Stadterneuerung - Treptow-Köpenick
Sanierungsgebiet Treptow-Köpenick - Niederschöneweide
Flutstraße 1 vor und
nach der Sanierung (1)
Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin
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Niederschöneweide
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Status: Aufgehobenes Sanierungsgebiet
seit dem 04.12.1994
Das Gebiet
Die Wohnquartiere in Niederschöneweide entstanden überwiegend Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Parallel dazu wurden die das Gebiet bis 1989 dominierenden Industriebetriebe angelegt. Zwar boten diese viele Arbeitsplätze, verursachten aber auch erhebliche Umweltbelastungen.
Daten (Stand: 31.12.2010)
| Fläche |
37,4 ha |
| Grundstücke |
103 |
| Wohnungen |
834 |
| Einwohner |
1.368 |
 |
Sanierungsziele
Die bestehende Wohnnutzung sollte stabilisiert und weiterentwickelt werden. An der Fließstraße sollte ein neues Wohngebiet unter Berücksichtigung der Schaffung neuer Kindertagesstättenplätze entstehen.
Ein weiteres Sanierungsziel war die Neuansiedlung von gewerblicher Nutzung. Im Block 3 (Fläche zwischen Karlshorster Straße, Schnellerstraße, Brückenstraße und Spree) war zunächst die Wiederansiedlung von Industrie geplant. Dieses Ziel ließ sich nicht umsetzen. Wegen der günstigen Lage im Südostraum rückte der Ausbau Niederschöneweides als Stadtteilzentrum inzwischen in den Mittelpunkt der Planung. Durch eine Fortschreibung der Sanierungsziele wurde die geplante industrielle Nutzung aufgegeben. Statt Industrie werden hier zukünftig produktionsorientierte Dienstleistungen, Handel und Handwerk Arbeitsplätze anbieten.
Weitere Sanierungsschwerpunkte waren die Zugänglichkeit des Spreeufers für die Öffentlichkeit, die Verbesserung der kulturellen und sozialen Einrichtungen für das soziale und gesellschaftliche Leben im Ortsteil, das Schaffen neuer Grün- und Freiflächen und der Abbau von Umweltbelastungen.
Ergebnisse der Sanierung
Bis Ende 2010 wurden rund 90 % des Wohnungsbestandes umfassend erneuert. Weitere Wohnungen konnten instand gesetzt oder teilweise erneuert werden. Zwei Neubauvorhaben und Dachgeschossausbauten mit zusammen ca. 79 Wohnungen sind realisiert worden.
Der Hasselwerderpark, der öffentliche Spielplatz in der Hasselwerderstraße 40 und in der Britzer Straße 2 sowie zahlreiche Hinterhöfe wurden neu gestaltet bzw. neu geschaffen. Die Versorgung mit Grün- und Freiflächen konnte damit erheblich verbessert werden.
Die soziale Infrastruktur ist in den letzten Jahren kontinuierlich erneuert worden. Zum Beispiel wurde das Alte Amtshaus an der Michael-Brückner-Straße 1 modernisiert und instandgesetzt. Es dient heute als Bürgerbüro. In der Hasselwerderstraße 38-40 entstand ein Nachbarschaftszentrum mit vielfältigen Angeboten.
In den vergangen Jahren wurden weitere Projekte im Rahmen der Sanierung fertig gestellt.
- Die Grundschule an der Alten Feuerwache erhielt eine Erweiterung von Sport- und Freiflächen sowie eine Instandsetzung der Turnhalle, um den Richtlinien für solche Flächen zu entsprechen. Darüber hinaus wurde die historische Turnhalle zur Mensa umgebaut. Die Maßnahmen wurde 2008 mit der Fassadengestaltung abgeschlossen.
- Im August 2006 eröffnete das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide im ehemaligen Zwangsarbeiterlager an der Köllnischen Straße. Das Dokumentationszentrum ist als Institution weit über den Bezirk hinaus von Bedeutung. In der deutschen Gedenkstättenlandschaft ist es ein wichtiger Baustein. 2010 ist das Dokumentationszentrum um die "Baracke 13" erweitert worden.
- Im Haus Flutstraße 1 wurde im August 2006 ein generationenübergreifendes und integratives Wohn- und Arbeitsprojekt realisiert. Die Instandsetzung und Modernisierung des fast ruinösen Gebäudes wurde von den Bewohnern selbst organisiert.
- Durch Um- und Neubauten von Straßen und Kreuzungen wurde die verkehrliche Infrastruktur im Sanierungsgebiet aufgewertet.
- Die Fertigstellung des Kaisersteges über die Spree bietet eine Verbesserung der Verbindung nach Oberschöneweide.
- Bis 2009 wurde die Kita "Spreeknirpse", Grimaustraße 35, 37 durch eine energetische Erneuerung und Qualifizierung der Freifläche modernisiert.
Fortzuführende Maßnahmen
Zur Stärkung des Stadtteilzentrums soll im Block 3 großflächiger Einzelhandel angesiedelt werden. Das Aufstellen von zwei Bebauungsplänen wurde am 19.10.2010 vom Bezirksamt Treptow-Köpenick beschlossen. Dabei wird ein Grünzug an der Spree entstehen. Teile des unter Denkmalschutz stehenden Ensembles der ehemaligen Brauerei sollen erhalten werden. Für einen Teil von Block 3 wurde Ende 2009 mit einem Investor ein städtebaulicher Vertrag über die Ansiedlung eines großen Möbelhauses geschlossen. Hierfür wird ein Vorhabenbezogener Bebauungsplan erstellt.
Seit 2010 wird an der Umnutzung der Alten Feuerwache zu einer Mittelpunktbibliothek gearbeitet. Durch eine denkmalgerechte Instandsetzung, verbunden mit einem modernen Anbau soll dieses städtebauliche Wahrzeichen einer öffentlichen kulturellen Nutzung bereit gestellt werden.
Vorgesehen ist die Schaffung von bis zu 500 Wohnungen auf der Fläche der ehemaligen Berliner Metallhütten- und Halbwerkzeuge, Block 6 (Fläche zwischen Spree-, Fließ- und Hasselwerderstraße). Dieses Vorhaben soll einen zentralen Beitrag zur Stadtreparatur des Ortskerns leisten. Wichtige Ziele dabei sind auch die Sicherung des Hasselwerderparks und die Herstellung des Uferwanderweges.
Rechtsverordnungen
- Förmliche Festlegung als Sanierungsgebiet
- Aufhebung des Sanierungsgebietes: geplant 2012
Kaisersteg (1)
Alte Feuerwache (1)
Ensemble aus sanierter Grundschule mit Mensa und Alter Feuerwache (1)
Sanierte Fassade der Grundschule an der Alten Feuerwache (1)
Neu gestalteter Pausenhof (1)
Grundschule an der Alten Feuerwache vor der Erweiterung der Sport- und Freiflächen (1)
Erweiterung Sportflächen der Grundschule an der Alten Feuerwache (1)
Saniertes Gebäude für soziale Angebote Hasselwerderstraße 40
Sanierte Schnellerstraße
Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit (1)
Große Brachfläche im Block 6
Fotos:
(1) Planergemeinschaft Dubach/Kohlbrenner
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