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Stadtentwicklungsplan (StEP) Wohnen 2030

Arbeitsstand


Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen erarbeitet neuen StEP Wohnen

Um den aktuellen Herausforderungen der Stadtentwicklung und dem wachsenden Druck auf dem Wohnungs­markt Rechnung tragen zu können, hat die Senatsverwaltung für Stadt­entwicklung und Wohnen mit der Aktualisierung des Stadtentwicklungs­plans (StEP) Wohnen begonnen. Er soll die Wohnungs­nachfrage und Baupotenziale ermitteln, die stadtentwicklungs­politischen Leit­linien und Ziele des Wohnungs­baus darstellen sowie geeignete Instrumente und Maßnahmen benennen. Der StEP Wohnen 2030 soll eine langfristige Orientierung zur Wohnraum­entwicklung Berlins bieten. Sein Ziel ist es, preiswerten Wohnraum zu sichern und zusätzlichen Wohnraum sowohl in den bestehenden Quartieren als auch an neuen Standorten zu schaffen.

Der StEP Wohnen 2030 wird in einem zweistufigen Verfahren erarbeitet. In einer ersten Stufe sind bis zum Herbst 2017 die grundlegenden Leitlinien sowie die gesamt­städtische Einschätzung des Wohnungs­bedarfs und der zur Verfügung stehenden Flächen­potenziale, auf denen dieser Bedarf abgedeckt werden kann, Arbeits­gegenstand. Diese Arbeits­phase soll mit einem ersten Senatsbeschluss abgeschlossen werden.

In der zweiten Stufe wird der Stadtentwicklungs­plan Wohnen 2030 mit allen seinen Inhalten erarbeitet. Es ist beabsichtigt, den StEP Wohnen 2030 zum Jahres­ende 2018 dann mit einem zweiten Senats­beschluss zu verabschieden.

Begleitkreis

Bei der Arbeit am StEP Wohnen 2030 wird die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen durch einen Begleit­kreis unterstützt, der unter Leitung der Senatsbau­direktorin Regula Lüscher am 21. März 2017 erstmals zusammen­gekommen ist. Mitglieder des Begleit­kreises sind Vertreterinnen und Vertreter der Wohnungs­wirtschaft, der Stadt­gesellschaft, der Verwaltung, der Bezirke und unabhängige Expertinnen und Experten.

Im Ergebnis einer intensiven Diskussion wurden in den ersten Sitzungen acht Leitlinien erarbeitet, die das inhaltliche Gerüst des Stadtentwicklungsplans bilden. Die Experten verständigten sich auf die folgenden Leitlinien:

  1.  Bezahlbare Wohnungen für alle bauen und bewahren.
  2.  Sozial und funktional gemischte Quartiere schaffen und erhalten.
  3.  Kompakte Stadt lebenswert gestalten und ausbauen.
  4.  Stadtentwicklung integriert betreiben.
  5.  Siedlungsstruktur im regionalen Kontext weiterentwickeln.
  6.  Stadtentwicklung ökologisch gestalten.
  7.  Baukulturelle und architektonische Qualität befördern.
  8.  Stadtentwicklung und Wohnen als gemeinsame Aufgabe angehen.




Gruppenfoto Begleitkreis StEP Wohnen 2030 (01.09.2017)
Begleitkreis StEP Wohnen 2030 (01.09.2017)  Foto: SenStadtWohn

Wohnungsneubaubedarf und Wohnungsbaupotenziale bis 2030

Neben den Leitlinien war eine erste gesamtstädtische Ermittlung von Wohnungs­neubau­bedarf und Wohnungsbau­potenzialen bis 2030 Gegenstand dieser Arbeitsphase.

Um sowohl dem Bevölkerungs­zuwachs gerecht zu werden, als auch den Wohnungsmarkt zu entspannen, müssen bis 2030 insgesamt 194.000 Wohnungen entstehen. Diese Zahl ergibt sich aus der Bevölkerungs­prognose (117.000 Wohnungen für 181.000 Menschen, einschließlich 24.000 Geflüchtete) und dem Nachholbedarf der Jahre 2013-2016. In diesem Zeitraum wurden gemessen am Bevölkerungszuwachs 77.000 Wohnungen zu wenig gebaut.

Der Blick auf die Bevölkerungs­entwicklung zeigt, dass die meisten Neubau­wohnungen in den kommenden Jahren gebraucht werden: Von 2017 bis 2021 ergibt sich ein Bedarf von jährlich ca. 14.000 neuen Wohnungen, allein um den zu erwartenden Bevölkerungs­zuwachs in diesem Zeitraum aufzu­fangen. Um darüber hinaus die bestehende Anspannung auf dem Wohnungs­markt zu lindern, ist es zudem notwendig, den Nachhol­bedarf abzubauen. Dafür sind bis zum Jahr 2030 jährlich 6.000 zusätzliche Wohnungen erforderlich. Das bedeutet, bis 2021 mindestens 20.000 Neubauwohnungen pro Jahr, in der Summe 100.000 Wohnungen in fünf Jahren zu bauen. Davon sollen allein die städtischen Wohnungsbau­gesell­schaften 30.000 Wohnungen errichten, also knapp ein Drittel des Gesamt­volumens. Verglichen mit ihrem Anteil am Berliner Wohnungs­bestand ist das ein überdurch­schnittlicher Beitrag. Über zwei Drittel des Gesamt­volumens sind durch private Bauherren, einschließlich alter und neuer Genossen­schaften sowie gemein­wohl­orientierter innovativer Bauträger abzudecken.

In den Folge­jahren nach 2021 sinkt der jährliche Neubau­bedarf, weil sich dann nach der Bevölkerungs­prognose der Bevölkerungs­zuwachs voraus­sichtlich deutlich abschwächen wird. Von 2022 bis einschließlich 2030 sind demnach insgesamt 94.000 Neubau­wohnungen zu errichten, also etwa 10.500 Wohnungen pro Jahr.

Um dieses große Neubau­volumen realisieren zu können, sind genügend Flächen erforderlich, auf denen neue Wohnungen entstehen können. Nach dem aktuellen Stand gibt es in der Stadt Potenziale für rund 179.000 neue Wohnungen bis 2030, und zwar sowohl auf größeren und kleineren Neubau­flächen als auch durch Nach­verdichtung, Lücken­schließungen, Dachausbau, Aufstockung und Umnutzung von Flächen und Nichtwohn­gebäuden. Dabei reicht das Bauland für die nächsten Jahre noch aus, sofern die verfügbaren Flächen tatsäch­lich mobilisiert werden können.

Für die perspektivische Entwicklung bis 2030 stehen allerdings dem Bedarf von 194.000 Wohnungen Neubau­potenziale für 179.000 Wohnungen gegenüber. Das bedeutet, dass längerfristig für weitere ca. 15.000 Wohnungen zusätzliche Flächen notwendig sind, um den Bedarf zu decken und den angespannten Wohnungs­markt wieder zu normalisieren. Aufgrund des zeitlichen Vorlaufs für Planung, Erschließung und Bau ist es erforderlich, diese Flächen frühzeitig zu identifizieren. Das ist Aufgabe der zweiten Phase des StEP Wohnen 2030.

Aktuell

Fortschreibung des StEP Wohnen -
erste Erarbeitungs­stufe abgeschlossen



Leitlinien für den StEP Wohnen 2030 stehen fest

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