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Doppelplatzanlage Wilhelm- und Zietenplatz fertiggestellt


06.06.07, Pressemitteilung
Am heutigen Mittwoch übergibt die Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, den neugestalteten westlichen Teil der Mohrenstraße, die ehemalige Doppelplatzanlage Wilhelm- und Zietenplatz, im Beisein des Vorsitzenden der Schadow-Gesellschaft e.V. an den Vertreter des Bezirksamtes Mitte von Berlin, dem Stadtrat für Stadtentwicklung, Ephraim Gothe, sowie an die Anlieger und Anwohner.

Ingeborg Junge-Reyer: "Die Neugestaltung des Zietenplatzes erhöht die Attraktivität und die Aufenthaltsqualität des Stadtraums und bewahrt den kleineren Teil des früheren Platzensembles. Im Zusammenspiel mit der noch erhaltenen Altbausubstanz wird sich die Platzanlage gut in das Straßensystem der Friedrichstadt integrieren. Ich würde mir wünschen, dass dieser Ort möglichst bald wieder unter der Bezeichnung Zietenplatz in den Berliner Stadtplänen zu finden ist."

Die Wilhelmstraße sowie der Wilhelm- und Zietenplatz sind ab 1732 im Rahmen der Erweiterung der Friedrichstadt entstanden und wurden schnell zu einem wichtigen Ort in Berlin. Später siedelten sich an der Wilhelmstraße zahlreiche Ministerien in den dort entstandenen Palais an. Die Doppelplatzanlage Wilhelm- und Zietenplatz wurde 1769 bereits mit Standbildern verdienter Generäle und Staatsmänner geschmückt.

Die Ausgestaltung zu aufwändigen Schmuckplätzen wurde nach Plänen von Friedrich August Stüler und Peter Joseph Lenné bzw. Hermann Geitner und Hermann Mächtig realisiert. Das im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts geschaffene Erscheinungsbild ließ Wilhelm- und Zietenplatz zu einem innerhalb der Reichshauptstadt einmaligen Ensemble werden, das mit dem Hotel Kaiserhof an der Südseite des Zietenplatzes über eine allseits bekannte Adresse verfügte.

Dieses Ensemble wurde während des Krieges durch Bombenangriffe und in den Endkämpfen zur Niederringung des nationalsozialistischen Regimes sehr stark beschädigt und später weitgehend abgeräumt.

Ab 1973 begann der Wiederaufbau, zuerst mit der Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Korea auf dem Standort des Hotels Kaiserhof an der Südseite des ehemaligen Zietenplatzes, später folgten auf dem vormaligen Wilhelmplatz die Botschaft der damaligen CSSR (heute Botschaft der Tschechischen Republik) und im Nordteil eine Wohnbebauung. Inzwischen hat auch die Nordseite des ehemaligen Zietenplatzes mit dem Bau der Landesvertretung Thüringen und dem jetzt in der Fertigstellung befindlichen Alt- und Neubau des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales wieder eine geschlossene Platzfront.

Die jetzt im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung aus Mitteln der Entwicklungsmaßnahme "Hauptstadt Berlin - Parlaments- und Regierungsviertel" realisierte Erneuerung des westlichen Teils der Mohrenstraße als Doppelplatzanlage einschließlich der Neugestaltung des Zietenplatzes rückt diesen Stadtraum wieder in das Bewusstsein der Berliner. Es erfolgte eine grundhafte Erneuerung des gesamten Straßenaufbaus einschließlich der erforderlichen Leitungsbaumaßnahmen. Parallel erfolgte auch die Deckensanierung des U-Bahn-Tunnels durch die BVG. Durch die Neuordnung der Gehwege und Mittelinseln wurde der Raum für Fußgänger klarer gefasst und entscheidend vergrößert. Der eigentliche Wilhelmplatz ist infolge der Bebauung der 80er Jahre weitgehend verschwunden. Die Wiederherstellung der Mittelinsel, auf der sich der westliche Zugang zur U-Bahn-Station Mohrenstraße befindet, und die Aufstellung der Standbilder für Hans Joachim von Zieten (2003) und Leopold von Anhalt-Dessau (2005) brachte hier eine wesentliche Aufwertung des Stadtbildes und eine Erinnerung an die historische Bedeutung des Ortes. Die Wiederherstellung der Standbilder erfolgte Dank des bürgerschaftlichen Engagements der Schadow Gesellschaft Berlin e.V.

In der Tradition der einstigen gartenkünstlerischen Qualität der Doppelplatzanlage wurden auf der in ihren früheren Dimensionen angelegten Mittelinsel die drei Schmuckbeete in Lage und Größe wieder hergestellt. Die Bepflanzung, die auf dem Entwurf des damaligen Stadtgartendirektors von Berlin, Hermann Mächtig, beruhte, wurde in vereinfachter, moderner Form mit rot und weiß blühenden Rosen zwischen Buchsbaumflächen realisiert. Breite Bordsteine aus rotem Granit fassen die Beet ein. Zu beiden Seiten der Pflanzbeete erstrecken sich breite Wegeflächen mit Sitzbänken, die mit der jetzt großzügiger zur Verfügung stehenden Bewegungsfläche entscheidend zur Aufenthaltsqualität des Platzes beitragen werden. Die gesamte Doppelplatzanlage war ehemals von Baumreihen umrahmt. Im Bereich des ehemaligen Zietenplatzes konnte diese prägnante räumliche Fassung durch die Neupflanzung von Linden auf den Bürgersteigen wieder hergestellt werden.

Zur Übergabe präsentieren sich einige der Anlieger mit Informationsmaterial und kulinarischen Angeboten.
Musikalisch wird die Veranstaltung durch Musiker der Bundespolizei begleitet.


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