Städtebau  

 

Alexanderplatz

Der Städtebauliche Ideenwettbewerb zum Alexanderplatz 1993


Der im Januar 1993 ausgelobte internationale Städtebauliche Ideenwettbewerb hatte die städtebauliche Aufwertung des Alexanderplatzes und seiner Umgebung sowie die Anknüpfung an dessen Funktion in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Ziel. Insgesamt wurde ein überzeugendes Konzept zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität gesucht. Es galt, die durch zentrale Verkehrsachsen herbeigeführte Isolierung des Platzes durch eine allseitige stadträumliche Anbindung an die angrenzenden Quartiere zu überwinden. Die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude Berolina- und Alexanderhaus von Peter Behrens, das von Prof. Hermann Henselmann geplante Haus des Lehrers und die U-Bahngeschosse sowie der Bahnhof Alexanderplatz waren als städtebaulich bedeutende Bauwerke zu erhalten. (siehe auch Auszug aus dem Auslobungstext 1993 unter pfeil_rechts_3366cc Anlass und Ziel).

Auslober war das Land Berlin - vertreten durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz in Zusammenarbeit mit den Senatsverwaltungen für Bau- und Wohnungswesen, Verkehr und Betriebe und dem Bezirksamt Mitte von Berlin sowie den acht Grundstückseigentümern / Investoren Deutsche Interhotel, EUWO Gruppe Berlin, Gruner und Jahr / Berliner Zeitung Verlag, Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH, Kaufhof Holding AG, die Liegenschaftsgesellschaft der Treuhandanstalt mbH, TERRENO / Unternehmensgruppe Roland Ernst und A.A.A. / B. Katz.

Die Ausschreibung erfolgte als „zweistufiger beschränkter städtebaulicher Ideenwettbewerb”, d.h. es wurden Architekturbüros für die Bearbeitung ausgewählt, die sich bereits für ein solch komplexes Thema in anderen Projekten profiliert hatten. Die erste Stufe wurde anonym durchgeführt. Die Teilnehmer waren grundsätzlich bekannt, die Arbeiten wurden aber ohne Nennung des Verfassers eingereicht.

Für den Wettbewerb wurden folgende 16 Architektur- bzw. Stadtplanungsbüros eingeladen, von denen 14 Büros teilnahmen:
  • Bellmann und Böhm, Berlin
  • Mario Botta, Lugano
  • Flöting & Kaufmann, Architekten Berlin
  • Ingenhoven, Overdiek, Petzinka & Partner, Düsseldorf
  • Edvard Jahn, Berlin
  • J.P. Kleihues, Berlin (keine Teilnahme)
  • Hans Kollhoff und Helga Timmermann, Berlin
  • Rem Koolhaas, Rotterdam (keine Teilnahme)
  • Daniel Libeskind mit Bernd Faskel, Berlin
  • David Mackay MBM Arquitectes / S.A., Barcelona
  • Murphy Jahn, Chicago
  • Nettbaum & Partner, Berlin
  • Pysall, Stahrenberg & Partner, Berlin
  • Rhode, Kellermann, Wawrowsky & Partner, Düsseldorf
  • Martin Trebs mit Renton Howar Wood Levin Partnership, Berlin / London
  • Kny & Weber, Berlin

Als Ergebnis der ersten Stufe wurden fünf Arbeiten benannt, die entsprechend den Empfehlungen des Preisgerichts und unter Auswertung der geplanten Öffentlichkeitsphase in der zweiten Stufe überarbeitet werden sollten (1. Stufe: 15. Januar bis 19./20. April 1993; 2. Stufe: 15. Mai bis 14./15. September 1993).
pfeil_rechts_3366cc Kurzbeschreibung der 14 Wettbewerbsarbeiten, unterteilt in 1. und 2. Phase

Die Umsetzung des Wettbewerbsergebnisses von 1993/94 bedingte eine grundlegende Neuordnung im gesamten Plangebiet, die sowohl Veränderungen der öffentlichen Räume als auch Abrisse von bestehenden Gebäuden in zeitlich gestaffelten Prozessen umfasste. Weitere Schritte nach der Prämierung des Entwurfs von Hans Kollhoff und Helga Timmermann waren deshalb die Aufstellung eines pfeil_rechts_3366cc Bebauungsplanes einschließlich begleitender Gutachten. Später folgten Vereinbarungen mit den Grundstückseigentümern und Investoren in pfeil_rechts_3366cc städtebaulichen Verträgen zu den Realisierungsetappen und zur Beteiligung an den Umbaukosten im öffentlichen Raum (Straßen und Platzgestaltung). Wegen der differenzierten Investitionsbereitschaft von Grundstückseigentümern wurde das Plangebiet in einzelne Teilbereiche gegliedert.

Das Wettbewerbsergebnis wurde in das pfeil_rechts_3366cc „Planwerk Innenstadt” eingearbeitet.