Städtebau  
 

Nichtoffener Realisierungswettbewerb für Architekten/innen als Generalplaner/innen
"Neubau Kindertagesstätte Gudrunstraße, Berlin Lichtenberg"

Ergebnis: 1. Preis


1. Preis:
21.000,- Euro
  Architektur/GP:
Ludloff Ludloff Architekten GmbH, Berlin
Verfasser: Laura Fogarasi-Ludloff, Prof. Jens Ludloff
Mitarbeit: Elise Moreau, Magdalena Nottrott,
Nathalie Esposito, Maximilian Hinz, Florian Tudzierz

Landschaftsarchitektur:
gm013 landschaftsarchitektur, Berlin
Verfasser: Paul Giencke
Mitarbeit: Marco Mattelig, Yotam Olshaker

Tragwerksplanung:
ANDREASKUELICH Ingenieurbüro für
Tragwerksplanung GmbH, Berlin
Verfasser: Andreas Külich

Sonderfachleute/Berater:
Brandschutz:
Sachverständigenbüro Arnold, Weimar
Dipl.-Ing. Andreas Klappauf

Akustik/Schallimmissionen:
Akustik-Ingenieurbüro Moll, Berlin
Dipl.-Ing. Reiner Gehret



Beurteilung durch das Preisgericht:

Der Entwurf schlägt einen Baukörper über die Ecke Kriemhildstraße / Gudrunstraße vor, der sich landschaftlich mit dem Freiraum und dem öffentlichen Spielplatz Richtung Friedhof entwickelt. Damit wird das Grünthema des Friedhofs gebührend in das Grundstück hineingezogen. Entlang der Gudrunstraße transformiert er zu einer Lärmschutzwand, die in der Fassade entsprechender Qualität wertig, aber auch als kostenintensiv diskutiert wird. Die bisher stadträumlich schwierige Kriemhildstraße wird gebührend gefasst. Der Baukörper leitet gekonnt in die Gudrunstraße und von da aus in den anstehenden Grünraum über. Besonders hervorgehoben wird die großzügige Eingangssituation in der platzartig aufgeweiteten südwestlichen Straßenmündung. Die gelungene Adressbildung ist insbesondere aus der Gudrunstraße und von der Straßenbahnhaltestelle im Westen kommend sehr gut auffindbar, auch bei einer übergeordneten Nutzung wie z. B. als Wahllokal. Positiv wird auch gesehen, dass sich von der Rüdigerstraße aus betrachtet ein Grünraum öffnet, der der Sehgewohnheit der heutigen Situation für die Anwohner entspricht. Allerdings öffnet sich hier auch eindringlich der Blick in die rückseitigen Gruppenräume der Kita in voller Breite. Dennoch wird der Entwurf insgesamt für eine Kita angemessenen Gestaltung, die dem Kiez freundlich zugewandt ist, gewertet.

Die innere Organisation des Baukörpers und seine Grundrissentwicklung entsprechen nicht seiner konsequenten stadträumlichen Einbindung. Kontrovers diskutiert wird die unterschiedliche formale Behandlung der Eckausbildungen im Eingangsbereich, einmal gerundet, einmal gefaltet. Der großzügige Eingangsbereich aus dem Straßenraum lässt eine analoge Anbindung in den Freiraum erwarten, die jedoch nicht erfolgt. Sanitäranlagen werden mit 8 m² als zu klein und mit ihrer Innenlage als ungünstig angesehen.

Nicht nachvollziehbar ist, warum die Erschließungstreppen in den Garten aus der Logik der internen Erschließung losgelöst entwickelt werden. Die ‚Sackgassensituationen’ der Erschließungsgänge in den beiden Gebäudeflügeln wird kritisch gesehen. Die als zu erhalten dargestellten Bäume werden in der Umsetzung der baulichen Maßnahmen vermutlich nicht haltbar sein. Sehr positiv zeichnen dagegen die Belichtung in Ost- West Richtung und die durchgängige Barrierefreiheit den Entwurf aus.

Der Freiraum sowie der öffentliche Spielplatz sind angemessen großzügig und sehr gut dimensioniert. Insgesamt wird der Entwurf unter Abwägung aller Kriterien positiv gesehen, besonders die städtebauliche Konzeption wird als als gelungener Beitrag für den Kitabetrieb gewürdigt.

Modell © H.-J. Wuthenow
Modellfoto
© Fotograf H.-J. Wuthenow

Perspektive
Perspektive

Ansicht
Ansicht

Schnitt
Schnitt

Grundriss EG
Grundriss EG