Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb
"Neubau des Leonardo-da-Vinci-Gymnasiums"

Ergebnis: 3. Preis


3. Preis:
14.000,- Euro
  ARGE fabrik°B Architekten GbR / Dietrich Untertrifaller Architekten ZT GmbH, Berlin
Verfasser: ARGE fabrik°B Architekten GbR / Dietrich Untertrifaller Architekten ZT GmbH
Mitarbeit: Michael Porath / Anne Scholz / Christian Wolff

Landschaftsarchitektur: Manfred Tünnemann, Freier Landschaftsarchitekt, Nürtingen
Verfasser: Manfred Tünnemann, Freier Landschaftsarchitekt
Mitarbeit: Carmen Tünnemann

Planung Energieeffizienz: teamgmi Ingenieurbüro GmbH, Wien
Verfasser: teamgmi Ingenieurbüro GmbH, Wien


Beurteilung durch das Preisgericht:

Durch die Setzung einer dreigeschossigen und dreiflügeligen Figur gelingt den Verfassern eine gute und differenzierte Gliederung der Freiräume. Der südwestliche Vorplatz wird von zwei Bauflügeln gefasst und lässt eine eindeutige Adresse für das Schulgebäude entstehen. Der Eingangsbereich verbindet diesen Vorplatz schlüssig mit dem östlichen Schulhof und der Sporthalle, über die Gebäudegliederung und den eingeschnittenen Lichthof kann hier eine schöne und einladende WiIlkommenssituation entstehen.

Mehrzweckbereich und Cafeteria sind von der allgemeinen Erschließung abtrennbar, liegen nebeneinander und sind jeweils über ihre langen Seiten belichtet und schlüssig an die angrenzenden Freiflächen angebunden. Problematisch wird die für diese Bereiche sehr niedrige Raumhöhe von nur 3,20m gesehen.

In den Obergeschossen setzt sich die gute Orientierung der Wege über eine zentrale Treppe fort. Kontrovers wird der Vorschlag besprochen, die Klassencluster innerhalb der Bauteile jeweils mit den Fachklassen zu verbinden. Insbesondere die Zuordnung einzelner Oberstufenräume zu den Clustern entspricht nicht den Vorgaben des Schulkonzepts. Eine Umorganisation wäre hier – z.B. durch Tausch mit den zusammengefassten Gruppenräumen - nötig. Die grundsätzliche strukturelle Flexibilität eröffnet hier Möglichkeiten.

Die Fassaden aus gemischt dunklen und hellen Ziegeln sowie die regelmäßigen, präzisen Öffnungen verleihen dem Entwurf eine angenehme Erscheinung und lassen eine durchgängige Umsetzung erwarten. Die Ausarbeitung überzeugt durch eine feine Handschrift und stellt einen - trotz zu verbessernder funktionaler Aspekte - der Aufgabe angemessenen Beitrag dar.

Die dreiflügelige Gebäudeform eröffnet die Möglichkeit zur wohltuend klaren funktionalen Spezialisierung der entstehenden Schulhöfe: der Eingangshof, der Schulgartenhof und der Pausenhof mit Schülergärten. Mit der durch Hecken sich abgrenzenden Entwurfsidee entgeht dem Entwurf allerdings auch die Chance, sich als Bereicherung in der Mitte der öffentlichen artverwandten Institutionen wie Kita, Grundschule und Gemeindehaus zu etablieren und zur Aufwertung des Quartiers beizutragen.

Der geringe Rauminhalt der Kubatur begünstigt eine wirtschaftliche Lösung für eine energiesparende Bau- und Betriebsweise. Das zeigt sich auch bei der Flächeneffizienz. Entwurfsbedingt ergeben sich zahlreiche Räume mit Ost- bzw. Westverglasungen, die in Verbindung mit Lamellenjalousien nur mäßige Sichtbezüge ermöglichen (Blendungsvermeidung). Die sommerliche Situation erscheint trotz Ost-/Westfassaden wegen der mäßigen Verglasungsanteile ohne aktive Kühlung beherrschbar. Die konsequente Umsetzung von Clustern, Lichthöfen und Brandabschnitten erlaubt wirtschaftliche Lüftungskonzepte für Sommer- und Winterbetrieb (dezentrale Konzeption). Solarpotentiale der Dachflächen sind vorhanden.

Perspektive
Perspektive

Modell
Modell

Lageplan
Lageplan

Grundriss
Grundriss

Ansicht
Ansicht

Schnitt
Schnitt