Städtebau  
 

Nichtoffener Realisierungswettbewerb für Bewerber-/ Bietergemeinschaften aus
Architekten/innen und Fachingenieuren/innen für Technische Gebäudeausrüstung
"Kindertagesstätte Rathausstraße, Berlin Tempelhof-Schöneberg"

Ergebnis: Anerkennung


Anerkennung:
3.000,- Euro
  Architektur: KSV Krüger Schuberth Vandreike
Planung und Kommunikation GmbH, Berlin
Verfasser: Bertram Vandreike
Mitarbeit: Emanuel Weu, Valentin Vandreike,
Katja Neuheiser, Christopher Witt

Technische Gebäudeausrüstung:
CSZ Ingenieurconsult
Cornelius-Schwarz-Zeitler GmbH, Berlin
Verfasser: Michael Heidecker



Beurteilung durch das Preisgericht:

Die Stärke der Arbeit besteht in ihrer städtebaulichen Haltung. Der L-förmige Baukörper zoniert das Grundstück und erzeugt einerseits eine Abgrenzung zur nördlich situierten Jugendfreizeiteinrichtung, andererseits erzeugt er einen klar definierten und geschützten Außenraum.

Das Gebäude wird in der Nordwestecke erschlossen. Ein großzügiges Eingangsfoyer kann in den anschließenden, zum Garten orientierten Mehrzweckraum erweitert werden. Die visuelle und räumliche Großzügigkeit wird sehr positiv gewertet. Der Eingang wird im Norden sinnvoll von der Verwaltung und mit einer separaten Anlieferung und Erschließung versehenen Küche und ihren Nebenräumen begrenzt. Ein separater, interner Flur ermöglicht die unabhängige Nutzung des Mehrzweckraumes. Die Küchenausgabe am Mehrzweckraum ist für die Nutzung positiv, ebenso die überdachte Vorzone Richtung Garten.

Der westliche Gebäudeflügel grenzt das Grundstück von der Straße ab. Die Gruppenräume sind gut belichtet paarweise nach Osten bzw. im OG nach Osten und Süden orientiert. Positiv wird die Möglichkeit des Zusammenschlusses zweier Gruppenräume im EG zu einem großen Raum gesehen. Zur Straße sind die Gruppennebenräume und die Garderoben und Lagerräume orientiert. Bemängelt wird die zu geringe Fläche der Nebenräume sowie, dass diese nicht mit den Gruppenräumen zusammenzuschalten sind. Alle Gruppenräume erhalten separate Nassräume, dies erscheint wenig effizient und strukturell starr. Positiv ist die Aufweitung der Flure vor den Eingängen der Gruppenräume, welche zusammen mit den Garderoben ein räumliches Potenzial bieten.

Eine freistehende skulpturale Treppe führt im Eingangsbereich in das Obergeschoss. Sie schränkt in ihrer Position die Erweiterbarkeit des Mehrzweckraumes ein. Im OG setzt sich die Struktur des Gebäudes fort. Aus der Logik heraus ergeben sich so nun kleinere Gruppennebenräume und mehr als gefordert. An den Gebäudeenden führen zwei Außentreppen in den Garten.

Positiv wird gewertet, dass die Struktur des Gebäudes eine gute Orientierbarkeit für die Kinder bietet. Blickbeziehungen innerhalb des Gebäudes und in den Außenraum lassen einen guten Kindergartenalltag vermuten. Plastizität des Gebäudes: Das Gebäude ist in seiner Dachkubatur und auch in der Ausbildung der Fassade plastisch ausgebildet. Das von den benachbarten höheren Wohngebäuden sichtbare Dach besteht aus einem Relief aus geneigten Flächen. Drei Hauptöffnungen gliedern die Fassaden plastisch und bereichern den Innenraum.

Die Fassade aus massiver Mauerwerkskonstruktion erhält eine Lebendigkeit durch in verschiedene Richtungen ausformulierte Laibungen. Diese erscheinen etwas fremd bzw. aufgesetzt. Der trutzige, etwas burgartige Eindruck der Fassade wird kontrovers diskutiert. Die konstruktive Umsetzung im Detail sehr kritisch gewertet.

Die bis zu 5 m hohen Raumhöhen im OG ziehen einen hohen Heizaufwand nach sich und ergeben für die relativ kleinen Räume in die Höhe gestreckte Proportionen. Im Bereich des Eingangs und der Treppe wird ein großzügiger Raumeindruck erreicht.

Die Arbeit überschreitet die Nutzflächen um ca. 160 m², ist aber im Verhältnis BGF/NUF im Mittel.

Modell © H.-J. Wuthenow
Modellfoto © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Perspektive Außen
Perspektive Außen

Perspektive Innen
Perspektive Innen

Grundriss EG
Grundriss EG