Städtebau  

 

Alexanderplatz

Die Entwicklung zur Metropole nach der Reichsgründung


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Entwicklung von 1871 bis 1920

Der Alexanderplatz wurde zu einem der bedeutendsten Plätze des östlichen Stadtbereiches außerhalb des historischen Stadtkerns.
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts erhielt dieses Gebiet - seit 1701 von Georgenvorstadt in Königsvorstadt umbenannt - das städtische Erscheinungsbild, wie es bis zu den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg bleiben sollte: Mit der Reichsgründung im Jahr 1871 wurde jene vollflächige Überbauung der Blöcke eingeleitet, die Berlin fünfzig Jahre später den Titel „Das Steinerne Berlin” eintrug. Neben der verstärkten Höhenentwicklung zur fünfgeschossigen Blockrandbebauung wurden nun auch die Blockinnenräume verdichtet.

Einen entscheidenden Entwicklungsschub erhielt der Alexanderplatz durch den Bau der Berliner Stadtbahn 1882 auf dem zugeschütteten Festungsgraben und mit der Inbetriebnahme des 1886 eröffneten Stadtbahnhofes „Alexanderplatz”. Damit verschwand auch die Königsbrücke. Seitdem befindet sich hier die Unterführung der Stadtbahn. Hinter der Unterführung auf der westlichen Seite begannen unvermittelt die Königskolonnaden. Zeitgleich mit der Stadtbahn wurde die unmittelbar westlich an die Stadtbahn angeschlossene Zentralmarkthalle errichtet. Hierhin zog ab dem Jahr 1886 auch der frühere Markt auf dem Alexanderplatz. Der Gleisanschluss schuf für den Groß- und Einzelhandel schnelle Verbindungen mit dem ganzen Kontinent und allen Seehäfen.
Der Viehhandel zog vom Ochsenmarkt auf den "Zentralviehhof" zwischen Frankfurter und Landsberger Allee.

Am 17. Dezember 1895 erhielt der Alexanderplatz mit der 7,5 m hohen bronzenen "Berolina"-Statue von Emil Hunderieser ein markantes Wahrzeichen. Der erste Standort befand sich auf der vor dem "Kaufhaus Hermann Tietz" gelegenen Grünfläche an der Nordwestseite des Alexanderplatzes.
Wegen des Baus der heutigen U-Bahnlinie U5 wurde die Statue 1925 demontiert. Sie wurde 1934 an ihrem neuem Standort vor dem Alexanderhaus wieder aufgebaut und schließlich 1944 für die Waffenproduktion eingeschmolzen.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde aus dem Marktplatz ein Verkehrsknotenpunkt und Wirtschaftszentrum: Die nördliche Teilfläche des Alexanderplatzes, die bereits von mehreren Linien der Pferdebahn gekreuzt wurde, entwickelte sich vorrangig zu einem durch den Verkehrsknoten geprägten Stadtraum, der südliche Teil der Platzanlage, der ehemalige Paradeplatz, zu einem um 1889 gärtnerisch gestalteten Schmuckplatz. Es entstanden nun Gebäude, die in ihrer Funktion den Bedürfnissen einer modernen Millionenstadt gerecht wurden; so das Grand Hotel (1883-84), das Polizeipräsidium und das Amtsgericht (beide ab 1886).

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