Städtebau  

 

Alexanderplatz

Bebauungsplan I-B4ca "Karl-Liebknecht-Straße Ost" und I-B4cb "Karl-Liebknecht-Straße West"


Aus dem Teilbereich I-B4c nördlich der verlängerten Karl-Marx- Allee (Planstraße 1) und beiderseits der Karl-Liebknecht-Straße wurde Anfang 2003 ein weiterer Teilbereich für den Teilbebauungsplan I-B4ca herausgelöst. Er umfasst die Bauflächen A1, A5, A9 an der östlichen Seite der Karl-Liebknecht-Straße sowie die Blöcke A9, A10 und A11 an der Planstraße 1.

Die Teilung erfolgte, um den Wünschen der Grundstückseigen­tümerin TLG IMMOBILIEN GmbH (TLG) nach Realisierung des auf dem städtebaulichen Gesamtkonzept von Kollhoff / Timmermann basierenden Baublocks A5 entgegen zu kommen.
Das moderne Gebäude tritt an die Stelle der den heutigen Nutzungsansprüchen nicht mehr genügenden Büroimmobilie, die mit ihrem Leerstand einen städtebaulichen Missstand darstellte. Sobald auf dem Immobilienmarkt die Nachfrage nach zusätzlichen Geschossflächen besteht, könnten mit dem im April 2006 festgesetzten Bebauungsplan auch die drei Bauflächen A9 bis A11 mit zwei 150m-Türmen und einer Gesamtgeschossfläche von 150.000 m² realisiert werden. Voraussetzung dafür wäre aber der Abriss des Ende der 1990er Jahre mit hohem Aufwand von der TLG sanierten Bürogebäudes Alexanderplatz 6 mit ca. 50.000 m² Geschossfläche und der Erwerb der dafür noch erforderlichen Arrondierungsflächen durch die TLG.

Gegenüber den 1993 gemeinsam vom Land Berlin mit den Grundstückseigentümern und potenziellen Investoren ausgearbeiteten Zielen des internationalen städtebaulichen Wettbewerbs zeichnete sich ab 1997 im Zuge der Frühzeitigen Bürgerbeteiligung, insbesondere für die Grundstücke westlich der Karl-Liebknecht-Straße, ein erheblich nachlassender Wille der Grundstückseigentümer zur Umsetzung der städtebaulichen Planung ab. Entgegen der hier vorgesehenen Neubauten investierte der Verlag Gruner und Jahr in die Modernisierung des Verlagshauses Karl-Liebknecht-Str. 29 mit einer GF von ca. 30.000 m² und die TLG in ihre Bürogebäude Karl-Liebknecht-Str. 31-33.

Ein bereits zum damaligen Zeitpunkt auf lange Frist abgeschlossener Mietvertrag über das damalige Restaurant „Pressecaffee” erschwert zusätzlich die Umgestaltung dieses als visuellen Abschluss der Achse Karl-Marx-Allee städtebaulich äußerst bedeutsamen Bereiches. Aus diesem Grund ruht das Bebauungsplanverfahren I-B4cb seit dem Teilungsbeschluss. Dass dennoch die partielle Umsetzung einzelner Baufelder möglich ist, zeigt die an der Kleinen Alexanderstraße Ende der 1990er Jahre errichtete Bebauung für ca. 160 freifinanzierte Wohnungen im Blockinnenbereich zwischen Karl-Liebknecht-, Memhard-, Rosa-Luxemburg- und Hirtenstraße. Da diese Bebauung den Zielen des Bebauungsplans nicht widersprach und sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung in die nähere Umgebung einfügte, konnte die Baugenehmigung auf der Grundlage von § 34 BauGB erteilt werden.

Das Bebauungsplanverfahren I-B4cb wird, bei Erfordernis auch in kleineren Teilbereichen, mit dem nächsten Verfahrensschritt „Frühzeitige Behördenbeteiligung” weiter geführt, sobald dies private Investitionsabsichten rechtfertigen.



Plandaten des B-Plans I-B4ca "Karl-Liebknecht-Str. Ost" I-B4cb "Karl-Liebknecht-Str. West"
Gesamtfläche ca. 5 ha ca. 8 ha
Bauflächen 23.425 m² 65.400 m²
Verkehrsflächen 25.715 m² 23.400 m²
Öffentlicher Spielplatz 1.190 m²  

Gesamtgeschossfläche 348.800 m² 212.300 m²
  davon    
  Einzelhandel max. 20.000 m² 15.300 m²
  Wohnen mindest. 32.400 m² 95.600 m²
  Sonstige Nutzungen Kerngebiet 296.400 m²