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Werbung in der Stadt

Werbekonzept


Werbung mit Weitsicht Werbekonzept
Videoboard am Kurfürstendamm; Foto: proloco
 
 
Beim Umgang mit Werbung in der Stadt ist es wichtig, prägende Charakteristika der jeweiligen Stadt zu erfassen und die Zielsetzung und Inhalte des Werbekonzeptes darauf abzustimmen. Sowohl in den Inhalten wie in den organisatorisch-formalen Rahmenbedingungen können sich die Werbekonzepte verschiedener Städte schon von daher deutlich unterscheiden. Unter Berücksichtigung der Charakteristika der Stadt Berlin folgt das Werbekonzept folgenden Zielsetzungen:

Weniger und besser


Werbung in der Stadt wird häufig als Symbol und Ausdruck einer modernen, aufstrebenden, wirtschaftlich wachsenden Gesellschaft angesehen. Insbesondere wird hier gerne die Referenz auf Berlin in den ebenso lebendigen wie überhitzten 1920er Jahren gezogen. Selbst wenn niemand die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse dieser Zeit und der nachfolgenden 1930er und 1940er Jahre wiederholen möchte, ist das Bild der Werbung als Ausdruck des Selbstbewusstseins der Metropole Berlin geblieben.

Im Rahmen des Werbekonzeptes für die Stadt Berlin wird die Verbindung zwischen Metropole und Werbung bejaht. Aus dieser Verbindung ergeben sich erhöhte Qualitätsanforderungenan Werbung. Hierbei soll dem Grundsatz "weniger und besser" gefolgt werden: Einschränkungen der Quantität und Anregungen zur Steigerung der Qualität. Beide Strategien gebündelt können zu größerer Aufmerksamkeit für einzelne Werbeflächen führen und liegen von daher auch im Interesse der werbenden Unternehmen.

Eine Verringerung der Quantität von Werbeflächen trägt dazu bei, dem Eindruck einer vollgestellten, vermüllten und "billigen" Stadt entgegenzuwirken, die in keiner Weise dem Bild der modernen Großstadt und Metropole Berlins entsprechen würde. "Besser" bedeutet in diesem Zusammenhang u. a.: Abstimmung des Werbeträgers auf den jeweiligen Ort der Werbung und qualitativ hochwertiges, dem Ort der Werbung angemessenes Design der Werbeträger. Details:
Auswahl: Nicht jeder Werbetäger passt überall

Zentrale Bereiche bei der Bestimmung der Qualität von Werbung – der Inhalt und die Gestaltung des Werbemotivs – sind dabei von der öffentlichen Hand kaum beeinflussbar. Ergänzend zum Werbekonzept ist es daher erklärtes Ziel der Stadt Berlin, den Dialog mit der Werbewirtschaft zu Fragen der Qualität der Werbung in der Stadt Berlin fortzusetzen. Aus der Zielsetzung "weniger und besser" werden die Grundsätze des Werbekonzeptes abgeleitet.

Säule: Allgemeinanschlag am Karl-August-Platz; Foto: proloco
Säule: Allgemeinanschlag am Karl-August-Platz

Grundsätze zum Umgang mit Werbung in Berlin:

  • Werbung darf auffallen – ohne zu stören.
  • Besondere Anforderungen an die Qualität und die angemessene Quantität von Werbung werden in Räumen gestellt, die für Identität und Image der Stadt oder einzelner Quartiere von besonderer Bedeutung sind.
  • Werbung soll in Stadträumen, in denen sie funktionaler Bestandteil ist, qualifiziert und dem Standort angemessen entwickelt werden.
  • In Stadträumen bzw. bei Gebäuden mit besonderer Sensibilität gegenüber Werbung muss sich Werbung dem Charakter, der Funktion und der städtebaulichen Gestalt unterordnen.
  • Bei der Bewertung von störender Häufung und Verunstaltung ist die Gesamtausstattung eines Ortes mit Werbung, sowohl auf privaten Grundstücken wie im öffentlichen Raum zu berücksichtigen.
  • Im Zuge der technischen Entwicklung ist zukünftig die Wirkung (bzw. Störung) durch Licht und Bewegung bei Werbeflächen verstärkt zu prüfen.