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Presse und Aktuelles

Waldzustandsbericht 2005 der Länder Brandenburg und Berlin veröffentlicht


08.11.05, Pressemitteilung
Auch zwei Jahre nach dem extrem heißen und trockenen Sommer 2003 konnte sich der Wald noch nicht wieder erholen. Mit 15 Prozent deutlich geschädigter Waldfläche in der Region Berlin-Brandenburg ist der Waldzustand im Jahr 2005 trotzdem insgesamt relativ stabil. Dies ergibt sich aus der gemeinsamen Waldzustandserhebung 2005 der Länder Brandenburg und Berlin, deren Ergebnisse heute von beiden Ländern veröffentlicht werden.

Eichen und Buchen nur wenig erholt, leichter Anstieg der Schäden bei den Kiefern

40 Prozent der Wälder in Berlin-Brandenburg sind ohne Schäden (Schadstufe 0) und 45 Prozent leicht geschädigt (Schadstufe 1). Sowohl nach Baumarten als auch zwischen beiden Ländern bestehen jedoch beträchtliche Unterschiede im Waldzustand. Trotz günstiger Witterung hat sich der Zustand der Laubbäume nur geringfügig verbessert. Die deutlichen Schäden nahmen bei der Baumart Eiche um 5 Prozent-Punkte auf aktuell 43 Prozent ab. Die Eiche bleibt damit die am stärksten geschädigte Baumart in der Gesamtregion Berlin-Brandenburg. Aber auch die Kiefer hat in diesem Jahr mit einem leichten Anstieg von 3 Prozent auf aktuell 13 Prozent Flächenanteil bei den deutliche Schäden auf das Trockenjahr 2003 reagiert. Gegenüber dem Beginn der Waldzustandserhebung hat sich der Vitalitätszustand der Kiefer jedoch erheblich verbessert. 1991 waren noch 37 Prozent in der Gesamtregion Berlin-Branden-burg deutlich geschädigt.

Berlin
In Berlin weisen nur noch 10 Prozent aller Bäume keine Schäden auf, 41 Prozent zeigen deutliche Schäden (deutlich geschädigt bis zum Absterben, Schadstufen 2–4). Damit bleibt das hohe Niveau der Schäden des Vorjahres bestehen.
Einem geringen Anstieg der deutlichen Schäden der Kiefern auf jetzt 34 Prozent (+ 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr) steht eine leichte Verringerung der Schadfläche der Eichen auf 79 Prozent (-2 Prozent) gegenüber. Positiv zu werten ist ein Rückgang der starken Schäden der Eiche auf 4 Prozent (-10 Prozent) und ein gleichbleibend geringer Anteil stark geschädigter Kiefern (< 1 Prozent).

Brandenburg
Der Flächenanteil mit deutlichen Schäden beträgt in Brandenburg 14 Prozent. Ohne Schäden (Schadstufe 0) sind 41 Prozent der Waldfläche. Dieses relativ positive Gesamtergebnis ist auf die Dominanz der Kiefer in Brandenburg zurückzuführen, die nur 13 Prozent deutliche Schäden aufweist. Bei der Eiche hat trotz der günstigen Witterung 2005 nur eine leichte Erholung des Kronenzustandes eingesetzt. Die deutlichen Schäden sind bei ihr gegenüber 2004 um 6 Prozent zurückgegangen. Mit 40 Prozent deutlichen Schäden ist jedoch der Zustand der Eichen erheblich schlechter als noch vor 2003.

Ursachen für Waldschäden
Der extrem trockene und heiße Sommer 2003 hat sich im Ergebnis der Waldzustanderhebungen 2004 und 2005 insbesondere auf den Kronenzustand der Laubbäume negativ ausgewirkt, während die Kiefern den Trockenstress weitgehend ohne starke Nadelverluste überstanden haben.

In den letzten Jahrzehnten sind die Wälder zunehmend von den Veränderungen des Klimas, besonders durch die Zunahme von extremen Witterungsereignissen, betroffen. Von 7 extrem trockenen Vegetationsperioden an der Station Potsdam traten 5 ab 1976 auf. Die Prognose der Klimaforschung zu weiter steigenden Lufttemperaturen lässt in der ohnehin trockenen Region Berlin-Brandenburg einen weiteren Anstieg des Risikos von Witterungsstress für die Wälder erwarten.
Außerdem hatte der Wald in den letzten Jahren zusätzlich vermehrt mit Insektenschäden bei den Laub- und Nadelbäumen zu kämpfen.

Nach wie vor wirken aber auch Schadstoffeinträge, vor allem Stickstoffemissionen und Ozon auf den Gesundheitszustand der Wälder ein.

Gegenmaßnahmen
Der kürzlich verabschiedete Luftreinhalteplan für Berlin sieht eine Reihe von Maßnahmen vor, die zu einer weiteren Senkung der Stickstoffbelastung im Umkreis der Stadt führen werden. Die zur Verbesserung der Situation vorgesehenen umweltpolitischen Beiträge der Länder zur Reduzierung der Schadstoffbelastung und zum Klimaschutz können durch forstwirtschaftliche Maßnahmen nur ergänzt werden. Mit der Einführung der Waldbaurichtlinie 2004 (Grüner Ordner) in Brandenburg wurden Standards zur ökologischen Waldbewirtschaftung für den Landeswald verbindlich geregelt und den Privatwaldbesitzern Empfehlungen gegeben. Diese Waldwirtschaft auf natürlicher Grundlage stellen Brandenburgs Forstleute derzeit mit ihrer Kampagne „Waldwirtschaft – aber natürlich“ in den Mittelpunkt der Kommunikation mit der Öffentlichkeit. Seit 1997 wurden in Brandenburg im Landeswald rund 10.500 Hektar Laub-Nadelholz-Mischwälder geschaffen. Durch umfangreiche Förderprogramme wird der Waldumbau auch im Privatwald unterstützt.

Die Berliner Wälder werden weiter nach den Regeln der naturgemäßen Forstwirtschaft bewirtschaftet. Seit 2002 ist das Berliner Waldbewirtschaftungskonzept nach den Kriterien des weltweit agierenden Forst Stewardship Council (FSC) und des Naturlandverbandes zertifiziert und wird seitdem jährlich von unabhängigen Fachleuten überprüft.

Ergebnisse der Waldzustandserhebung im Internet
Die Ergebnisse der aktuellen Waldschadenserhebungen beider Länder werden heute in einem gemeinsamen Bericht im Internet veröffentlicht.



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