Städtebau  

 

Alexanderplatz

Die Entwicklung zum modernen Verkehrsknoten in der Weimarer Republik

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Der Städtebauliche Wettbewerb 1929

Martin Wagners visionäre Planungen für den Alexanderplatz fanden als grandioses Projekt zur Organisation der beiden schwierigen Faktoren "Raum" und "Verkehr" internationale Beachtung und dienten als Orientierungshilfe für den städtebaulichen Wettbewerb im Jahr 1929. Zur Teilnahme eingeladen wurden die Berliner Architekten Peter Behrens, Hans und Wassili Luckhardt mit Alfons Anker, Paul Mebes, Ludwig Mies van der Rohe, Johann Emil Schaudt sowie der Kölner Architekt Müller-Erkelenz. Es wurde jedoch nicht der preisgekrönte Entwurf des Büros Luckhardt & Anker umgesetzt, sondern der zweitplatzierte Peter Behrens beauftragt. Sein Entwurf sah einen geringeren Aufwand für die durch die drei U-Bahn-Ebenen erschwerten Gründungsmaßnahmen vor. Aber auch der Entwurf von Peter Behrens konnte aufgrund der privaten Eigentumsverhältnisse und der zu hohen Ankaufsumme von 20 Millionen Reichsmark für die Grundstücke in wirtschaftlich schweren Zeiten nur teilweise realisiert werden.

Alexanderplatz 1935; Luftbild aus südöstlicher Richtung mit der Platzgestaltung von Peter Behrens (ovaler Kreisverkehr, Alexander- und Berolinahaus)
Alexanderplatz 1935; Luftbild aus südöstlicher Richtung mit der Platzgestaltung von Peter Behrens (ovaler Kreisverkehr, Alexander- und Berolinahaus)

Der Entwurf von Peter Behrens folgte den ursprünglichen Planungen von Martin Wagner mit der hufeisenförmigen Platzrandbebauung. 1929-31 wurden jedoch lediglich die achtgeschossigen Gebäude Alexanderhaus und Berolinahaus realisiert. Sie wurden in der für diese Zeit noch revolutionären Stahlskelett-Bauweise gebaut. Parallel zur Stadtbahntrasse und auf beiden Seiten der Königstraße verlaufend, bildeten sie die historische Torsituation des Königstores nach.
Der ursprünglich als klassischer Kreisverkehr geplante Platz mußte wegen der schwierigen Grundbesitzverhältnisse als Oval angelegt werden. Damit ging das von Martin Wagner ursprünglich beabsichtigte Konzept der vermittelnden Straßenachsen verloren.
In den Platz mündeten mit der Landsberger Straße, Königstraße, Neuer Königstraße und den beiden Abschnitten der Alexanderstraße insgesamt fünf Verkehrszüge ein. Auf der Mittelinsel kreuzten sich die Straßenbahnlinien.
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