Städtebau  
 

Nichtoffener Realisierungswettbewerb für Bewerbergemeinschaften aus Architekten und Landschaftsarchitekten
"Schulerweiterung und Neubau Sporthalle Lew-Tolstoi-Schule, Berlin Lichtenberg"


Ergebnis: 3. Preis


3. Preis:
9.200,- Euro
  scholl architekten partnerschaft, Stuttgart
Philip Denkinger Landschaftsarchitekt, Stuttgart

Verfasser/Architekt: Michael Walker, Architekt Dipl.-Ing. Freier Architekt BDA
Mitarbeiter: Sarah Dorn, Alexander Dziuk, Ann Kathrin Goerke, Jovana Prokic, Chung Cen

Verfasser/Landschaftsarchitekt: Philip Denkinger
Mitarbeiter: Thibaut Meyer

Sonderfachleute/Berater:
herp ingenieure GmbH & Co. KG, Salach



Beurteilung durch das Preisgericht:

Die Arbeit setzt auf eine klare Trennung zwischen Neubau und Bestand. Positiv hieran wird bewertet, dass die Errichtung des Neubaus unkompliziert realisierbar ist, was durch den weitestgehenden Erhalt des Nebenraumtraktes ermöglicht wird. Zudem werden die Eingriffe in den Bestand in der gesamten Arbeit auf das Nötigste beschränkt.

Die Erschließungssituation lässt sowohl die Nutzung des bauzeitlichen Haupteinganges als auch den Eingang über den Hof zu. Der Zugang zum Hof wird an der Straße durch eine Pergola markiert, was allerdings kritisch gesehen wird. Zum einen entsteht dadurch eine gewisse Ambivalenz, was den Hauptzugang betrifft. Zum anderen wird die Pergola auch in den Hof weitergeführt und bildet dort eine Art Kolonadengang, der die geometrisch ohnehin schon sehr vielfältigen Freiräume noch sehr stark weiter differenziert.

Beide Eingänge münden in einen Foyerbereich, dem es jedoch nicht gelingt, Alt und Neu zu verbinden - hier entstehen zwei Foyerbereiche nebeneinander. Kritisch gesehen wird zudem die ebenfalls über den Eingangs- und Pausenhof geführte Anlieferung der Mensa.

Die Klassenräume im Neubau sind zweibündig organisiert. Der Tageslichtbezug der Flure wird hier über versetzt angeordnete "offene" Gruppen- und Betreuungsräume erreicht, die allerdings verglaste Flurwände erforderlich machen. Durch die notwendige Brandschutzqualität stellen diese eine kostenintensive Lösung für Investition und Unterhaltung dar.

Die Fassaden sind sehr unaufgeregt gegliedert und lassen einen Bezug zu den Fensterbändern des Bestandes erkennen. Eine ungewöhnliche und etwas kostenintensivere, aber markante Lösung wird für die Südfassade vorgeschlagen. Hier wird den Klassenräumen eine Loggia vorgelagert, die einen zusätzlichen Außenraum für die Kinder und durch ihre Tiefe gleichzeitig einen wirksamen sommerlichen Wärmeschutz bietet. Die vorgeschlagene Innendämmung sollte überprüft werden.

Die Sporthalle wird von der Bauflucht an der Straße abgerückt, was aber in Anbetracht des Gebäudevolumens und des Baumbestandes als stimmig bewertet wird. Die Hallenhöhe von nur 8 m scheint zu gering. Es ist eine gute Nutzbarkeit sowohl für die Schule als auch für die externen Nutzer gegeben. Beiden Zugängen sind zudem angemessene Eingangsbereiche zugeordnet.

Alles in allem eine ausgewogene, vernünftige Arbeit, die allerdings kaum neue Impulse setzt.

Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow
Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Ansicht Nord Schule
Ansicht Nord Schule

Ansicht Süd Sporthalle
Ansicht Süd Sporthalle

Grundriss Schule
Grundriss Schule

Grundriss Sporthalle
Grundriss Sporthalle