Städtebau  

 

Alexanderplatz

1. Preis: Büro Prof. Hans Kollhoff, Helga Timmermann


Entwurfsbeschreibung

Prof. Kollhoffs Entwurf ergänzt im Stadtgrundriss die bereits vorhandene Blockstruktur - unter Berücksichtigung der historischen Spuren und der unterirdischen Verkehrsanlagen - durch eine neue, in erfahrbare Straßenräume eingebettete Platzfigur. Dabei werden die heute noch überdimensionierten Straßenräume in verkehrsplanerisch vertretbarem Maße zurückgebaut und zum Teil als Bauland für die künftigen Blockränder entwickelt. Die neu entstehenden Freiräume sollen die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum zusätzlich verbessern.

Grundelement des Städtebaus soll eine Gebäudetypologie werden, die Block und Hochhaus kombiniert und so dem auseinanderdriftenden Stadtraum Halt verleiht. Beeinträchtigungen des Platzes, wie sie bei freistehenden Hochhäusern durch Windkonzentrationen symptomatisch sind, sollen durch niedrige Sockelbauten und die Positionierung der Türme auf den platzabgewandten Seiten verhindert werden. Maßstab gebend für die Höhe der Blockrandbebauung (Sockel) sind die beiden denkmalgeschützten Gebäude Alexanderhaus und Berolinahaus des Architekten Peter Behrens aus den 1930er Jahren.

Entwurf Hans Kollhoff / Helga Timmermann, Visualisierung des Alexanderplatzes bei Tag
Perspektive vom Alexanderplatz bei Tag

Entwurf Hans Kollhoff / Helga Timmermann, Visualisierung des Alexanderplatzes bei Nacht
Perspektive vom Alexanderplatz bei Nacht.
Der Wettbewerbsentwurf sah noch die so genannte "Lupe" vor, die Einblicke in die Unterwelt des Platzes gewähren sollte.
Gemeinsam mit dem Alexander- und Berolinahaus soll der Platz durch die neuen Blöcke räumlich gefasst werden. Es entsteht ein von den Hauptverkehrsstraßen abgeschirmter und gleichwohl durchlässiger Bereich, der vorwiegend den Fußgängern gehören soll. In seinen drei nach Südwesten orientierten Gebäudefronten liegen Cafés und Restaurants, die sich zu Terrassen am Platz öffnen und zum Verweilen einladen. Großzügige Atrien im Zentrum der Blöcke und eine Passage zur Karl-Liebknecht-Straße (in der zweiten Wettbewerbsstufe mit Verzweigung auch zur Straße Alexanderplatz) erlauben das Flanieren und den Aufenthalt auch bei widrigem Wetter.

Entlang des sich von Osten um den Alexanderplatz legenden Straßenrings aus Karl-Liebknecht-Straße, Alexanderstraße und Grunerstraße (später auch Teil der Alexanderstraße) sollen sich insgesamt zehn 150m hohe Türme aus den Sockelbauten erheben. Auf der Grundlage weniger Spielregeln zu Lage, Material und Gliederung sollen sie zu individuellen Hochhauscharakteren entwickelt werden, den Alexanderplatz zu einem unverwechselbaren Ort machen und zusammen mit dem Fernsehturm von weither das Bild einer neuen Stadtkrone für die City-Ost zeichnen.

Wesentliches Merkmal des Entwurfes ist auch die Entwicklung der Türme und der Sockelbauten in ihrer Typologie aus der Tradition des Berliner Büro- und Geschäftshauses, für die der Bezug zum öffentlichen Raum, die Ausbildung einer klaren Adresse mit repräsentativer Eingangssituation und die Schaffung einer großzügigen, gut proportionierten Schaufensterfront charakteristisch sind.

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