Städtebau  

 

Stadterneuerung - Friedrichshain-Kreuzberg - Rundgang Warschauer Straße

Kadiner Straße 17 bis 20, Boxhagener Straße 111, Grünberger Straße 50: Vom Gewerbe zum Wohnen


Bildleiste verschiedener Ansichten Umgebung Kadiner Straße 17 bis 20, Boxhagener Straße 111 und Grünberger Straße 50
Ein typisches Merkmal des Sanierungsgebietes sind gewerbliche Nutzungen in den Blockinnenbereichen, meist angesiedelt in fünfgeschossigen gründerzeitlichen Gebäuden. Zunächst wurden diese Gewerbebauten auch nach der baulichen Sanierung ausschließlich gewerblich vermietet. Erst als sich mit der Jahrtausendwende die Erfolge der Sanierung auch im Stadtbild abzeichneten und gleichzeitig die Kaufpreise für Gewerbebauten mangels Nachfrage nach Räumlichkeiten durch Gewerbetreibende sanken, erwachte das Interesse der Investoren an der Realisierung von Loft-Projekten.

Insgesamt 5 Wohnloftprojekte wurden inzwischen im Sanierungsgebiet realisiert. Eines dieser Objekte, als Erstes im Jahr 2003 fertig gestellt und damit "Trendsetter", befindet sich in der Kadiner Straße 16. Hier wurde zur Verbesserung der städtebaulichen Situation zunächst das Quergebäude abgebrochen und das dahinter liegende Gewerbegebäude umgebaut. In dem für ein Gewerbeobjekt sehr kleinen Gebäude befinden sich heute 4 sehr großzügige Wohneinheiten mit Wohnflächen um 150 m².

Im Folgejahr wurden in der unmittelbaren Nachbarschaft die Loft-Projekte Kadiner Straße 17 und Kadiner Straße 20a ("Wollgarnfabrik") fertig gestellt. In diesen deutlich größeren ehemaligen Gewerbekomplexen wurden insgesamt rund 85 Wohnungen realisiert, bei denen die durchschnittliche Wohnungsgröße bei ungefähr 90 m² liegt. KFZ-Stellplätze werden in Tiefgaragen bereitgestellt, was die Voraussetzung ist für die umfassende Begrünung der Grundstücksfreiflächen und damit die Schaffung eines qualitativ hochwertigen Wohnumfeldes. Als Tiefgarage wurden dabei die ehemaligen Fabrikkeller genutzt, die bei zahlreichen Gewerbeobjekten im Sanierungsgebiet die gesamte Grundstücksfläche, also auch die Hofbereiche, umfassen.

Die Wohnungsgrößen, großzügige Balkonanbauten, die Schaffung von Penthousewohnungen mit begrünten Dachgärten und der bei den Loft-Projekten häufig hohe gestalterische Anspruch machen deutlich, dass sich die Vorhaben vorrangig an Käufer oder Mieter mit gehobenen und individuellen Wohnansprüchen richten. Zielgruppe sind auch Selbständige und Freiberufler, die Wohnen und Arbeiten unter einem Dach miteinander verbinden wollen. Die innerstädtische Lage mit exzellenter Verkehrsanbindung, die Nähe zu aufstrebenden Projekten (zum Beispiel Oberbaum-City, mediaspree, Arena O2-World) und nicht zuletzt die Lage im "Szenebezirk" mit vielfältigem kulturellen und gastronomischen Angebot lassen vermuten, dass sich dieser Trend, gehobene Wohnstandorte in den noch verbliebenen, bisher unsanierten Gewerbeobjekten zu realisieren, fortsetzen wird. Weitere Loft-Gebäude wurden im Jahr 2006 in der Boxhagener Straße 111 und der Grünberger Straße 50 fertig gestellt.
Abbildung 01:
Früher Gewerbe, heute Wohnen: Loftgebäude in der Kadiner und Boxhagener Straße


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