Die Neuköllner Karl-Marx-Straße gehört zu den wichtigsten Bezirkszentren der Innenstadt. Derzeit befindet sich die Geschäftsstraße in einer schwierigen Situation - die Funktions- und Niveauverluste sind unübersehbar, die wirtschaftliche Entwicklungsfähigkeit ist erheblich beeinträchtigt.
Deshalb hat der Senat von Berlin am 22.05.2007 den Beginn vorbereitender Untersuchungen gemäß § 141 Baugesetzbuch für das Gebiet "Neukölln Karl-Marx-Straße" beschlossen (Senatsbeschluss Nr. S-397 / 2007, veröffentlicht am 29.06.07 im Amtsblatt für Berlin, Jg. 57, Nr. 28). Diese dienen der Gewinnung einer Beurteilungsgrundlage darüber, ob, mit welcher räumlichen Abgrenzung sowie mit welcher Instrumentierung das Gebiet als Sanierungsgebiet festgelegt werden soll.
Mit der Durchführung der vorbereitenden Untersuchungen wurde das Berliner
Büro Jahn, Mack & Partner in Arbeitsgemeinschaft mit der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) und Borchert GeoInfo beauftragt. Die Gesamtsteuerung der vorbereitenden Untersuchungen hat das
Büro BSG Brandenburgische Stadterneuerungsgesellschaft mbH übernommen. Dazu gehören hauptsächlich die Moderation der Betroffenenbeteiligung sowie die Öffentlichkeitsarbeit.
Ziel ist es, das Bezirkszentrum zu stabilisieren und vorrangig weiter zu entwickeln. Dabei sollen die Struktur von Handel und Dienstleistungen gestärkt, die Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raums verbessert und die urbane Vielfalt genutzt und weiterentwickelt werden.
Lösungen sollen von öffentlicher Hand, lokalen Akteuren und der Wirtschaft gemeinsam erarbeitet und durchgeführt werden. Deshalb ist neben den baulichen Maßnahmen der Aufbau einer stabilen Organisationsstruktur für den gemeinschaftlichen Kooperationsansatz zwischen öffentlicher Hand, lokalen Akteuren und Wirtschaft erforderlich. Diesem Ziel dient die Gründung der "Aktion! Karl-Marx-Straße" als ein Zusammenschluss aller Akteure, um die Entwicklung des Zentrums von Neukölln aktiv zu gestalten.
Das Gebiet
Die Karl-Marx-Straße gehört mit einem Einzugsbereich von ca. 300.000 Menschen zu den wichtigsten Bezirkszentren der Innenstadt. Sie zeichnet sich durch eine hervorragende Erreichbarkeit durch öffentliche Verkehrsmittel, durch ihre Einbindung in die gründerzeitlichen Altbauquartiere des Neuköllner Nordens sowie durch ihre städtischen Attraktionsräume wie den Hermannplatz, das Rathaus, die Neukölln Arcaden, den Saalbau Neukölln und die Neuköllner Oper aus.
Die Geschäftsstraße befindet sich jedoch in einer schwierigen Lage. Die derzeitige Situation ist geprägt von Leerständen in zentralen Immobilien und einem Niveauverlust der kleinen Läden mit der Folge des Qualitäts- und Bedeutungsverlustes des traditionsreichen, innerstädtischen Zentrums, das in starker Konkurrenz zu anderen Zentren und Einzelstandorten im Umfeld steht.
Das Untersuchungsgebiet erstreckt sich in entlang der Karl-Marx-Straße vom Hermannplatz bis zum S-Bahnhof Neukölln. In Ost-West-Richtung umfasst das Gebiet die an die Karl-Marx-Straße angrenzenden Baublöcke sowie das Gelände der ehemaligen Kindl-Brauerei und den Kindl-Boulevard.
Daten
| Fläche |
73 ha |
| Grundstücke |
ca. 470 |
| Wohnungen |
ca. 9.500 |
| Einwohner |
ca. 12.600 |
 |
Verlauf der vorbereitenden Untersuchungen
Am 13. November 2007 fand die Auftaktveranstaltung zu den vorbereitenden Untersuchungen "Neukölln - Karl-Marx-Straße" statt. Die außergewöhnlich hohe Resonanz zeugte von dem breiten Interesse an der zukünftigen Entwicklung der Karl-Marx-Straße. Im Ergebnis wurde grundsätzlich die Richtigkeit und Wichtigkeit der bereits in der Gesprächsrunde "Strategien für die Karl-Marx-Straße" gesetzten vier Strategiefelder "Aufenthaltsqualität", "Handelsstruktur", "Zusammenarbeit mit Immobilieneigentümern" und "urbane Vielfalt/Kultur" bestätigt. Insgesamt bestand Einigkeit darüber, dass die Multi-Ethnizität der Karl-Marx-Straße als Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung und erfolgreiche Zukunft verstanden wird, die übergreifend bei allen Planungen besonders zu berücksichtigen ist.
Auf das starke Interesse an der Entwicklung der Karl-Marx-Straße wurde im weiteren Verlauf der vorbereitenden Untersuchungen aufgebaut. So fanden am 6., 7. und 12. Februar 2008 unter intensiver Beteiligung weitere Informations- und Diskussionsveranstaltungen zu den Themen "Urbane Vielfalt", "Eigentümer" und "Händler" statt.
Die vorbereitenden Untersuchungen stehen kurz vor dem Abschluss (Stand: Oktober 2008). Termine werden rechtzeitig in der lokalen Presse und auf diesen Seiten bekannt gegeben. Wenn Sie Interesse haben, am weiteren Prozess mitzuwirken, so können Sie sich an das Büro BSG Brandenburgische Stadterneuerungsgesellschaft mbH (E-Mail:
kms@bsgmbh.com) wenden. Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung.
Die [Aktion! Karl-Marx-Straße]
Aufgrund der Ergebnisse der bisherigen Planungen zur Stärkung der Karl-Marx-Straße lud Baustadtrat Thomas Blesing am 13. Mai 2008 zur ersten Veranstaltung zur Gründung der Initiative "Aktion! Karl-Marx-Straße" ein, in der Eigentümer, Händler und Gewerbetreibende, Anwohner, Initiativen und Vereine, Künstler und Kulturschaffende, Politik und Verwaltung gemeinsam die Zukunft gestalten wollen. Vielfältige Maßnahmen zur Revitalisierung des Berliner Geschäfts-, Verwaltungs- und Kulturzentrums sind vorgesehen, erste Leuchtturmprojekte werden bereits umgesetzt. Anregungen zur Gründung der "Aktion! Karl-Marx-Straße" sind sehr willkommen. Wollen Sie sich als Person oder Institution für die "Aktion! Karl-Marx-Straße" engagieren, können Sie sich an das Büro der BSG wenden:
BSG Brandenburgische Stadterneuerungsgesellschaft mbH
Gesamtsteuerung Untersuchungsgebiet Karl-Marx-Straße
Glasower Straße 67
12051 Berlin
Tel.: 030 685987-71/2
Fax: 030 685987-73
E-Mail:
kms@bsgmbh.com
Weitere Informationen
auf der Internetseite der [Aktion! Karl-Marx-Straße]: