Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb
"Archäologisches Besucherzentrum Petriplatz"

Ergebnis: Anerkennung


Anerkennung:
3.500,- Euro
  Nieto Sobejano Arquitectos, Berlin

Verfasser / Architekt: Fuensanta Nieto, Enrique Sobejano
Mitarbeiter: N. Rostek, S. Bugnon, P. Grande, D. Schilp, D. Landt, V. Manirque, S. Fahrni, S. Feduchi, A. Baladrón

Planorama Landschaftsarchitektur, Berlin

Verfasser / Landschaftsarchitekt: Maik Böhmer
Mitarbeiter: Ulf Schrader, Philipp Rösner
Sonderfachleute / Berater: Haustechnik: Winter Ingenieure, Berlin
- Dipl.-Ing. Jordan Kornfeld
Statik: GSE - Ingenieur-Gesellschaft mbH Saar, Enseleit und Partner, Berlin
- Dr. Jorg Enseleit


Beurteilung durch das Preisgericht:

Obwohl der Entwurf sich weder auf den bestehenden Bebauungsplan noch auf den historischen Grundriss des Ortes bezieht, wird er auf eine besondere Weise gewürdigt, weil er einen wertvollen Beitrag zur heutigen Diskussion leistet. Wie im Bebauungsplan manifestiert, sollte ein Häuserblock vergleichbar mit dem westlichen Gebäudeensemble entstehen. Eine weitere Gasse an dieser Stelle wäre fremd, weil nie vorhanden, und wird deshalb nicht als erstrebenswert erachtet.

Die Faszination dieser Arbeit liegt in der Gestaltung und der damit verbundenen architektonischen Aussage. Der klar definierte Baukörper widerspiegelt im öffentlichen Raum die innere Nutzung des Besucherzentrums nach außen hin auf eine angemessene Art und Weise. Die Hierarchie der benachbarten Bausteine wird gestalterisch nicht in Frage gestellt, sorgt jedoch mit ihrer Freistellung für Irritation vor Ort. Das gleiche Argument spricht gegen die Freistellung des neuen Wohngebäudes.

Die Grundrisse, vor allem die der oberen Ebenen, sind klar geordnet, leicht auffindbar und sehr flexibel. Vor allem die Lage des Vortragsraumes im 1. Obergeschoss wird positiv gewertet. Dafür ist die Platzierung der beiden Erschließungskerne auf der Ausgrabungsebene inakzeptabel. Die beiden unsensibel angeordneten Bauteile schwächen den Entwurf erheblich, weil die Mauerreste der Lateinschule nicht mehr im Ganzen zu erkennen sind. Die Außenanlage bezieht sich sowohl auf das neue Gebäude wie auch auf die Fußgängerebene entlang der Gertraudenstraße. Die räumliche Nachzeichnung der früheren neugotischen Kirche wird kontrovers diskutiert. Im Grunde genommen besteht kein Grund für eine zweidimensionale Darstellung eines Gebäudes, solange ein Bestreben nach der Umsetzung des Entwurfes für das Bet- und Lehrhaus besteht.

Die Bedeutung des geschichtsträchtigen Untergrunds erschließt sich hier nur durch große, nachts beleuchtete Fenster im Boden. Nicht das romantische Bild von Ruinen wird hier inszeniert, sondern das Heute, aber mit dem informierten Blick in die Geschichte. Die selbstverständliche Anforderung an Barrierefreiheit im öffentlichen Raum ist berücksichtigt, dennoch sind die Wege nicht mit den anderen Besucherwegen in ihrer Qualität vergleichbar.

Dank einer herkömmlichen Konstruktion mit aussteifenden Scheiben und Kernen ist das Gebäude kostengünstig zu errichten. Leider kann aufgrund des hohen Glasflächenanteils die EnEV -30% nicht eingehalten werden. Insgesamt handelt es sich um einen interessanten Beitrag zur gestellten Aufgabe. Trotz klarer Aussage zur Architektur kann die Arbeit in ihrer städtebaulichen Haltung und dem Umgang mit der Ausgrabung nicht überzeugen.

Modell mit Bet- und Lehrhaus
Modell mit Bet- und Lehrhaus

Modell ohne Bet- und Lehrhaus
Modell ohne Bet- und Lehrhaus

Innenansicht
Innenansicht

Außenansicht
Außenansicht

Lageplan
Lageplan

Schnitt
Schnitt