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    Wohnen  
 

Vorbereitende Untersuchungen

Werkstattverfahren


Plakat, Grafik: © yellowz, bgmr, UmbauStadt, MLA+, Fugmann Janotta Partner, cityförster, felixx, tspa, bureau b+b
"Stadt behutsam weiterbauen im Blankenburger Süden" - Entwürfe der Werkstatt-Teams
© yellowz, bgmr, UmbauStadt, MLA+, Fugmann Janotta Partner, cityförster, felixx, tspa, bureau b+b / Urban Catalyst

In den Vorbereitenden Untersuchungen wird u.a. geprüft, wie das neue Stadtquartier generell strukturiert sein soll. Das heißt zum Beispiel, wo genau es liegen, wie darin Wohnraum, Schulen, Gewerbeflächen und Parks etc. verteilt und wie die Übergänge zur Umgebung ausgeprägt sein sollen. Dies alles wird zum Ende der Vorbereitenden Untersuchungen im Struktur- und Nutzungskonzept dargestellt sein.

Werkstattverfahren

Im Rahmen der Erarbeitung des Struktur- und Nutzungskonzepts startete am 7. November 2019 ein kooperatives städtebauliches Werkstattverfahren für den Blankenburger Süden. Vier erfahrene und kreative Teams aus Stadtplaner*innen, Architekt*innen sowie Landschaftsarchitekt*innen bekamen die Aufgabe, bis Sommer 2020 möglichst unterschiedliche Testentwürfe für das geplante neue Stadtquartier zu entwickeln. Diese Testentwürfe sollen die Überlegungen zum Struktur- und Nutzungskonzept mit detaillierteren städtebaulichen Ideen und Bildern untermauern und gewissermaßen aufzeigen, welche Konsequenzen verschiedene Struktur- und Nutzungskonzepte potentiell hätten. Dies ist tatsächlich als Test zu verstehen und greift keinem späteren städtebaulichen Entwurfsprozess vor. Vielmehr wird auf Basis der Testentwürfe wieder zum Struktur- und Nutzungskonzept abstrahiert, welches dann die Basis für den Abschluss der Vorbereitenden Untersuchungen bildet.

Um durchgehend eine hohe Fachlichkeit wie auch eine Rückkopplung mit sehr unterschiedlichen Perspektiven zu gewährleisten, wurden sechs Sachverständige für die Themenfelder „Vorbereitende Untersuchungen“, „Ökologie und Freiraum“, „nachhaltige Mobilität“, „Klima“, „Regenwasser“ und „Einzelhandel und Zentren“ sowie der Projektbeirat und das aus ihm konstituierte fachliche Empfehlungsgremium verfahrensbegleitend eingebunden.

Ergebnisse des Werkstattverfahrens

Ursprünglich sollte das Werkstattverfahren am 24. April 2020 mit einer öffentlichen Vorstellung der Ergebnisse enden. Corona-bedingt kam es jedoch zu Verzögerungen und Veränderungen im Verfahrensablauf.

Die Abschlussergebnisse lagen Anfang Mai 2020 vor und wurden von den sechs Sachverständigen auf Herz und Nieren geprüft. Parallel arbeitete die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen gemeinsam mit den Prozesssteuerern von Urban Catalyst an einem Alternativkonzept für die abschließende öffentliche Information der Bevölkerung. Eine große öffentliche Veranstaltung wie zur Zwischenpräsentation ist aktuell leider nicht möglich. Die Ergebnisse des Werkstattverfahrens werden daher nun im Internet und in einer Planungszeitung veröffentlicht. Über die Beteiligungsplattform mein.Berlin.de können interessierte Bürgerinnen und Bürger von 16. Juli bis 15. August 2020 Fragen zu den Entwürfen an die Planungsteams stellen und an einer Umfrage teilnehmen.

Sonderausgabe der Planungszeitung zum Abschluss des Werkstattverfahrens



Testentwurf 1 – Perspektive: Wachstum am Stadtrand

„Leben und Arbeiten am Stadtrand“

(yellow z - Abel Bormann Koch PartGmbB in Zusammenarbeit mit bgmr Landschaftsarchitekten GmbB)

Yellow Z und bgmr Landschaftsarchitekten greifen für ihren Entwurf bestehende Strukturen aus der Umgebung auf. Das Team entwickelt innerhalb des Entwurfsgebietes drei Teilquartiere jeweils um einen Anger herum – als Neuinterpretation des historischen Angerdorfes. Verknüpft werden diese Teilquartiere mit insgesamt drei Landschaftsräumen, welche jeweils unterschiedliche Identitäten und Prägungen bekommen sollen.



Testentwurf 2 – Perspektive: Wachstum in den Stadtrand

„Mitte am Rand“

(UmbauStadt PartGmbB in Zusammenarbeit mit MLA+ Architecture Planning and Consultancy und Fugmann Janotta Partner mbB)

UmbauStadt, MLA+ und Fugmann Janotta Partner sehen die von Brüchen gezeichnete Entwicklung des Berliner Nordostens als Chance und Anknüpfungspunkt und entwickeln eine selbstbewusste städ-tebauliche Figur, die den Stadtrand nicht homogenisiert. Vielmehr werden die bestehenden urbanen Fragmente jeweils qualifiziert und mit gezielt platzierten, landschaftlich und infrastrukturell gut eingebundenen neuen urbanen Polen zur "Mitte am Rand" entwickelt.



Testentwurf 3 – Perspektive: Neues am Stadtrand

„Stadt der Kreisläufe“

(CITYFÖRSTER architecture+urbanism in Zusammenarbeit mit Felixx Landscape Architects & Planners)

Ziel von Cityförster und Felixx ist es, einen Stadtteil zu schaffen, der einen erheblichen Beitrag zur Versorgung mit Wasser, Energie, Nahrung, zu einem umweltverträglichen Mobilitätssystem, zu ressourcenschonender Produktion und zu einem intensiven, sozialen Austausch leistet. Es entstehen vier Quartiere in der Größenordnung von 5-Minuten-Distanzen (ca. 300 m). Das Wald- und Bachland bildet den Anschluss an Blankenburg und Heinersdorf aus. Das Gewerbequartier schafft mit einem Waldsaum den Übergang in die offene Landschaft.



Testentwurf 4 – Perspektive: Wildcard (freie Perspektivenwahl)

„Stadt machen fürs 21. und 22. Jahrhundert“

(TSPA Thomas Stellmach Planung und Architektur) in Zusammenarbeit mit Bureau B+B Stedebouw en Landschapsarchitectuur

Das Team aus TSPA und Bureau B+B setzt sich in ihrem Entwurf mit der Frage auseinander, wie angesichts Klimawandel, Wachstumsdruck und Verkehrswende ein neues Quartier entstehen kann, in dem die Sorgen und Wünsche der Anwohnerinnen und Anwohner berücksichtigt werden und bestehen Qualitäten erhalten bleiben können.
Es entstehen vier Quartiere mit eigenen ablesbaren Kernen und Identitäten, sowie zwei neue Schulstandorte und ein Produktionsschwerpunkt im Westen, der Lernen, Gewerbe, Grünräume und Wohnen sinnvoll verschränkt.


Welche Testplanung passt am besten in den Blankenburger Süden? Stimmen Sie ab!

Weitere Informationen sowie die Umfrage zu den vier Testplanungen finden Sie auf mein.berlin.de/projects/blankenburger-sueden/.

Wie lief das Werkstattverfahren ab?

In einer EU-weiten Ausschreibung im Sommer 2019 wurde nach vier interdisziplinären Teams für das Werkstattverfahren gesucht, die jeweils mit einer sehr spezifischen Grundhaltung – Perspektive – an die Entwurfsaufgabe herangegangen sind.
Aus dem Bewerberpool wurden von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen mit Unterstützung des Projektbeirates die oben genannten vier Teams ausgewählt. Am 7. und 8. November 2019 fand mit ihnen der Kick-Off des Verfahrens statt.
Das Werkstattverfahren war kooperativ, das heißt die Teams erstellten die Testentwürfe gleichzeitig, es gab Zwischentermine, in denen die Arbeitsstände gemeinsam diskutiert wurden, und es gibt keinen Siegerentwurf.

Auch der interessierten Bürger- und Nachbarschaft wurden bei einer öffentlichen Veranstaltung am 14. Februar 2020 bereits Zwischenergebnisse des Werkstattverfahrens vorgestellt, wozu auch die erste Ausgabe einer Planungszeitung erschien.
Mehr zu den öffentlichen Veranstaltungen im Rahmen des Werkstattverfahrens finden Sie unter Das Gebiet, auf das sich die Testentwürfe beziehen, ist der ca. 150 ha große Fokusraum. Darüber hinaus thematisieren die Testentwürfe die Anbindung an die angrenzenden Nachbarschaften.

Die Testentwürfe müssen u.a.
  • die bisherigen Erkenntnisse aus den Vorbereitenden Untersuchungen einschließlich der Ergebnisse aus der Beteiligung von Betroffenen und der Öffentlichkeit berücksichtigen und
  • sich an den im Entwurf vorliegenden Leitzielen für das neue Stadtquartier orientieren.
Aufgabe der Teams (pdf, 2.3 MB) war auch die vorgegebenen Rahmensetzungen zu prüfen. Themen, mit denen sich die Teams kritisch und kreativ auseinandersetzen sollten, sind insbesondere
  • Nutzungen und Funktionen,
  • Städtebau,
  • Freiräume und Ökologie,
  • Mobilität und Verkehr sowie
  • Verflechtungen mit den Nachbarschaften.

Von Beginn an wurde sich darauf verständigt, im Sinne einer „Beteiligungskaskade“ die allgemeine Öffentlichkeit so früh wie möglich einzubinden, zu informieren und Möglichkeiten für Feedbacks einzuräumen, welche wiederum einer der Grundlagen für die Diskussionen im Projektbeirat und der Empfehlungen durch das Empfehlungsgremium bildeten.


Was folgt auf das Werkstattverfahren?

Nach Abschluss des kooperativen städtebaulichen Werkstattverfahrens werden die Ergebnisse der Abschlusspräsentationen, also die Dokumentationen des digitalen Informations- und Beteiligungsangebots und der Projektbeiratssitzung sowie die vom Empfehlungsgremium formulierten Empfehlungen an die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, im Internet veröffentlicht.

Auf der Basis der Empfehlungen entscheidet die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen wie mit den Testentwürfen umgegangen wird bzw. welche der vorgeschlagenen Ideen im Anschluss an das Werkstattverfahren Eingang in ein Struktur- und Nutzungskonzept finden.

Das Struktur- und Nutzungskonzept beschreibt das Ziel für eine zukunftsweisende Entwicklung und bildet die Grundlage für die Fortsetzung und den Abschluss der seit Sommer 2016 laufenden Vorbereitenden Untersuchungen. Es beinhaltet eine flächige Darstellung der unterschiedlichen Nutzungen (Wohnen, Arbeiten, Gemeinbedarf, Freiräume) und Baudichten einschließlich wesentlicher Erschließungstrassen.

Die Erarbeitung dieses Struktur- und Nutzungskonzeptes beginnt im September 2020 und wird voraussichtlich Anfang 2021 abgeschlossen. Das Konzept wird in enger Abstimmung mit allen beteiligten und betroffenen Verwaltungsbereichen erarbeitet. Sobald ein belastbares und schlüssiges Struktur- und Nutzungskonzept vorliegt, wird auch wieder die interessierte Öffentlichkeit in den Prozess eingebunden werden.