Das Gebiet
Der ehemalige Stadtbezirk Prenzlauer Berg erhielt seinen Namen 1920, als die außerhalb der Stadtgrenzen liegenden Gebiete nördlich des Schönhauser Tors eingemeindet wurden. Das Bötzowviertel mit seinen repräsentativen Jugendstil-Häusern entstand, mit Ausnahme der Bebauung an den Ausfallstraßen Greifswalder Straße und Am Friedrichshain, erst nach 1900. Die bauliche Struktur ist noch unversehrt erhalten: Gründerzeitliche Blockrandbebauung mit annähernd gleichen Traufhöhen, Seitenflügeln und Quergebäuden sowie in den Block integrierte Infrastruktureinrichtungen. Charakteristisch für das Gebiet sind der Arnswalder Platz und die ehemaligen Brauereiareale im Süden: Der ehemalige Vergnügungspark Schweizer Garten mit der Brauerei Schneider und die ehemalige Aktienbrauerei Friedrichshain mit dem Saalbau.
Daten (Stand: 31.12.2007)
| Fläche |
29 ha |
| Grundstücke |
191 |
| Wohnungen |
3.515 |
| Einwohner |
6.211 |
 |
Sanierungsziele
Mit der Fortsetzung der Sanierung von Wohn- und Gewerbegebäuden, sozialen und kulturellen Infrastruktureinrichtungen, Spiel- und Grünflächen sowie Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung soll das Sanierungsgebiet Bötzowstraße als innerstädtisches Wohnquartier weiterentwickelt werden. Nachdem in den ersten Jahren der Schwerpunkt auf der Erneuerung der Wohngebäude lag, steht nun die Soziale Infrastruktur, insbesondere die Erneuerung von Schulen sowie die Verbesserung der Verkehrssicherheit für Fußgänger und Fahrradfahrer im Vordergrund.
Ergebnisse der Sanierung
66 % des gründerzeitlichen Wohnungsbestandes wurden seit der Festlegung
modernisiert und instandgesetzt. Ein Großteil des Gebietes ist an das Fernwärme-Netz angeschlossen. Von den 1.160 noch unmodernisierten Wohnungen haben immer noch ca. 800
WE einen mittleren bis hohen Erneuerungsbedarf, besonders an den Hauptverkehrsstraßen sind noch viele Wohnungen unsaniert.
Wohnungsneubau entsteht in den meist kriegsbedingten Lücken der gründerzeitlichen Baustruktur und durch den Ausbau von Dachgeschossen.
Insgesamt sind im Sanierungsgebiet bisher 304 Wohnungen neu entstanden. Ein besonderer Impuls für die Gebietsentwicklung ging von dem Neubauprojekt Prenzlauer Gärten auf dem ca. 20 ha großen Areal des ehemaligen Schweizer Gartens aus. Das Bauvorhaben umfasste die Errichtung von 60 drei- bis viergeschossigen Reihenhäusern, sog. Townhouses, 40 Apartments sowie neun Penthousewohnungen in einem siebengeschossigen Torhaus.
Als Investoren traten zunehmend Baugruppen auf. Dabei handelt es sich meist um junge Familien, die im Rahmen einer gemeinschaftlichen Planung ihre individuellen Wohnwünsche erfüllen wollen. In der Esmarchstraße 3 entstand ein siebengeschossiges Holzhaus, das als "KfW-40-Haus" energiesparend konzipiert ist. Das Wohnungsneubaupotential wurde mit 240 WE für 2008 fortgeschrieben.
In den vergangenen Jahren konnten deutliche Fortschritte bei der
Verbesserung des Wohnumfeldes erzielt werden.
Der hohe Bedarf an
Kita-Plätzen im Sanierungsgebiet kann nur durch zahlreiche Einrichtungen in freier Trägerschaft gedeckt werden. Die Öko-Kita, Am Friedrichshain 18a, wurde nach ökologischen Standards umgebaut.
Bei der Versorgung des Gebietes mit ausreichenden
Kinderspielplätzen wird gern auf den benachbarten Volkspark Friedrichshain zurückgegriffen. Für eine wohnortnahe Versorgung konnten in der letzten Zeit neue Flächen entwickelt werden. Ergänzend zu den bestehenden Spielplätzen in der Pasteurstraße 22/24 und der 2006 fertig gestellten Grünfläche in einer Wohnanlage an der Straße Am Friedrichshain 19-21, wurden die Spielplätze Esmarchstraße 14 / Pasteurstraße 14 und der Käthe-Niederkirchner-Straße 27 Ende 2008 fertiggestellt. Bei der Entwicklung der Gestaltungskonzeptionen wurden Beteiligungsverfahren durchgeführt, die auf breite Zustimmung in der Bevölkerung stießen.
Entscheidende Fortschritte konnten bei der
Umgestaltung des Straßenraumes erzielt werden. Abgeschlossen wurden 2008 der Umbau der Greifswalder Straße und die Erneuerung der Gehrwege in der Hufelandstraße. Mit dem Bau von Gehwegvorstreckungen, Querungshilfen und der Anlage von Radfahrstreifen konnte die Verkehrssicherheit im Gebiet erheblich erhöht werden.
Die gewerbliche Nutzung spielt im Sanierungsgebiet Bötzowviertel eine untergeordnete Rolle.
Das Filmtheater am Friedrichshain wurde 1996 als Programmkino mit 876 Plätzen und fünf Sälen nach einem denkmalgerechtem Umbau wieder eröffnet. Das Verlagsgebäude Am Friedrichshain 22 und der Gewerbehof Greifswalder Straße 33A wurden saniert.
Die vorbildliche Erneuerung des Gewerbehofes Hufelandstraße 22 wurde mit der Verleihung des Bauherrenpreises 1999 durch das Bezirksamt Prenzlauer Berg gewürdigt.
Fortzuführende Maßnahmen
Die steigenden Bevölkerungszahlen, der vermehrte Zuzug von Familien und die damit verbundene erhebliche Zunahme der Kinderzahlen, stellen die Sanierung im Bötzowviertel vor der Aufhebung des Sanierungsstatus vor neue Herausforderungen.
Es gilt vor allem die ausreichende Versorgung des Gebietes mit Einrichtungen der sozialen Infrastruktur sicherzustellen. Entsprechend liegt ein
Schwerpunkt in der Sicherung und Schaffung von (Grund-) Schulkapazitäten. Auch in Zukunft haben die Erneuerungsaktivitäten in der Kurt-Schwitters-Oberschule eine hohe Priorität. Dort geht es vorrangig um die Umsetzung der geplanten Schulhof- und Feiflächengestaltung. Für einen Sporthallenneubau wurde das erforderliche Grundstück erworben.
Die einzige Grundschule im Sanierungsgebiet Bötzowstraße, die
Homer-Grundschule, eine "Staatliche Europaschule für Deutsch und Griechisch", versorgt die seit 2004 steigenden Schulbedarfe. Zur Sicherung des Ziels "Errichtung einer Sporthalle", sind noch die Flächen in der Dietrich-Bonhoeffer-Straße zu erwerben.
Die
Kurt-Schwitters-Oberschule (Gesamtschule) wird seit 2002 sukzessive umfangreich saniert.
Besondere Bedeutung haben in Zukunft auch
verkehrsberuhigende Maßnahmen, insbesondere an der Straße am Friedrichshain. Querungshilfen sollen die Anbindung des Bötzowviertels an den Volkspark Friedrichshain sicherstellen. Mit einer Neuordnung des ruhenden Verkehrs und der Anlage eines Radfahrstreifens werden wichtige Maßnahmen zur Verkehrssicherheit und Verbesserung des Wohnumfeldes erreicht.
Rechtsverordnungen
- Förmliche Festlegung als Sanierungsgebiet
- Aufhebung des Sanierungsgebietes