Städtebau  

 

Alexanderplatz

Bebauungsplan I-B4ba Gruner-/Rathausstraße und I-B4bb Rathausstraße


Das Plangebiet südwestlich des Bahnviaduktes und sein Umfeld wurde bis Anfang dieses Jahrzehnts von Gebäuden geprägt, welche bis Anfang der 1970er Jahre im Zuge der Neugestaltung des Alexanderplatzes und des daran angrenzenden Zentrumbandes hin zur historischen Mitte Berlins errichtet wurden. Dazu zählen u.a. die Wohnscheiben und das seit Anfang der 1990er Jahre leer stehende Bürohochhaus an der Grunerstraße mit der früheren unmittelbar angrenzenden Mehrzweckgaststätte „Alextreff”, die beide abgerissen wurden. Das nach dem Senatsbeschluss von 1994 modifizierte städtebauliche Konzept sah für den Bereich zwischen Gruner- und Rathausstraße an Stelle der beiden sich sowohl in Nutzung als auch in der Baumasse erheblich unterscheidenden Gebäude „Mehrzweckgaststätte Alextreff” und 14-geschossiges Bürohochhaus einen Neubau vor, der sich an der Bauhöhe des Alexander- und Berolinahauses orientiert. Die städtebauliche Umgestaltung dieses Bereichs soll durch einen ebenfalls an die Bauhöhe der 1930er Jahre angelehnten Solitärbau auf der nördlichen Seite der Rathausstraße abgerundet werden (siehe auch Baufeld C2). Der Standort des Gebäudes ist da zu suchen, wo vor 1945 das Unternehmen C&A ein Bekleidungshaus betrieb. Die städtebaulichen Vorgaben bildeten zusammen mit der Zielstellung, die Rathausstraße auch planungsrechtlich für den Fußgängerverkehr zu sichern und die Gontardstraße in das Netz der das Bahnviadukt begleitenden öffentlichen Passage einzubeziehen, das städtebauliche Gerüst für das Bebauungsplanverfahren I-B4b. Unterschiedliche Vermarktungs- und Investitionsinteressen der Grundstückseigentümer veranlassten Ende der 1990er Jahre eine Modifizierung der städtebaulichen Planung zwischen Gruner- und Rathausstraße.

Unter Bezugnahme auf die durch den Bebauungsplan für die Rathaus- und Gontardstraße vorgegebenen Baugrenzen und Bauhöhen entwickelte die TLG für das in ihrem Eigentum stehende Grundstück der früheren Mehrzweckgaststätte an der Rathausstraße einen Entwurf für das erste Kinotheater am Alexanderplatz. Da sich das Vorhaben nach Art und Maß der baulichen Nutzung in die Umgebung einfügte, konnte Anfang 2000 die Baugenehmigung nach § 34 BauGB erteilt werden. Dies galt nicht für die künftige Bebauung der Baufläche C3/2 an der Grunerstraße. Bereits nach den Maßgaben des Planwerk Innenstadt sollte die autobahnähnliche Grunerstraße abschnittsweise mit geringerem Straßenquerschnitt umgebaut werden. Die Ausweisung des derzeit noch als Bundesfernstraße gewidmeten Baulandes bedarf der bauleitplanerischen Bewältigung. Zudem muss auch die Unterschreitung der Abstandflächen zu Nachbargrundstücken auf dem Wege des Bebauungsplans geklärt werden.

Da die Fortführung des Bebauungsplanverfahrens für den Bereich des Blockes C 2 und die Rathaustraße aufgrund nicht vorhandener Realisierungschancen zurückgestellt werden musste, wurde der Geltungsbereich des Bebauungsplans I-B4b mit Beschluss vom 05. Dezember 2005 in die Bebauungspläne I-B4ba Grunerstraße mit den Baufeldern C3/1 (Cubix) und C3/2und I-B4bb mit dem Baufeld C2 geteilt. Auf der Baufläche C3/2 an der Grunerstraße will nach mehrjährigen ergebnislosen Versuchen ein Investor ab 2014 ein Hotel errichten (siehe auch Baufeld C3/2).

Der Bebauungsplan I-B4ba zwischen Rathaus- und Grunerstraße wurde 2007 festgesetzt.

Baufeld C3/1

Das Multiplexkino CUBIX wurde im Jahre 2001 errichtet.
siehe auch pfeil_rechts_3366cc Alexanderplatz heute/CUBIX

Baufeld C3/2

Geschossfläche für Kerngebietsnutzung: 25.000 m²
siehe auch pfeil_rechts_3366cc Projekte/Baublock C3/2

Plandaten des B-Plans I-B4ba Grunerstraße / Rathausstraße
Gesamtfläche I-B4ba ca. 1 ha
Bauflächen 4.277 m²
Verkehrsflächen ca. 1.900 m²
Verkehrsflächen besonderer Zweckbestimmung ca. 2.000 m²


B-Plan I-B4bb - Projekt Alea 101

Der Teilplan I-B4bb mit der Rathausstraße und der nordwestlich angrenzenden Baufläche C2 wurde zur Umsetzung des Vorhabens "Alea 101" weitergeführt und am 18.11.2011 festgesetzt.

Die Festsetzung des Bebauungsplanes erfolgte im beschleunigten Verfahren gemäß § 13a BauGB. Entsprechende Vorprüfungen ergaben, dass die Kriterien zur Durchführung eines beschleunigten Verfahrens eingehalten werden:
  • Eine Umweltverträglichkeitsprüfung gemäß Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung ist nicht erforderlich.
  • Die Vorgaben des Baugesetzbuches hinsichtlich Wiederinanspruchnahme innerstädtischer Flächen, zulässiger Flächenumfänge und potentiell kumulierender Wirkungen mit benachbarten Bebauungsplanverfahren gemäß § 13a BauGB werden eingehalten.
Plandaten des B-Plans I-B4bb Rathausstraße
Gesamtfläche I-B4bb ca. 1,1 ha
Bauflächen 3.051 m²
Verkehrsflächen besonderer Zweckbestimmung ca. 6.800 m²
Öffentliche Grünflächen ca. 1.000 m²

Gesamtgeschossfläche 19.000 m²
  davon  
  Einzelhandel ca. 15.000 m²
  Wohnen mindestens 2.800 m²

Mit der erweiterten Baukörperfestsetzung orientiert sich der B-Planentwurf eng am geplanten Vorhaben. Das Baugebiet wird als Kerngebiet festgesetzt und ermöglicht damit die geplante Nutzung als Geschäfts- und Wohngebäude. Durch den vorgeschriebenen Mindestanteil von 14% für Wohnen soll ein Beitrag zu einem lebendigen innerstädtischen Nutzungsmix geleistet werden.
Zum Ausgleich für die bauliche Verdichtung sind eine intensive Begrünung von Teilflächen des Innenhofs sowie eine extensive Begrünung der übrigen Dachflächen vorgeschrieben.

Die Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange fand im Sommer 2010 statt. Der Bebauungsplan wurde am 18. November 2011 festgesetzt. Bestandteil des Bebauungsplanverfahrens ist ein städtebaulicher Vertrag (in dem die Finanzierung von Folgekosten die durch das Bauvorhaben entstehen, wie Baumaßnahmen im Straßenraum, geregelt wird) zwischen dem Investor und dem Land Berlin.
Das Bauvorhaben wurde 2014 fertig gestellt.