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Stadtentwicklungspläne

Stadtentwicklungsplan (StEP) Wohnen 2030

(Entwurf)   

Plan: Räumliche Schwerpunkte (Entwurf); Quelle: SenStadtWohn

Berlin wächst rasant. Wohnen ist seit Jahren ein zentrales Thema in der Stadt. 2010 und 2011 hatten sich nach langen Jahren der Stagnation Anzeichen für ein neues Bevölkerungswachstum in Berlin gezeigt. 2012 begann deshalb die Arbeit am "Stadtentwicklungsplan Wohnen 2025" (kurz: "StEP Wohnen 2025"). Am 8. Juli 2014 hat ihn der Senat beschlossen. Seitdem hat sich das Wachstum weiter beschleunigt und auf sehr hohem Niveau verstetigt.

Seit 2011 wächst die Stadt jährlich um ca. 40.000 Menschen. Das heißt: Jedes Jahr kommt eine Mittelstadt hinzu. Allein in den fünf Jahren von 2011 bis 2016 ist Berlin so um rund 245.000 Menschen gewachsen. Das entspricht der kompletten Bevölkerung einer Großstadt wie Kiel. Auch wenn nach der aktuellen Bevölkerungsprognose von einem langsam schwächer werdenden Zuwachs auszugehen ist, wird Berlin im Jahr 2030 voraussichtlich 430.000 Einwohner mehr haben als noch im Jahr 2010.

Während der vorangegangenen langen Stagnationsphase fand Wohnungsbau nur auf sehr geringem Niveau statt. Der Wohnungsmarkt war deshalb nicht annähernd in der Lage, auf die stürmische Bevölkerungsentwicklung zu reagieren, die 2011 einsetzte. Zunächst konnte der Zuwachs noch durch den relativ hohen Wohnungsleerstand aufgefangen werden. Bis 2016 hat sich aber ein Nachholbedarf von rund 80.000 Wohnungen aufgebaut. Die Folgen zeigen sich überall. Wohnungen sind zu einem knappen Gut geworden; Immobilienpreise und Mieten steigen rapide. Derweil verfügt knapp ein Drittel aller Haushalte über weniger als 1.300 Euro im Monat – trotz gestiegener Durchschnittseinkommen. Die Bruttokalt-Mietbelastungsquote beträgt im Durchschnitt fast 30 Prozent.

Die reale Entwicklung hatte damit die Wachstumsannahmen des "StEP Wohnen 2025" deutlich übertroffen (und das, obwohl diese von einigen als zu optimistisch kritisiert worden waren). Das machte es unabdingbar, den StEP Wohnen an die neue Bevölkerungsdynamik anzupassen.

Welche Aufgabe hat der Stadtentwicklungsplan?


Aufgabe des Stadtentwicklungsplans Wohnen ist es festzustellen, wie hoch der Bedarf an Wohnungen ist, wie viel Neubau notwendig ist, um diesen Bedarf zu decken, und wo geeignete Potenziale dafür liegen. Ziel ist eine bedarfsgerechte und ausreichende Flächenvorsorge für den Wohnungsneubau im gesamten Stadtgebiet bis 2030. Dabei benennt der StEP Wohnen 2030 Schwerpunkträume in der Stadt. In ihnen soll sich die Entwicklung vorrangig vollziehen, weil hier die Voraussetzungen günstig sind und stadtentwicklungspolitische Kriterien besonders zum Tragen kommen. Zudem stuft der Plan zeitlich ein, wann mit der Realisierung auf den Flächen zu rechnen ist, und benennt geeignete Instrumente und Maßnahmen, um den notwendigen Wohnungsbau entsprechend der stadtentwicklungspolitischen Ziele umzusetzen.

Der StEP Wohnen ist Impulsgeber und liefert zugleich eine möglichst genaue Zustandsbeschreibung einer stetigen Entwicklung. Er wird – je nach Dynamik der Entwicklung – überprüft und angepasst.

Den Erarbeitungsprozess des StEP Wohnen 2030 hat ein Begleitkreis von rund 30 Personen aus Wohnungswirtschaft, Wissenschaft, Politik, Verwaltung, Bezirken und stadtgesellschaftlichen Initiativen unterstützt. Der Begleitkreis hat gemeinsam mit der Senatsverwaltung die Leitlinien erarbeitet und das weitere Verfahren kritisch und konstruktiv begleitet.