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Weiße Stadt in Reinickendorf erhält Mittel für denkmalgerechte Sanierung


26.07.10, Pressemitteilung
Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der Deutsche Wohnen AG

Die Weiße Stadt im Berliner Bezirk Reinickendorf erhält Bundes- und Landesmittel für die denkmalgerechte Sanierung und Instandsetzung. In der neuen, zweiten Förderrunde des Programms des Bundesbauministeriums zum Erhalt der UNESCO-Welterbestätten werden für diese Siedlung der Klassischen Moderne insgesamt EUR 2,25 Mio. Bundes- und Landesmittel bewilligt.


Senatorin Junge-Reyer: „In Zeiten harter Kürzungspläne kommen aus dem Bundesbauministerium selten gute Nachrichten für die Städte und Gemeinden. Deshalb ist es besonders erfreulich, dass ein Berliner Kiez von einem Bundesprogramm profitiert. Wie stark sich das Land Berlin mit seinem UNESCOWelterbe identifiziert, zeigt u. a. die Tatsache, dass wir die vom Bund bewilligten EUR 1,5 Mio. um EUR 750.000 aus unserem Haushalt ergänzen. Nach der Sanierung, die voraussichtlich 2014 abgeschlossen sein wird, können die Berlinerinnen und Berliner sowie die an Architektur interessierten Besucher aus aller Welt dieses bewohnte und lebendige Denkmal Weiße Stadt im neuen Glanz erstrahlen sehen.“

Die Förderung wurde beantragt durch das Landesdenkmalamt Berlin sowie von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, durch die auch die Berliner Komplementärmittel bereit gestellt werden. Die Mittel kommen der Deutsche Wohnen AG zugute, deren Tochter Fortimo GmbH die Eigentümerin der Siedlung ist.
Die Deutsche Wohnen Gruppe ist Eigentümerin bzw. Teileigentümerin von drei der insgesamt sechs Berliner UNESCO-Welterbesiedlungen: der Britzer Hufeisensiedlung, der Weißen Stadt sowie der Ringsiedlung Siemensstadt.

Michael Zahn, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Wohnen AG: „Es ist zugleich eine echte Freude, aber auch eine große Herausforderung Besitzer von Siedlungen der Klassischen Moderne zu sein, die unter strengem Denkmalschutz und darüber hinaus auch noch auf der UNESCO-Welterbeliste stehen. Es entstehen durch diesen herausgehobenen Status Anforderungen an den Erhalt und die Wiederherrichtung der Siedlungen, deren wir uns als Eigentümer nur gemeinsam mit der öffentlichen Hand stellen können. Wir werden insgesamt in die gut 1.000 Wohnungen der Weißen Stadt mehr als EUR 10 Mio. investieren. Dies ist auch für eine große Wohnungsbaugesellschaft eine erhebliche Summe. Wir bedanken uns deshalb bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und dem Landesdenkmalamt für die Unterstützung, dieses einmalige Kleinod modernen Siedlungsbaus zu erhalten.“

Die Weiße Stadt
Die Weiße Stadt, auch Schweizer Viertel genannt, wurde 1931 fertig gestellt und gilt als Inbegriff des modernen Siedlungsbaus. Die Planungen für die Großsiedlung „Schillerpromenade“, die später unter der Bezeichnung „Weiße Stadt“ bekannt wurde, begannen bereits vor dem Ersten Weltkrieg, kamen jedoch erst 1929 im Zuge des Sonderbauprogramms mit 15 Mio. Reichsmark zur Umsetzung. Unter der Regie von Stadtbaurat Martin Wagner wirkten hier die Architekten Wilhelm Büning, Bruno Ahrends und Otto Rudolf Salvisberg, die Gartenanlagen entwarf Ludwig Lesser. Die Architekten entwickelten einen modernen großstädtischen Siedlungstyp, der nur Wohnungen in Geschossbauten vorsah.

Bebauungsplanung, Haus- und Grundrissentwurf waren geprägt von Rationalität und Wirtschaftlichkeit. Da der Bedarf an günstigen Kleinstwohnungen besonders hoch war, belief sich der Anteil der Eineinhalb- bis Zweieinhalb-Zimmer-Wohnungen auf über 80 Prozent. Die Siedlung mit ihrem charakteristischen weißen Erscheinungsbild entstand in Anlehnung an den Baustil der „Neuen Sachlichkeit“. Dachüberstände, Regenfallrohre, Eingangstüren und Fensterrahmen waren in kräftigen Farben gestaltet, um die Strahlkraft der weißen Wände zu verstärken. Bemerkenswert war auch die Infrastruktur der Anlage, zu der ein Heizkraftwerk, zwei Gemeinschaftswaschküchen sowie Kindergarten, Volksschule, Ärztehaus, Apotheke und 24 Ladengeschäfte gehörten. Viele infrastrukturelle Erweiterungsbauten fielen der Weltwirtschaftskrise in den späten 1920er Jahren zum Opfer; erst ab 1951 wurde die Weiße Stadt vergrößert.

Zu den markantesten Bauten der Weißen Stadt gehört das über die Aroser Allee gebaute fünfgeschossige „Brückenhaus“. Das Konzept von Wohnhäusern, die die Straße überspannen, hat man im sozialen Wohnungsbau zum Beispiel beim Berliner Sozialpalast in Schöneberg (auch bekannt als Pallasseum) wieder aufgegriffen und für die Wilmersdorfer Schlange, die sogar eine Autobahn überspannt, perfektioniert.
Da das „Brückenhaus“ extrem sanierungsbedürftig ist, wird als Erstes mit Hilfe der jetzt bewilligten öffentlichen Förderung in diesen markanten Teil der Siedlung investiert.



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