Städtebau  
 

Nichtoffener Realisierungswettbewerb für Architekten
"Neubau Schulstandort Wartiner Straße, Berlin Lichtenberg"


Ergebnis: Anerkennung


Anerkennung
8.500,- Euro
  LIN Architekten Urbanisten, Berlin
Verfasser: Prof. Finn Geipel
Mitarbeiter: Justus Menten, Carolin Miller, Maja Lesnik, Philip König, Nele Zareh

Sonderfachleute:
Landschaftsarchitekt

ARGE Lavaland + Treibhaus, Berlin
Elisabetta Sanna, Selin Temel



Beurteilung durch das Preisgericht:

Die Komposition aus einem dreigeschossigen und einem viergeschossigen Baukörper schafft nachvollziehbar den räumlichen Abschluss des Wohnbauquartiers zur Falkenberger Chaussee. Die Schule wird über einen maßstäblich proportionierten Vorplatz von der Hauptstraße erschlossen. Die separate Erschließung der Sporthalle für Vereinssport ist gut gelöst. Durch den gestaffelten und abgewinkelten Baukörper integriert sich der Neubau harmonisch in die heterogene Umgebung aus großen, hohen Gebäuden im Westen und Süden und der kleinteiligen Bebauung im Norden.

Die Sportflächen sind nachvollziehbar im Westen angeordnet, Lärmbeeinträchtigungen der Wohnbebauung werden durch die rückwärtige Lage vermieden. Die Pausenflächen bilden keine wirkliche Mitte, sondern befinden sich vorwiegend linear am Gebäude.

Die allgemeinen Nutzungen sind gut an den Haupteingang angeschlossen. Die Verbindung von Eingang und Zugang zu den Pausenflächen mit angrenzender Mensa und Mehrzweckraum lassen eine gute räumliche Qualität erwarten. Es entsteht ein großzügiger Erdgeschossbereich, der durch interessante Einblicke in die Sporthalle zusätzliche Qualität erfährt. Das Herzstück der Schule bildet die große Treppe im Schnittpunkt der beiden Gebäudeteile. Die beiden Gebäudeflügel werden einzig über die zentrale Treppe erschlossen, ein differenzierte bzw. ergänzende vertikale Erschließung wäre anzuraten. Ein Bezug nach Außen und zu den außenliegenden Fluchttreppen von den inneren Fluren wäre sowohl funktional als auch atmosphärisch wünschenswert.

Aufgrund des modularen Aufbaus des Gebäudes wird eine hohe Flexibilität erreicht werden, die zukünftige Entwicklungen der Schule ermöglichen. Die Funktionsräume werden linear aneinandergereiht, spezielle Orte für einzelne Funktionsbereiche entstehen nicht. Die Vorzüge der vorgeschlagenen Konstruktion aus einer Mischung aus Stahlbetonbau und Holzbauweise mit einer Aluminiumfassade ist nicht nachvollziehbar (z. B. Fluchtbalkone aus Stahlbeton vor der Holzkonstruktion der Obergeschosse).
Die Fassadengestaltung wirkt insgesamt zu seriell und eintönig.

Durch die umlaufenden Balkone werden die Anforderungen an den Brandschutz gut bewältigt. Die überbauung der Sporthalle mit drei Geschossen ist konstruktiv aufwendig und wird kritisch gesehen.
Insgesamt stellt die Arbeit einen funktionalen Schulbau dar, der eine wirtschaftliche Umsetzung erwarten lässt.

Modell © H.-J. Wuthenow
Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Ansicht
Ansicht

Fassadenschnitt
Fassadenschnitt

Grundriss EG
Grundriss EG

Lageplan
Lageplan

Perspektive
Perspektive