Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Luisenstadt

Sport-, Bildungs- und Kulturzentrum "NaunynRitze", Naunynstraße 63


Blick von der Naunynstraße: Das Sport-, Bildungs- und Kulturzentrum 'NaunynRitze' vor der Sanierung, 2014; Foto: BSM mbH
Das Sport-, Bildungs- und Kulturzentrum "NaunynRitze" vor der Sanierung, 2014
Foto: BSM mbH
 
Lageplan - Jugendfreizeitzentrum 'Naunynritze'
Lageplan

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Die "NaunynRitze", ein Sport-, Bildungs- und Kulturzentrum, gehört zu einem nach Entwürfen von Adolf Gerstenberg in den Jahren 1863 bis 1864 entstandenen Gebäudekomplex der 20. Gemeindeschule. Seit 1907 wurde das Gebäude mehrfach umgenutzt sowie umgebaut, erst zu einer Säuglingsstation, später dann zu einer Blindenschule. 1952 wurde im Gebäude ein Jugendfreizeitheim untergebracht. Zur "NaunynRitze" zählen neben dem Vorderhaus eine einzeln stehende Turnhalle mit ehemaligem Sanitär- und Umkleidetrakt im Schulhof.

Sowohl das Hauptgebäude als auch die beiden Nebengebäude – die Remise und das eingeschossige heutige Hoftheater – sind deutlich sanierungsbedürftig. Im Hauptgebäude fehlt ein zweiter Rettungsweg, der Zugang ist nicht barrierefrei, die technischen und sanitären Einrichtungen sind veraltet und in schlechtem Zustand. Im Zuge der umfassenden, denkmal­gerechten Sanierung sollen die vorhandenen Mängel beseitigt werden. Es erfolgt eine Anpassung an die modernen Nutzungs­anforde­rungen so z.B. die Verstärkung der Decke des Tanzsaales zur Schwingungs­reduzierung. Ebenfalls werden der Brandschutz und die Barrierefreiheit an die heutigen Anforderungen angepasst. Das Nutzungs­konzept und die bauliche Durchführung wurden eng mit den Nutzern abgestimmt. Dadurch ist es möglich, dass auch während der Baumaßnahmen am Standort Angebote für Jugendliche gemacht werden können.

Tanzsaal, 2016; Foto: Lichtschwärmer - Christo Libuda
Tanzsaal, 2016
 
Inzwischen werden im Gebäude vielfältige Nutzungen für Kinder und Jugendliche angeboten, so z.B. ein offener Kinder- und Jugendbereich und eine Fahrradwerkstatt. Des Weiteren werden Proberäume für Musiker*innen durch den Verein MusikerInnen Initiative e.V. NaunynRitze betreut; der Verein Hoftheater Kreuzberg e.V. organisiert und begleitet darstellende Projekte und Veranstaltungen. Ebenso gibt es eine Vielzahl von Bildungsangeboten durch das Projekt BEIspielhaft (GJS) und die StreetUniverCity Berlin.

An der Remise und dem Hoftheater sind vor allem energetische Sanierungsmaßnahmen durchzuführen. Daneben werden auch die Innenräume instandgesetzt und die Gebäude brandschutztechnisch und akustisch verbessert.

Innenaufnahme vom Hoftheater vor der Sanierung, 2016; Foto: Lichtschwärmer - Christo Libuda
Hoftheater vor der Sanierung, 2016
Foto: Lichtschwärmer – Christo Libuda
 
Die Maßnahmen werden mit Mitteln des Förderprogramms Städtebaulicher Denkmalschutz finanziert. Ziele der Baumaßnahme sind eine an die heutige Nutzung angepasste, denkmalgerechte Erneuerung und die Stärkung des Standortes als wichtige Infrastruktureinrichtung für Kinder und Jugendliche und als Begegnungsort zum interkulturellen Dialog.

Daten

  • Baujahr/Entstehung: 1867-1868 nach einem Entwurf von Adolf Gerstenberg
  • Denkmalart: Baudenkmal
  • Eigentümer: Bezirk Friedrichshain Kreuzberg von Berlin
  • Geförderte Maßnahmen:
    Hauptgebäude, Remise und Hoftheater
    Fassaden- und Dachsanierung, Neubau zweites Treppenhaus, Neuerrichtung und Sanierung von Sanitäranlagen, Sanierung und Ertüch­ti­gung von Türen und Fenstern, energetische Ertüchtigung der obersten und untersten Geschossdecken, Errichtung eines barriere­frei­en Zugangs zum Hauptgebäude, Erneuerung der Gebäudetechnik, Sanierung der Innenräume, Ertüchtigung des Brandschutzes und der akustischen Ausstattung u.a.
  • Architekten:
    Sting Architekten ELW, Gesellschaft für architekten mbH & Co. KG
    Bleibtreustraße 32
    10707 Berlin
  • Fördermittel / Gesamtkosten:
    rd. 4,7 Mio. €
  • Fertigstellung:
    geplant: 2018

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