Städtebau  

 

Alexanderplatz

Geschichte


Mythos und Gegenwart

Die Beschreibungen Alfred Döblins in seinem Roman "Berlin Alexanderplatz", die filmische Bestandsaufnahme in Walter Ruttmanns "Berlin, Symphonie einer Großstadt" sowie die modernen städtebaulichen Planungen von Stadtbaurat Martin Wagner Ende der 1920er Jahre huldigten dem Alexanderplatz als Weltstadtplatz und als einem der Schauplätze der "Goldenen Zwanziger Jahre".
Als ein wichtiger Bestandteil sowohl der Berliner Kulturgeschichte als auch der kollektiven Erinnerung nimmt der Alexanderplatz auch heute - trotz tiefgreifenden Wandels durch bauliche und funktionale Veränderungen - eine zentrale Stellung auf der „mentalen Karte” der Berliner und seiner Besucher ein.

Die Anfänge des Alexanderplatzes

Am Alexanderplatz hat sich der Zeitgeist jeder Epoche niedergeschlagen und er wurde zu einem Ort des Wirtschaftslebens, des Aufschwungs und des Wandels. Schon in der Zeit der Stadtgründung im 13. Jahrhundert endete hier eine alte Handelsstraße, die die Hansestadt Berlin mit der Ostseeregion verband. In den folgenden Jahrhunderten entstand hier mit dem "Ochsenmarkt" (später "Viehmarkt am Stelzenkrug" genannt), dem "Wollmarkt" und dem späteren Wochenmarkt ein bedeutender Markt- und Warenumschlagplatz, der sich im 19. und 20. Jahrhundert - mit einem der modernsten öffentlichen Transportsysteme, mit Bahnhof und Hotels, mit Warenhäusern und Bürogebäuden - zu einem der Zentrumskerne und Brennpunkte der sich rasch entwickelnden Metropole Berlin entwickelte.

Der Alexanderplatz als historischer Schauplatz

In den Nachkriegsjahrzehnten behielt der Alexanderplatz als Zentrum der Hauptstadt der DDR eine herausragende Bedeutung. Der Wiederaufbau nach den städtebaulichen Leitlinien der Nachkriegsmoderne in sehr offener Bauweise und mit - für das damalige Verkehrsaufkommen - überbreiten Verkehrsachsen prägte das Erscheinungsbild.
1989 wurde der Alexanderplatz zu einem der historischen Schauplätze der friedlichen Revolution. Am 4. November fanden sich hier fast eine Million Menschen zur größten Ost-Berliner Kundgebung für Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit ein.

Neue Ausrichtung in den 1990er Jahren

Als innerstädtisches Areal ersten Ranges mit sehr guter Erschließung des ÖPNV und DB-Regionalverkehrs und als einer der bedeutendsten Zentrumsbereiche neben dem Potsdamer / Leipziger Platz und dem Bereich Breitscheidplatz / Bahnhof Zoo rückte der Alexanderplatz nach der Wiedervereinigung mit seinen großen Entwicklungs- und Flächenpotenzialen erneut in den Mittelpunkt der Debatten um die innere Verdichtung der historisch gewachsenen polyzentrischen Innenstadtstruktur. Dementsprechend und als Ergebnis des 1993 ausgelobten städtebaulichen Ideenwettbewerbs zum Alexanderplatz wurde ein neues Planungskonzept formuliert, das mit den bereits festgesetzten Bebauungsplänen I-B4a - Alexanderplatz - und I-B4d - Shopping Mall Alexanderstraße - sowie den Bebauungsplänen I-B4ca (östliche Seite karl-Liebknecht-Straße), I-B4ba (Rathausstraße / Grunerstraße) und I-B4bb (Rathausstraße) nun stufenweise umgesetzt wird.