Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb
"Neu- und Umbau des Hedwig-Dohm-Hauses der Humboldt-Universität zu Berlin"

Ergebnis: 1. Preis


1. Preis:
18.000,- Euro
  Arge martinoff architekten, Hamburg

Verfasser: Jurij Martinoff, Prof. Erich Martinoff
Landschaftsarchitektur: Koeber Landschaftsarchitektur, Stuttgart


Beurteilung durch das Preisgericht:

Der Entwurf zeigt einen in Massstab und klarer Ordnung sehr gelungenen Beitrag zur Aufgabe. Durch die Reduktion der Bauteile auf eine einfache 'H'-Struktur mit einer angenehmen Höhenentwicklung gelingt die Schaffung eines neuen Ensembles im Geiste der ehemaligen Struktur. Die bescheidene Volumetrie macht dabei auch eine Großzügigkeit der Freiräume möglich, die besticht.

Die wohltuende Zurückhaltung der Gestaltvielfalt erlaubt es, ein eindeutiges und lesbares Bild zu Stadt und Spree zu erzeugen. Diese gelungene Gesamtwirkung wird jedoch auf Kosten einiger kritischer Eingriffe in die denkmal-geschützte Substanz erreicht. Die teilweise Entkernung der Flügelbauten und der Einzug einer zusätzlichen Ebene werden aus Sicht der unteren Denkmalschutzbehörde kritisch beurteilt. Hierbei bedürfen sowohl die niedrigen Geschoßhöhen von lediglich 2,80 m als auch die ungeklärten Denkmal- und Brandschutzbelange im Anschluss an die Bestandsfenster einer weiteren Untersuchung.

Die Zonierung der Bereiche in studentische Beratungs- und Arbeitsräume, studentische Selbstorganisation und die Kindertagesstätte ist klar und funktional. Die Zugänge zum Gebäude sind logisch und lassen eine gute Erschließung aller Teilbereiche zu. Lediglich die Anbindung der Krippe zum Garten über eine schmale Treppe überzeugt nicht. Einige funktionale und organisatorische Mängel im Bereich der Kindertagesstätte wie die offene Anordnung der Speiseräume und die ungeeignete Lage der Küche scheinen lösbar.

Die Freianlagen greifen in ihrer Struktur den fehlenden Mittelflügel auf, was durch das Preisgericht begrüßt wird. Sie bieten allerdings eine zonierte Nutzung in Streifen an, deren Qualität gegenüber der optional möglichen bereits teilweise vorhandenen und weniger schematischen Gartenanlage hinterfragt wird.

Der vorgeschlagene Ensembleduktus bewahrt und stärkt den Werkstattcharakter der neuen Nutzung; zusammen mit der gleichzeitig in massiver Materialität und ruhiger Fassadengliederung liegenden Geschlossenheit/ Einheitlichkeit des Bildes ist dies ein überzeugender und dem Ort in besonderer Weise angemessener Beitrag.
Perspektive
Perspektive

Lageplan
Lageplan

Grundriss EG
Grundriss EG

Ansicht Ost
Ansicht Ost

Ansicht Süd
Ansicht Süd

Schnitte
Schnitte