. Dr. Jörg Haspel ist derzeit als Mitglied der Deutschen Delegation in Quebec und hat die Beratungen vor Ort verfolgt. Nach seiner Rückkehr lädt Senatsbaudirektorin Regula Lüscher zu einem Pressetermin ein (Freitag, 11.07.2008, Beginn 11:45 Uhr)  im Bauhaus-Archiv, Einladung folgt). Neben Hintergrundberichten wird dann auch die Frage im Mittelpunkt stehen, wie es weiter gehen wird mit dem neuen Welterbe in Berlin.



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