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01. Diskussionen mit verschiedenen Zielgruppen (Fokusgruppen)



Im Mai 2005 wurden verschiedene Zielgruppen in Gruppendiskussionen (Fokusgruppen) zu ihren Erwartungen und Wünschen an den neuen Park, zu ihren Assoziationen und ‚Bildern’ zum Gleisdreieck befragt. Zudem wurde der Fragebogenentwurf auf seine Verständlichkeit und Vollständigkeit geprüft – sowohl inhaltlich als auch formal. Die Fokusgruppen sind eine geeignete Methode, um insbesondere in der Konzeptionsphase die Bedürfnisse und Erwartungen der Zielgruppe systematisch zu erheben.

Die Teilnehmer/innen an den Fokusgruppen kamen zum Teil aus bestehenden Gruppen und Initiativen in den Bezirken Kreuzberg, Schöneberg und Mitte, zum Teil konnten sie durch ‚Straßenläufer’ zum Mitmachen in den Fokusgruppen animiert werden. Die Fokusgruppen waren im Einzelnen:
  1.  Weibliche Jugendliche (mit Migrationshintergrund)
  2. Frauen (mit Migrationshintergrund)
  3. Frauen (deutsch)
  4. Männer und männliche Jugendliche (mit Migrationshintergrund)
  5. Seniorinnen und Senioren (deutsch)
  6. Bevölkerungsquerschnitt aus den Bezirken Kreuzberg und Mitte (Tiergarten Süd)
  7. Bevölkerungsquerschnitt aus den Bezirken Schöneberg und Mitte (Tiergarten Süd)
Download der gesamten Ergebnisse (130 KB, pdf)

Kurzfassung:
Als Ergebnis gibt es ganz konkrete Vorschläge, präferierte Gestaltungselemente (Bedeutung des Wassers, spezielle Pflanzen, aber auch Grillen) bis hin zum nachdrücklich formulierten Wunsch der Separierung bestimmter Freiraumnutzungen (nackte Sonnenbadende). Bemerkenswert ist zudem der hohe (gesellschafts)politische Stellenwert, den der Bau des Parks für die Männer mit Migrationshintergrund hat. Sie haben Sorge, dass der Bau des Parks Mieterhöhungen zur Folge haben könnte.

Erwartungsgemäß waren auch die ‚klassischen’ Themen im Kontext von Ansprüchen an und Ärgernissen mit Grünflächen, Toiletten, Hunde und Müll, Gegenstand der Fokusgruppendiskussionen. Sie waren und sind den Bürger/innen ein großes Anliegen. Wenig überraschten auch die Themen, die in der Fokusgruppe mit den Senior/innen angesprochen wurden. Eine gute Erreichbarkeit des Parks mit ÖPNV und die gute Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer/innen lagen den Teilnehmenden am Herzen.

Die Diskussionen in den drei unterschiedlichen Frauen-/ Mädchengruppen waren eindeutig durch das Thema Sicherheit geprägt, dabei geht es vor allem um die Erfahrung, dass sie eigene Aktivitätswünsche (Betreuung der Kinder) nicht gegen konkurrierende Nutzer durchsetzen können. Insbesondere wurde von Frauen mit Migrationshintergrund der Wunsch nach einer klar ablesbaren Nutzungszonierung deutlich artikuliert. Ihnen war z.B. die räumliche Separierung der nackten Sonnenbadenden von Spiel-  und Sportflächen für Kinder ein großes Anliegen. Zudem haben diese Frauen auch ihr verstärktes Interesse an der Mitwirkung in „Community-Gärten“ signalisiert.






Info zum Artikel
Von: Moderation (dr)

04.11.2005 | 12:05
Artikel-Nr.: 399
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