Städtebau  

 

Stadterneuerung - Pankow - Aufgehobene Gebiete

Aufgehobenes Sanierungsgebiet Pankow - Kollwitzplatz


Kulturbrauerei; Foto: falcon crest
Kulturbrauerei; Foto: falcon crest

Informationen

Berlin Pankow

Bezirk Pankow von Berlin

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Kollwitzplatz
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Status: Aufgehobenes Sanierungsgebiet
seit dem 28.01.2009


 

Das Gebiet

Der Ortsteil Prenzlauer Berg erhielt seinen Namen 1920, als die außerhalb der Stadtgrenzen liegenden Gebiete nördlich des Schönhauser Tors eingemeindet wurden. Vor 150 Jahren noch fast unbebaut, gehörte das Gebiet bereits um 1900 zu den am dichtesten besiedelten Gebieten vor den Toren Berlins.

Die bauliche Struktur ist größtenteils noch unversehrt erhalten: Gründerzeitlichen Blockrandbebauung mit annähernd gleichen Traufhöhen, Seitenflügeln und Quergebäuden sowie in den Block integrierte Infrastruktureinrichtungen. Identitätsstiftend und namensgebend für das Gebiet ist der zentral gelegene Kollwitzplatz. Die besonderen Merkmale des Quartiers sind der jüdische Friedhof, die ehemaligen großen Brauereistandorte (KulturBrauerei, Bötzowbrauerei und Königstadtbrauerei) und der Wasserturmplatz mit seinen historischen Bauwerken, wie den unterirdischen Wasserreservoiren, dem Steigerohrturm und dem bewohnten Wasserturm.
 
Daten (Stand: 31.12.2008)
Fläche 60,6 ha
Grundstücke 476
Wohnungen ca. 7.100
Einwohner ca. 11.500
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Sanierungsziele

Das Gebiet Kollwitzplatz sollte als innerstädtisches Wohnquartier weiter gestärkt werden. Dazu dienten neben der Sanierung und Modernisierung der Wohn- und Gewerbegebäude auch die Verbesserung der sozialen und kulturellen Einrichtungen, die Qualifizierung von Spiel- und Grünflächen sowie die Durchführung von Verkehrsberuhigungsmaßnahmen im Straßenraum.
Das Sanierungsverfahren für das Gebiet Kollwitzplatz wurde am 27.01.2009 beendet.

Ergebnisse der Sanierung

In 15 Jahren Stadterneuerung konnten rund 70  Prozent des Altbaubestandes modernisiert und instandgesetzt werden. Die Finanzierung der Erneuerungsmaßnahmen erfolgte zu etwa 25 Prozent im Programm Soziale Stadterneuerung, weitere 25 Prozent wurden im Programm Stadtweite Maßnahmen als Teilmaßnahmen durchgeführt.
Etwa 50 Prozent der Erneuerungsmaßnahmen im Wohnungsbestand wurden privat finanziert.

Wohnungsneubau entstand in den meist kriegsbedingten Lücken der gründerzeitlichen Baustruktur und durch den Ausbau von Dachgeschossen im Altbaubestand. Insgesamt wurden im Sanierungsgebiet rund 1.000 Wohnungen neu errichtet, ca. 40 Prozent als Dachgeschoßausbau und ca. 60 Prozent als Lückenschließung, darunter auch zwei Seniorenwohnhäuser mit öffentlich geförderten Wohnungen und baugemeinschaftliche Wohnformen.

Die Schaffung von selbst genutztem Wohneigentum durch gemeinsame Planung und nach individuellen Vorstellungen der Eigentümer ist vorrangiges Ziel der Baugruppen, die sich häufig aus Familien mit Kindern zusammensetzen.

Nachdem in den ersten Jahren die Sanierung der Wohnbausubstanz zur Verbesserung der Wohnverhältnisse im Vordergrund stand, kam die Erneuerung der sozialen Infrastruktur erst mit Umstellung der allgemeinen Förderpraxis in Schwung. Seit 2001 wurde öffentliches Geld vorrangig zur Verbesserung der öffentlichen Einrichtungen und des öffentlichen Raumes eingesetzt.

So konnte das Angebot an Jugendfreizeiteinrichtungen entscheidend verbessert werden, beispielsweise durch den Neubau des Spielhauses auf dem abenteuerlichen Bauspielplatz in der Kollwitzstraße 35, den Umbau der ehemaligen Schwankhalle auf dem Gelände der Königstadtbrauerei zum Jugendhaus Königstadt, Saarbrücker Straße 23, und den Umbau des ehemaligen Lehrerwohnhauses, Danziger Straße 50, zu einem KinderKunstVeranstaltungshaus durch den Kulturverein Prenzlauer Berg.

Die Ausstattung des Wohngebietes mit sozialen Einrichtungen ist gerade für Familien mit Kindern eine wesentliche Voraussetzung für deren Verbleib im Gebiet oder für ihre Entscheidung, hierher zu ziehen.

Die historischen, denkmalgeschützten Stadtplätze, wie der Wasserturmplatz, der Senefelderplatz und der Kollwitzplatz sind unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer und heutiger Nutzungsanforderungen wie Spielen, Freizeit und Erholung erneuert worden. Mit dem Neubau von sieben Grün- und Spielplätzen (Rykestraße 33, Rykestraße 20, Rykestraße 21, Metzerstraße 29, Kollwitzstraße 4, Kollwitzstraße 67, Straßburger Straße 14) konnten die Defizite in der Freiraumversorgung des Gebiets spürbar reduziert werden.
Durch die Teilerneuerung der Tiefbehälter auf dem Wasserturmplatz entstand ein besonderer Ort für die Kulturszene in Prenzlauer Berg. Mit einem temporär beschränkten Veranstaltungsprogramm im Sommer entwickelten sich die ehemaligen Wasserspeicher zu einem international anerkannten Ort für zeitgenössische Musik, Theater und Ausstellungen.

Auszeichnungen: Deutscher und Europäischer Städtebaupreis
2003/2004 erhielten das Land Berlin, der Bezirk Pankow und die S.T.E.R.N. GmbH eine Auszeichnung für das umfassende Erneuerungsverfahren mit Planungsbeteiligung durch die Nutzer. Mehr als 50 Spiel- und Grünflächen sowie Kinder- und Jugendeinrichtungen wurden in den fünf Sanierungsgebieten in Prenzlauer Berg geschaffen. Die Verleihung des Deutschen und des Europäischen Städtebaupreises erfolgte unter dem Motto "Auch den Kindern gehört die Stadt - Kinderfreundliche Stadterneuerung in einem dicht bebauten Gründerzeitviertel von Berlin".

Die Gewerbeflächen konzentrieren sich auf den großen Arealen der ehemaligen vier Brauereistandorte sowie der alten Backfabrik, Saarbrücker Straße 36-38, und des ehemaligen Kaufhaus Jonas, Torstraße 1.
Nach der umfassenden, denkmalgerechten Erneuerung beherbergt die KulturBrauerei in der Knaackstraße/Sredzkistraße gastronomische Einrichtungen, ein Multiplex-Kino, Einzelhandels- und Büroflächen sowie die gemeinnützige Kulturbrauerei gGmbH mit sozialen und kulturellen Projekten.
Im ehemaligen Back-Kombinat an der Saarbrücker Straße 36-38 ist die BACKFABRIK entstanden, ein Multimedia-Zentrum mit Designerläden, Büroflächen, Kongresseinrichtungen und Gastronomiebetrieben.
Die Erneuerung des genossenschaftlichen Gewerbehofes Königstadt, Saarbrücker Straße 22, 24, ist noch im Prozess, zum weit überwiegenden Teil aber bereits abgeschlossen.

Bürgerbeteiligung

Der Sanierungsprozess wurde begleitet durch die kontinuierliche Beteiligung der gewählten Betroffenenvertretung sowie durch die Partizipation unterschiedlicher Bewohnergruppen an der Planung und Realisierung unter anderem von Spielplätzen, Jugendeinrichtungen und bei Verkehrsfragen.

Gewerbehof und Jugendhaus Königstadt, Foto: Klinkenberg Architekten
Gewerbehof und Jugendhaus Königstadt
Foto: Klinkenberg Architekten



Rechtsverordnungen

Straßenleben am Kollwitzplatz, Foto: S.T.E.R.N. GmbH
Straßenleben am Kollwitzplatz (1)

Neubau Turnhalle Knaackstraße 63, Foto: Philipp Schumann
Neubau Turnhalle Knaackstraße 63 (2)

Kulturbrauerei, Foto: Philipp Schumann
Kulturbrauerei (3)

Wasserturm, Foto: S.T.E.R.N. GmbH
Wasserturm (4)

Spielplatz am Wasserturm, Foto: S.T.E.R.N. GmbH
Spielplatz am Wasserturm (5)

Kollwitzplatz; Foto: S.T.E.R.N. GmbH
Kollwitzplatz (6)


Fotos:
(1,4,5,6) S.T.E.R.N. GmbH
(2,3) Philipp Schumann


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