Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Fördergebiete, Vorhaben und Rundgänge

Teutoburger Platz – Bezirk Pankow


Teutoburger Platz, 2006; Foto: Koordinationsbüro
Teutoburger Platz, 2006; Foto: Koordinationsbüro


Ausgangslage

Das Fördergebiet Teutoburger Platz schließt im Süden an die Torstraße an, die den Verlauf der ehemaligen Stadtmauer markiert. Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts bestand das Gebiet aus größeren Feldfluren.
Der Fluchtlinienplan von Hobrecht mit einem grobmaschigen Straßenraster gliedert das Gebiet in Baublöcke und großzügige Platzanlagen. Er bildete nach 1862 die Grundlage für die systematische Bebauung des Gebiets. Aufgrund der damals günstigen Bodenpreise sowie der guten Wasserqualität siedelten sich in Prenzlauer Berg zahlreiche Brauereien an, darunter als erste auf dem Barnimplateau die Brauerei Pfeffer (1841). Mit den Brauereien entwickelten sich Ausflugs- und Gartenlokale, neben dem Biergarten Pfefferberg vor allem der Berliner Prater (1856).
1895 war die Bebauung des Gebiets überwiegend abgeschlossen. Es entstand ein dicht bebautes, mischgenutztes Quartier, das als geschlossenes Ensemble in Struktur und Erhaltungszustand der originalen Bausubstanz und jeweiligen Innenausstattung beispielhaft ist. Die Entwicklung des typischen Berliner Mietshausgrundrisses ist an der Bebauung der verschiedenen Parzellen noch heute ablesbar: anfangs eingeschossige Stall-, Remisen- und Toilettengebäude im Hofraum, seit Anfang der 1870er Jahre der Bau von mehrgeschossigen Seitenflügeln, Quergebäuden. Die Straßenfronten bilden jeweils vier- bis fünfgeschossige Mietshäuser mit zum Großteil spätklassizistischer Fassadengestaltung.
Die Innenausstattung der Gebäude, wie die Gestaltung der Treppenhäuser oder Haus- und Wohnungseingangstüren, ist überwiegend erhalten, ebenso die Gestaltung des Straßenraums (Pflasterung der Bürgersteige mit Granitplatten und Mosaikpflaster). Das Gebiet Teutoburger Platz wurde am 4. Dezember 2007 nach § 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BauGB als Erhaltungsgebiet zum Schutz der städtebaulichen Eigenart festgesetzt. Bereits 2005, mit dem Aufstellungsbeschluss zur Erhaltungsverordnung, wurde das Gebiet in das Förderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz aufgenommen.

Ziele und Schwerpunkte

Zur Festsetzung des Erhaltungsgebietes Teutoburger Platz wurde 2006 ein Städtebauliches Gutachten zur Ermittlung der Schutzbedürftigkeit der städtebaulichen Eigenart erstellt. Der Schwerpunkt des Fördermitteleinsatzes im Städtebaulichen Denkmalschutz lag bei der Sanierung bauhistorisch wertvoller Gebäude sowie der denkmalgerechten Erneuerung des öffentlichen Raums.
Der demografischen Entwicklung der vergangenen Jahre tragen die Maßnahmen der Städtebauförderung am Teutoburger Platz besondere Rechnung. Entsprechend der lange Zeit anhaltenden Zunahme des Anteils junger Menschen, insbesondere im schulpflichtigen Alter, lag der Schwerpunkt des Einsatzes von Fördermitteln im Ausbau und der Qualifizierung der Einrichtungen von Schulen sowie der Verbesserung des Angebots an Spiel- und Freiflächen und der Erhöhung der Sicherheit im öffentlichen Raum.

Projekte

Durch den inzwischen sehr weit fortgeschrittenen und deutlich wahrnehmbaren Durchführungsstand der Maßnahmen konnte der Sanierungs- und Handlungsbedarf erheblich reduziert werden. Die Erneuerung der Grundschule am Senefelder Platz mit ihren Spiel- und Freiflächen, die Hüllensanierung des Familienzentrums in der Fehrbelliner Straße und die Sanierung der Fassaden des Stadtbads Oderberger Straße sind inzwischen abgeschlossen. Auch die Qualifizierung und Erneuerung der Straßen und Gehwege (Kastanienallee, Lottumstraße, Angermünder Straße, Oderbergerstraße, Zehdenicker- und Christinenstraße) sind abgeschlossen und haben sowohl das historische Erscheinungsbild aufgewertet als auch die Verkehrssicherheit erhöht. Die letzte Maßnahme im Fördergebiet ist die Sanierung des Praters mit seinen Freianlagen in der Kastanienallee 7-9, die in den kommenden Jahren erfolgen wird.

Rechtsgrundlagen

Das Gebiet Teutoburger Platz wurde am 4. Dezember 2007 nach § 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BauGB als Erhaltungsgebiet zum Schutz der städtebaulichen Eigenart festgesetzt.


Ausgewählte Fördervorhaben


Ehemaliges Stadtbad
Oderberger Straße 57-59
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Kastanienallee
Kastanienallee
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Oderberger Straße; Foto: Steinbrecher & Partner
Oderberger Straße
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Links


Karte: Fördergebiet Teutoburger Platz; Quelle: Geoportal Berlin / eigene Darstellung
Fördergebiet
Teutoburger Platz

Das Gebiet mit lockerer Bebauung vor den Toren der Stadt Berlin 1867
Das Gebiet mit lockerer Bebauung vor den Toren der Stadt Berlin 1867
Quelle: Liebenow-Plan, 1867