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Presse und Aktuelles

Verkehrssicherheitsbericht 2011 für Berlin vorgelegt


10.08.11, Pressemitteilung
Im zweiten Jahr in Folge sind die Verunglücktenzahlen im Berliner Stadtgebiet deutlich zurückgegangen: Noch nie verunglückten seit Einführung der Verkehrsunfallstatistik Anfang der 50er Jahre weniger Menschen im Berliner Straßenverkehr, noch nie wurden weniger Menschen bei Straßenverkehrsunfällen in Berlin getötet.

Diese positive Tendenz zu mehr Sicherheit auf Berlins Straßen wird im Verkehrssicherheitsbericht mit Zahlen belegt. Das Berliner Forum für Verkehrssicherheit hat mit dem 5.Verkehrssicherheitsbericht 2011 auf Grundlage der polizeilichen Verkehrsunfalldaten aus den Jahren 2002 bis 2010 Fakten und Trends zur Entwicklung der Verkehrssicherheit auf Berliner Straßen seit Inkrafttreten des Verkehrssicherheitsprogramms „Berlin Sicher Mobil 2010“ im Frühjahr 2005 vorgelegt. Der Bericht verdeutlicht - auch im Vergleich zu anderen Städten - den außerordentlich hohen qualitativen Standard der Verkehrssicherheitsanalyse in Berlin.

Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer: „Verkehrssicherheit ist ein hohes menschliches Gut und nimmt deshalb in der Berliner Verkehrspolitik einen hohen Stellenwert ein. Das Ergebnis ist der Rückgang der Zahl der Getöteten im Zeitraum von 2004 bis 2010 um 38 %. Die Zahl der Schwerverletzten sank um 8 %. Aber trotz der positiven Tendenz waren im Jahr 2010 immer noch fast 15.000 Verunglückte (davon 44 Verkehrstote und 1.694 Schwerverletzte) zu beklagen. Deshalb werden wir in unseren Bemühungen für mehr Sicherheit auf unseren Straßen nicht nachlassen.“

Eine wichtige Aufgabe der differenzierten Unfallanalyse ist die Identifizierung der Bevölkerungsgruppen mit den größten Unfallrisiken: Ein besonders hohes Risiko besteht bei Kindern im Schulalter (6 bis 14 Jahre). Jugendliche sind ebenfalls erheblich gefährdet. Junge Erwachsene tragen als Kraftfahrer wie als Mitfahrer das höchste Risiko. Motorradfahrer sind in besonderem Maße gefährdet und zwar weit überproportional zu ihrem Anteil am täglichen Verkehrsgeschehen. Ältere Senioren von 75 Jahren aufwärts werden -bezogen auf ihren Bevölkerungsanteil - als Fußgänger besonders häufig schwer verletzt.

Unterschiede zeigen sich weiterhin beim Geschlecht. Männliche Unfallopfer dominieren in allen Altersgruppen und vor allem bei den schweren Verletzungen. Der Anteil der Mädchen und Frauen an den Verunglückten liegt demgegenüber nur bei etwas mehr als einem Drittel.

Untersucht wurden auch die unterschiedlichen Unfallursachen: Fußgänger machen die meisten Fehler beim Überqueren von Straßen, Fahrradfahrer sind oft unachtsam beim Einfahren in den fließenden Verkehr an Kreuzungen, Einmündungen und Grundstückszufahrten und Auto- und Motorradfahrer halten meist zu geringen Abstand und machen Fehler an Kreuzungen, Einmündungen und Grundstückszufahrten. Nicht angepasste Geschwindigkeit spielt im Unfallgeschehen von Autofahrern und motorisierten Zweiradfahrern eine maßgebliche Rolle.

Der Verkehrssicherheitsbericht wurde im Verkehrssicherheitsforum diskutiert und verabschiedet. Über 30 Institutionen, überwiegend gleichzeitig Mitglieder der Berliner Charta für die Verkehrssicherheit, arbeiten in diesem Forum mit und tragen mit vielfältigen Maßnahmen und Aktivitäten zur Erhöhung der Verkehrssicherheit im Stadtgebiet bei.

Der Bericht ist ein wichtiger Baustein der Erfolgskontrolle und Nachsteuerung des Berliner Verkehrssicherheitsprogramms. Darin enthaltene Maßnahmenschwerpunkte sind u.a.:
  • die Arbeit der Verkehrsunfallkommission: Unfallhäufungsstellen werden regelmäßig untersucht. Für die Beseitigung erkannter Gefahrenstellen stehen jährlich rund 1 Mio. € zur Verfügung.
  • Sicherheitsaudits: Planungen von Straßenbauprojekten werden hinsichtlich der Berücksichtigung der Verkehrssicherheit überprüft.
  • Radverkehrsstreifenprogramm und Zebrastreifenprogramm: Die Wege und Schutzeinrichtungen für Radfahrer und Fußgänger werden mit erheblichem Mitteleinsatz konsequent weiter ausgebaut und systematisch vervollständigt.
  • Verkehrsüberwachung: Neben der stationären Geschwindigkeitsüberwachung kommen verstärkt mobile Geräte zum Einsatz. Darüber hinaus ist Berlin die erste deutsche Stadt, die über 100 Dialog-Displays im gesamten Stadtgebiet einsetzt.
  • Kinderstadtpläne: Kinder werden in der Grundschule systematisch an das Thema Verkehrssicherheit herangeführt. Bis 2010 wurden in 14 Grundschulen in Projektarbeiten Kinderstadtpläne erstellt. Arbeitshilfen stehen allen Grundschulen zur Verfügung.
  • Aktion „Toter Winkel“: Seit 2007 ist dieses Projekt fester Bestandteil der schulischen Mobilitätserziehung.
  • Fahrsicherheitstraining: Jedes Jahr werden rund 1.000 junge Fahrer zwischen 18 und 25 Jahren mit Fahrsicherheitstraining geschult.
  • Verkehrssicherheitskampagne: Mit der in Vorbereitung befindlichen Kampagne für die Jahre 2012 und folgende soll ein deutlich entspannteres „Verkehrsklima“ auf den Berliner Straßen, vor allem zwischen Radfahrern, Autofahrern und Fußgängern erreicht werden.
  • Kommunikationsplattform: Zur Verbesserung der Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung ist seit November 2010 eine überarbeitete Version der Internetplattform www.berlin-sicher-mobil.de online.

Der neue Verkehrssicherheitsbericht steht als Download auf den Internetseiten der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zur Verfügung.
https://www.berlin.de/senuvk/verkehr/politik_planung/sicherheit/sicherheitsbericht/

 

Fakten zur Entwicklung der Verkehrssicherheit in Berlin


Die Anzahl der Getöteten im Berliner Straßenverkehr lag 2010 auf einem historischen Tiefstand: 44 Verkehrstote, das bedeutet 14 Verkehrstote pro 1 Mio. Einwohner. Das ist der niedrigste Wert im Vergleich deutscher Länder. Von den 44 Verkehrstoten im Jahr 2010 waren 30 Menschen zu Fuß oder per Fahrrad unterwegs (24 Fußgänger, 6 Fahrradfahrer), dazu kommen 9 motorisierte Zweiradfahrer und 5 Pkw-Insassen.

Obwohl 2010 der Anteil der Verunglückten bei Autofahrern (minus 19 %) und bei Fußgängern (minus 11 %) abgenommen hat, gibt es einen Anstieg der Verunglückten bei Radfahrern (plus 15 %) und bei motorisierten Zweiradfahrern (plus 13 %). Diese beiden letzten Gruppen erfordern daher noch zunehmende Beachtung.

Auch über den gesamten Betrachtungszeitraum (2004 bis 2010) liegt der Anteil der Verunglückten und Schwerverletzten insbesondere bei motorisierten Zweiradfahrern, aber auch bei Radfahrern deutlich über ihrem Anteil am gesamten täglichen Wegeaufkommen. Es existiert also ein deutliches höheres Risiko für diese Verkehrsteilnahmegruppen.




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