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    Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb
"Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung, Berlin Mitte"

Ergebnis: 3. Preis


3. Preis:
28.500,- Euro
  ARGE sinning architekten, Darmstadt & stinner architekten GmbH, Stockach/Baden

Verfasser: Norbert Sinning, Franz Stinner
Mitarbeit: Masoomeh Mostaan, Karin Tzschoppe, Nazanin Mehregan, Johannes Heynold, Matthias Meyer

Sonderfachleute / Berater: TGA: HL PP International GmbH, München, Dipl.-Ing. Klaus Peter

Lichtplanung: Bartenbach



Beurteilung durch das Preisgericht:

Diese Arbeit überzeugt auf den zweiten Blick, denn sie verzichtet auf die eine große Geste und bietet stattdessen eine Komposition von drei herausragenden Körpern, die in einem selbstverständlichen Verhältnis zueinander und zur Kubatur des Bauhaus Archivs stehen, so dass ein neues Ganzes entsteht, bei dem der Neubau in seinem eigenen architektonischen Ausdruck durchaus gleichwertig neben dem Bauhaus bestehen kann.

Die Setzungen der Körper sind klar und präzise: Ein Hochpunkt sitzt an der Kreuzung als Abschluss des Ensembles und versucht erst gar nicht, zur nördlichen massiven Bebauung eine Beziehung aufzunehmen, sondern er ist eher im Kontext über das Bauhaus hinaus bis zur Villa Von der Heydt zu lesen. Der südliche Pavillon schließt das Ensemble zum Landwehrkanal und bietet so einen räumlich gefassten Vorplatz, an dem richtigerweise der Bauhaus-Shop und der überdachte Zugang zum Museum und zum Bauhaus-Archiv liegt. Man kann ihn nicht verfehlen. Erst hier öffnet sich der Blick auf das historische Ensemble. Bestand und Neubau umspielen einen Innenhof, der geschützt von dem lauten Verkehr den Blick nach Süden zum Landwehrkanal freihält. Richtigerweise liegt hier das Café mit seiner Außenterrasse. Diese Terrasse bietet eine hervorragende Plattform für einen Treffpunkt und zum Verweilen, sie stellt auch den Startpunkt der Brückenrampe zum Bauhaus-Archiv in angemessener Weise zur Schau.

Das ist natürlich nicht mehr das freistehende Bauhaus-Archiv auf der Wiese, sondern es ergibt sich ein gänzlich neues in sich geschlossenes Gefüge um einen Innenhof. Das überzeugt die Jury, auch wenn es kritische Stimmen gibt, die das Bauhaus-Archiv vom Neubau verdeckt sehen.

Die Fassadengestaltung mit den dunklen Keramikelementen unterstreicht die Grundidee der Körperhaftigkeit, man könnte darin auch eine textile Struktur lesen, gleichzeitig hat sie eine plastische Präsenz und ist als Fassadenmotiv ganz eigenständig.

Das Innere des Museums ist klar organisiert, die Ausstellungsflächen liegen im Untergeschoss als ein großes Raumkontinuum auf verschiedene Plateaus, das über Rampen und Treppen miteinander verbunden ist. Es gibt nur einen Weg, kein Raum ist separat zugänglich, ein Rundweg ist nicht vorhanden. Dies wird von der Jury, insbesondere von Museumseite in der räumlichen Indifferenz kritisch gesehen und ist museumstechnisch impraktikabel.

Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow
Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Lageplan
Lageplan

Außenperspektive
Außenperspektive

Innenperspektive
Innenperspektive

Grundriss EG
Grundriss EG

Grundriss UG
Grundriss UG

Schnitt II-II
Schnitt II-II