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    Wohnen  
 

Blankenburger Süden

Der Ort


Untersuchungsgebiet (rot) mit Darstellung des Fokusraums (hellblau)


Luftbild vom Untersuchungsgebiet, Juli 2018
Der Fokusraum für das neue Stadtquartier liegt zwischen den Ortskernen Blankenburg und Heinersdorf, östlich von Französisch Buchholz und westlich von Malchow. Er erstreckt sich vom Standort der ehemaligen Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW) am Blankenburger Pflasterweg über das ehemalige Rieselfeld, das derzeit landwirtschaftlich genutzt wird, bis zum Gewerbegebiet im nördlichen Teil von Heinersdorf.

Bedingt durch seine Geschichte ist dieses Gebiet von zahlreichen Wassergräben durchzogen. Zwei lange Baumalleen führen quer über die landwirtschaftlich genutzte Fläche. Im Nordosten des Fokusraums befindet sich ein Golfplatz. Im Westen liegen die Erholungsanlagen Blankenburg und Familiengärten, im Osten die Kleingartenanlage Märchenland sowie offener Landschaftsraum. Grün- und Freiräume sind somit prägend für das Gebiet. Die historischen Ortskerne im Norden und Süden sind heute teilweise stark überformt, vor allem der Ortsteil Blankenburg hat aber noch dörflichen Charakter. Die größten Verkehrsinfrastrukturen in der Nähe bilden die Bundesautobahn 114 und die S-Bahnlinie sowie der S-Bahnhof Blankenburg im Westen.

Das Gebiet der Vorbereitenden Untersuchungen geht über den Fokusraum hinaus. Es ist gut 430 ha groß und umfasst Teile von Blankenburg, Heinersdorf und Französisch Buchholz.

Geschichte

 
Feldweg
Allee im Gebiet Blankenburger Süden


Siedlungsentwicklung um den Blankenburger Süden, 1871; Planwerk Nordost - Karte von 1871 © Landesarchiv Berlin / Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen
Der Standort Blankenburger Süden liegt im Berliner Barnim. Durch die letzte Eiszeit entstand hier eine leicht wellige Landschaft, die auch die Strukturen der Siedlungen beeinflusste, welche um das Jahr 1300 entstanden. Die Böden am Standort Blankenburger Süden sind eiszeitbedingt sandig-lehmig und relativ ertragreich.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg engagierte sich der große Kurfürst Friedrich Wilhelm im Gebiet, indem er mehrere Gutswirtschaften erwarb. Es entstanden zudem mehrere kleine "Lustschlösser" und anspruchsvolle Gartenanlagen, etwa in Blankenburg und Malchow. Mit der Wende zum 19. Jahrhundert und dem Wachstum Berlins rückte das Gebiet näher an den Stadtrand. Mit der Nachfrage nach Agrarprodukten wuchs ein bescheidener Wohlstand des Gebiets, Gutshöfe wurden erneuert, Chausseen und "Bauernvillen" entstanden und Französisch Buchholz entwickelte sich zum Ausflugsziel.

Seit etwa 1850 verstärkte sich der Einfluss der Stadt Berlin noch. Einerseits, indem aus Sommerhäusern feste Wohnsitze wurden und vor allem entlang der Chausseen Siedlungsbänder entstanden. Andererseits dadurch, dass Berlin Flächen erwarb, unter anderem die Güter Blankenburg und Malchow, auf denen ausgedehnte Rieselfelder angelegt wurden, um Abwässer zu reinigen. Es wurden Dämme und Gräben angelegt, um Rieseltafeln zu unterteilen und zur Erschließung wurde ein Wegenetz angelegt. Auf den Rieselfeldern wurde weiterhin Gemüse, Getreide und Obst angebaut, um den Berliner Markt zu versorgen.

Zu Anfang des 20. Jahrhunderts nahmen Teile der Besiedlung des Barnims städtischen Charakter an. In Buch im Norden des Gebiets entstanden die Heilanstalten, auf deren Gelände heute das Helios Klinikum ist. In Heinersdorf wurde die Anlage einer modernen Wasserversorgung begonnen und um 1911 der markante Wasserturm gebaut. Die beabsichtigte weitere Entwicklung wurde jedoch durch den ersten Weltkrieg abgebrochen. Obwohl das Gebiet des Blankenburger Südens mit dem Groß-Berlin-Gesetz 1920 offiziell ein Teil Berlins wurde, blieb es um die Rieselfelder herum eher ländlich. Unsystematisch wuchsen Kleingartenkolonien, die dabei halfen, mit den Kriegen verbundene Nahrungsprobleme zu lindern.

Als sich in den Kriegs- und Nachkriegsjahren durch den Zustrom von Ausgebombten, Rückgekehrten und Geflüchteten die Wohnungsknappheit verschärfte, vermehrte sich auch die dauerhafte Bewohnung der Kleingartenkolonien. Dies intensivierte sich noch begünstigt durch die S-Bahn- und Bus-Anbindung. Die Rieselfelder wurden ab den 1960er Jahren aufgegeben und zu Ackerfläche umgewidmet. Eine auf zunehmende Pendlerströme und Bautätigkeiten reagierende Planung und Ausrichtung der Infrastruktur blieb aus, ebenso wie eine übergreifende Lenkung der Bautätigkeit.

Seit Mitte der 1990er Jahre ist der Blankenburger Süden als Potentialfläche für Gewerbe und insbesondere Wohnungsbau vorgesehen und entsprechend im Flächennutzungsplan (FNP) als Baufläche dargestellt.

In den vergangenen Jahren gab es insbesondere bezirkliche Planungen, Konzepte und Untersuchungen zu dem Gebiet bzw. einzelnen Teilräumen, u.a.