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Lichtkonzept

Grundsätze zum Schutz der Umwelt, Menschen und Tiere


Falter, Foto: U.Grün
Foto: U.Grün
 
 
Beleuchtung in der Stadt kann Sicherheit und Atmosphäre schaffen, aber zugleich sowohl die Existenzbedingungen einzelner Tiergruppen, wie Insekten, Vögel, Gewässerorganismen als auch die Gesundheit der Menschen beeinträchtigen. Daher sind die Sicherheits- und Gestaltungsanforderungen an Beleuchtung im Stadtraum mit den ökologischen Schutzgütern in Einklang zu bringen. In naturnahen Räumen gelten dabei andere Kriterien als in Siedlungsbereichen mit größerem Wohnanteil oder in zentralen urbanen Bereichen.


Schutz der Fauna vor Beeinträchtigungen durch öffentliche Beleuchtung im öffentlichen Raum

Zum weitest möglichen Schutz nachtaktiver Insekten innerhalb der faunistischen Nahrungskette sowie anderer nachtaktiver Lebewesen legt das Lichtkonzept für Berlin ein abgestuftes Zielsystem der Beleuchtungsstärken und Leuchtmittel zu Grunde. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass nach derzeitigem Stand der Technik LED- und Natriumdampf-Niederdrucklampen (jeweils ohne UV-Anteil) als "insektenfreundlichste" Lichtquellen gelten. Daneben ist die Konstruktion des Lampenkörpers zu beachten (Verkapselung, Abstrahlwinkel, Lichtpunkthöhe, Schaltmanagement).

In naturnahen Bereichen (Grünräume, gewässernahe Bereiche) sollte soweit unter Berücksichtigung der Sicherheitsbelange vertretbar weitestgehend auf künstliche Beleuchtung verzichtet werden. Bei möglichen Lichtemissionen in Schutzgebiete hinein sind je nach Schutzgebietsverordnung die Naturschutzbehörden zu beteiligen. Wichtige Wegeverbindungen durch besondere Grünräume sollten vorzugsweise mit Orientierungslicht ausgestattet werden. Direkte Beleuchtungen von Gewässern sind aus gewässerökologischen Gründen zu vermeiden, Lichtabstrahlungen auf Gewässer sind zu minimieren. Deshalb sind ufernahe bzw. Ufer begrenzende öffentliche Räume im Falle ihrer Beleuchtung mit indirekten bzw. gegenüber den Gewässern abgeschirmten Leuchten auszustatten.


Schutz des Menschen vor Beeinträchtigungen durch öffentliche Beleuchtung im öffentlichen Raum

Hauptziel ist es, den Einsatz von nächtlichem Kunstlicht insbesondere in Siedlungsbereichen mit größerem Wohnanteil auf das unabdingbar notwendige Minimum zu reduzieren. Hinsichtlich der öffentlichen Beleuchtung ist Blendschutz durch Abschirmung des oberseitigen Leuchtenhalbraumes und der Einsatz gerichteten Lichts vorzusehen. Auch öffentliche Objektanstrahlungen werden zukünftig auf eine möglichst geringe Beeinträchtigung der in Gebäuden wohnenden und sich darin aufhaltenden Menschen ausgerichtet. Die Verträglichkeit ist in der Lichtfarbe und Leuchtmittelwahl zu berücksichtigen. In Gebieten und an Straßenverkehrsflächen, in und an denen Menschen überwiegend wohnen und schlafen, sollte zudem bevorzugt warmweißes Licht mit geringerem UV- und Blauanteil verwendet werden.

Schutz vor Beeinträchtigungen durch von privaten Gebäuden und Objekten ausgehendes Kunstlicht

Um auch einen Schutz vor Beeinträchtigungen durch von privaten Gebäuden und Objekten ausgehendes Kunstlicht (z. B. an den Rändern öffentlicher Grünanlagen) zu erreichen, sind Trägern von Bauvorhaben rechtzeitig diese Anforderungen darzulegen, um mit ihnen frühzeitig Lösungsansätze, die eine geringst mögliche Beeinträchtigung der Fauna und des Menschen bewirken, erörtern zu können. Ausgenommen von diesen Grundsätzen sind ereignisbezogene Temporärbeleuchtungen.