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    Städtebau  

 

Forschungsprojekte

Edible Cities Network – Integrating Edible City Solutions for a social, resilient and sustainably produktive Cities (EdiCitNet)


Wachsende Städte stehen vor mehrschichtigen Problemlagen. Die steigende Dichte führt zu Herausforderungen insbesondere in den Bereichen des sozialen Zusammenlebens und der Umweltgerechtigkeit. Hier setzt das Forschungsprojekt EdiCitNet mit Edible City Solutions (ECS, übersetzt „Lösungen der Essbaren Stadt“) an, um eine lebenswertere Stadt zu gestalten.

Übergeordnetes Ziel des Projekts ist die Bildung eines partizipativen Netzwerkes von Städten, die sich mit ECS beschäftigen. Dabei sollen in sogenannten „Front Runner Cities“ verschiedene Strategien und Lösungen wie z.B. Nachbarschaftsgärten, Dach- und Fassadenbegrünung oder Kochkurse in sogenannten „Living Labs“ ausprobiert und deren Ergebnisse den „Follower-Cities“ für die Erstellung spezifischer "Masterpläne Essbare Stadt" zur Verfügung gestellt werden.

Berlin nimmt neben elf anderen Städten und weiteren Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft von vier Kontinenten an dem Forschungsprojekt aus dem 8. EU-Forschungsprogramm „Horizont 2020“ mit einer Laufzeit von fünf Jahren von 2018 bis 2023 teil. Das Gesamtprojekt wird vom Integrative Research Institute on Transformations of Human-Environment Systems (IRI THESys) der Humboldt Universität zu Berlin unter der Leitung von Dr. Ina Säumel koordiniert.

Weitere Informationen über das Projekt finden Sie auf der Projekthomepage.

Die Projektbegleitung in Berlin übernimmt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Referat Integrierte Quartiersentwicklung.
Neue Mitwirkende und Interessierte sind jederzeit herzlich willkommen an dem Projekt teilzunehmen.

Ansprechpartnerin: tina.hilbert@sensw.berlin.de

EdiCitNet in Berlin

Berlin übernimmt in dem Forschungsprojekt sowohl die Rolle einer „Front Runner City“ als auch einer „Follower City“. In Berlin fokussiert sich EdiCitNet sowohl inhaltlich als auch räumlich auf sozial benachteiligte Quartiere und ist eng verbunden mit dem Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“.

Berlin als Front Runner City – Living Lab und geplante ECS

Als Living Lab dienen der Gutsgarten Hellersdorf und der Gemeinschaftsgarten auf dem Neuen St. Jacobi Friedhof in Neukölln. Beide Standorte werden durch Nomadisch Grün gGmbH (Prinzessinnengärten) betreut. Für diese Standorte entwickelten lokale City Teams verschiedene Edible City Solutions (ECS) und begleiten ihre Umsetzung. Auf dem Gebiet um das ehemalige Ritter- und Stadtgut Hellersdorf entsteht eine neue Siedlung mit rund 1.500 Wohnungen. Der bereits seit einigen Jahren bestehende Gemeinschaftsgarten zog Ende 2020 an seinen neuen festen Standort und soll sich dort zu einem Treffpunkt für die vorhandene Nachbarschaft als auch für die neuen Mietenden aus dem künftigen Neubauquartier entwickeln. Darüber hinaus sollen essbare Pflanzen den Freiraum des neu entstehenden Quartiers als Gestaltungselement prägen (Gestaltungskonzept des „Edible Landscaping“), die mit und für die Mietenden gemeinschaftlich gepflanzt und gepflegt werden. Die Gartenstadt des 20. Jahrhunderts wird damit für eine neue Großsiedlung des 21. Jahrhunderts als Urban Gardening weiterentwickelt.

Am Standort Neukölln öffnet sich der Gemeinschaftsgarten auf dem Friedhof mit kulturellen und kulinarischen Aktionstagen für die Nachbarschaft sowie benachbarte Institutionen. Mit Veranstaltungen soll zudem über die auf dem Friedhof sichtbar werdenden Veränderungen der Bestattungskultur informiert sowie eine Gartentrauergruppe etabliert werden. Darüber hinaus sollen die Inhalte des auf der Fläche geplanten Umweltzentrums mit einem Testlabor „Neue Stadt Natur“ entwickelt werden. Hier wird ein thematischer Fokus auf Biodiversität, Quartiersentwicklung und Trauerkultur gelegt. In Kooperation zwischen den beiden Standorten in Hellersdorf und Neukölln soll außerdem ein Kräuterprodukt entwickelt werden, welches dort angebaut, geerntet, ggf. verarbeitet sowie vermarktet wird.

Berlin als Follower City - Der Masterplanprozess

Der Masterplan soll eine Strategie darstellen, wie Edible City Solutions (ECS) erfolgreich implementiert und verbreitet werden können. Dabei wird ein Schwerpunkt auf die soziale Dimension gelegt. Leitfrage in Berlin ist, wie mit Lösungen der Essbaren Stadt sozial benachteiligte Quartiere gestärkt werden können.
Der Prozess wird mit der sogenannten Transition Pathways Methodology (TPM) strukturiert. Mit Hilfe von Systemdenken und Szenariotechniken wird der Übergang von der aktuellen Situation in eine gewünschte Zukunft entwickelt und definiert. Sie umfasst drei Module, die von einem
  1. Verständnis der Ist-Situation einschließlich der verschiedenen aktiven Akteure und gegenwärtigen Probleme (System Development) hin zu
  2. möglichen Zukunftsszenarien führen, in denen aufgezeigt wird, wie die Stadt sich unter verschiedenen Bedingungen entwickeln könnte (Scenario Development), um schließlich
  3. Aktionspläne mit konkreten Maßnahmen zu entwerfen (Transfer Development).
Das Experten- und Begleitgremium „City Team“ arbeitet seit Frühling 2020 am Masterplan und hat das Szenario Development beendet: Zunächst wurde eine Soziale Herausforderung als grundlegende Problemstellung gemeinsam definiert. Dann folgte die Auswahl von 20 bereits bestehenden ECS in Berlin, die als Referenzbeispiele in Projektprofilen dargestellt werden. Anschließend wurde durch Handlungsfelder, Systemelemente und Verbindungen der Status Quo dargestellt.

In 2021 wurden darüber hinaus insgesamt drei Workshops mit den Vor-Ort-Teams aus den Berliner Quartiersmanagementgebieten durchgeführt. Wissen zur Planung, Umsetzung sowie Kooperationsstruktur von ECS wurde vermittelt sowie ein Austausch über vorhandene Projekte angeregt.
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