Städtebau  
 

Nichtoffener Ideen- und Realisierungswettbewerb für Landschaftsarchitekten
"Berlin TXL – The Urban Tech Republic, Berlin-Reinickendorf"

Ausschreibung


Anlass und Ziel

Gegenstand des Wettbewerbs war die Gestaltung des öffentlichen Raumes für den Campus der "Urban Tech Republic", dem Industrie- und Forschungspark für urbane Technologien auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel.

In Berlin wird mit dem neuen Flughafen Berlin Brandenburg International (BER) der Flugverkehr auf einen neuen zentralen Luftverkehrsknoten konzentriert. Der heutige Flughafen Tegel wird damit seine bisherige Nutzung verlieren und das Flughafengelände wird zum Stadtentwicklungsraum mit enormen städtebaulichen, industriestandörtlichen und landschaftlichen Potentialen für die gesamte Stadt. Auf einer Fläche von ca. 495 ha besteht die einmalige Chance, ein Innovationsquartier der Zukunft zu entwickeln.

Die Flächen des Flughafens Tegel befinden sich lediglich wenige Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums von Berlin und stellen die größte zusammenhängende und gleichzeitig innerstädtische Frei- und Entwicklungsfläche in Berlin dar.

Für diesen wichtigen Stadtraum wurde das Leitbild der "Urban Tech Republic" (UTR) entwickelt und mit einem städtebaulich konkreten Masterplan räumlich ausformuliert. Ein international einmaliger Ort für Innovationen soll entstehen: forschungsstarke Hochschulen, global agierende Hochtechnologieunternehmen und phantasiereiche Gründer sollen um den Nukleus des ehemaligen Terminalgebäudes den Platz finden, den sie für die Entwicklung der urbanen Technologien von morgen brauchen.

Aufgabe war es, für diesen Fokuspunkt der Stadtentwicklung den Campus als einen hochkommunikativen öffentlichen Raum zu gestalten.

Hierbei sollte die Transformation des Standortes erlebbar werden; sowohl in Hinblick auf die Rudimente der vormaligen Flughafennutzung, die als Reminiszenz an die Geschichte des Standortes eingebunden werden sollen, als auch in Hinblick auf die konstante Wandlung des Projektes während seiner Entwicklung.

Es waren Lösungen zu formulieren, die sich mit dem "Nicht-Fertigen" und Wandelbaren des Projektes bis hin zu einer unprätentiösen Gestaltungssprache auseinandersetzen und hieraus eine nachhaltig hohe Qualität generieren – trotz der sich verschiebenden Nutzungsschwerpunkte und des sich wandelnden Raumes. Die UTR sollte dabei international als ein innovativer und lebenswerter Standort wahrgenommen werden. Der öffentliche Raum des Campus nimmt dabei eine Schlüsselstellung im Konzept zur Nachnutzung des Flughafens Tegel ein. Die hohe Aufenthaltsqualität des Campus befördert Kommunikation und Austausch zwischen den örtlichen Akteuren; gleichzeitig steht der Standort allen Bewohnern und Bewohnerinnen Berlins offen und macht das Einzigartige des Projektes für jedermann erlebbar.

Der Wettbewerb stand im Zeichen der Zukunftsvision für die Urban Tech Republic: Es wird ein lebendiges Quartier geschaffen, das die unterschiedlichen Nutzungen und Funktionen in einem gemeinsamen Campus integriert. Dabei finden sich innerhalb des Campus Räume unterschiedlicher Atmosphären.

In der Zukunftsvision des Standorts konzentrieren sich die Funktionen und Angebote einzelnen Bereichen zu einer dichten quirligen Lebendigkeit, die ansteckend wirkt und zum Aufenthalt einlädt. Auch Mobilität ist zukünftig ein zentrales Merkmal der UTR: Schnellradwege voller E-Bikes durchziehen das Quartier. An den bewusst gesetzten Schnittstellen mit neuartigen öffentlichen Verkehrsmitteln befinden sich die Mobility Hubs, an denen sich die Ströme der Studierenden, Forschenden, Nutzer und Nutzerinnen sowie Besucher und Besucherinnen zu städtischer Dichte bündeln. Gastronomie und Einzelhandel erzeugt an ausgewählten Orten, beispielsweise auf dem Campusplatz, zusätzlich einen urbanen Charakter.

In anderen Bereichen finden sich als Gegenpol eher kontemplative Grünräume, die den Nutzern und Nutzerinnen zur Entspannung und Erholung dienen und die Verbindung zu den umgebenden Landschaftsräumen herstellen.

Im Rahmen dieses Verfahrens war der Campus in seiner Gesamtheit zu betrachten. Während ein großer Teil der Flächen zur direkten Realisierung vorgesehen war, waren für diejenigen Teilflächen, die erst in einem späteren Bauabschnitt realisiert werden sollen, sowie für die Teilflächen, die für die Nutzung der Beuth Hochschule vorgesehen sind und in parallelen Planungsprozessen weiterentwickelt werden, in diesem Verfahren lediglich Ideen zu formulieren. Gleichwohl galt es ein integriertes und umfassendes Konzept für den gesamten öffentlichen Raum des Campus zu entwickeln.

Luftbild
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Lageplan
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