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    Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb
"Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung, Berlin Mitte"

Ergebnis: 5. Preis


5. Preis:
15.500,- Euro
  EM2N Architekten Daniel Niggli Mathias Müller ETH SIA BSA, AG, Zürich (CH)

Verfasser: Daniel Niggli, Mathias Müller, Fabian Hörmann
Mitarbeit: Mathias Kampmann, Leonard Wertgen, Aljosa Kotnjek, Baptiste Blot, Caroline Vogel

Sonderfachleute / Berater: Tragwerksplanung: Pichler Ingenieure GmbH, Berlin, Andreas Schulz

Gebäudetechnik/Energie: Plan B - Beratende

Ingenieure GmbH, Berlin, Bernd Behrendt



Beurteilung durch das Preisgericht:

Die orthogonale Setzung des heutigen Museums in der klassischen Gartenanlage entlang des Landwehrkanals wird klar und nuanciert fortgesetzt. Durch die vorgeschlagene Anordnung von zwei behutsam vorgelagerten Bauten an einem breiten Vorplatz mit dazu passenden horizontal auskragenden Flachdächern entsteht ein angenehmes städtebauliches Gefüge. Das dritte, dahinter gelagerte Volumen fügt sich fast harmlos in das neu entstandene Ensemble und schließt die Kette in der zweiten Reihe. Auf diese Art und Weise entsteht ein von Alt und Neu umschlossener Hof, der eine willkommene Atmosphäre und zugleich eine funktionale Verbindung der Volumen schafft. Hierdurch wird eine zukünftige Auswechslung heute gedachter Funktionen möglich.

Die architektonisch geometrische Anordnung ist gelungen, wobei die besondere Ausprägung zur Kreuzung Klingenhöferstraße, Herkulesbrücke bzw. Landwehrkanal sehr angenehm wirkt und ein einladendes Zeichen für den Passanten und Besucher setzt.

Die an dieser Stelle entfallene direkte Sicht auf das zurück versetzte Erbe von Gropius wird durch die Neuanordnung des Zugangs geschickt neu inszeniert. Der Blick unter das höhere Flachdach erzeugt eine Transparenz, der existierende Weg über die Rampe wird auf organische Art einbezogen und die zugefügten öffentlichen Eingangsbereiche links und rechts auf einfache Weise integriert.

Unter dem niedrigeren Flachdach öffnet sich ein klassisches Pavillonkaffee atmosphärisch wohltuend rundherum offen zur Umgebung, insbesondere die große Außenterrasse im Süden lässt einen weiten Blick zum Landwehrkanal und zur Stadtlandschaft zu.

Der interne Hof, an dem sich die umliegenden Bausteine orientieren, wird zur neuen Mitte, wobei keineswegs von Enge die Rede ist. Die vorhandene feingegliederte Silhouette und Höhen des Bestandsgebäudes von Walter Gropius werden mit Respekt weitergeführt.

Die Anordnung der Ausstellungsflächen und Anbindung einer zentral gelegenen festlichen runden Treppe ist sehr einfach zu verstehen und die verschiedenen Ziele sind leicht auffindbar. Auch die Funktionalität des neu eingefügten Zwischentraktes ist einwandfrei.

Das Ensemble leistet auf natürliche Art und Weise viel notwendige Funktionalität und gewährleistet damit die weitere Existenz der zwei Häuser. Die gestalterische Anknüpfung an die rationale architektonische Moderne im Gegenüber zu Gropius konnte nicht überzeugen. Die verstellte Sicht von der Klingelhöferstraße und die Platzierung des Cafés im Süden der Brückenrampe werden von der Jury kritisch und kontrovers beurteilt.

Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow
Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Lageplan
Lageplan

Außenperspektive
Außenperspektive

Innenperspektive
Innenperspektive

Grundriss EG
Grundriss EG

Grundriss UG
Grundriss UG

Schnitt B-B
Schnitt B-B