Städtebau  
 

Nichtoffener städtebaulich-landschaftsplanerischer Wettbewerb
"Wohnen an den Buckower Feldern, Berlin Neukölln"

Ergebnis: 1. Preis


1. Preis:
20.000,- Euro
  Arbeitsgemeinschaft ANP - Architektur- und Planungsgesellschaft mbH, Kassel mit GTL Landschaftsarchitekten GbR, Kassel

Verfasser Architekt / Stadtplaner: Michael Bergholter, Barbara Ettinger-Brinckmann

Verfasser Landschaftsarchitekt: Markus Gnüchtel, Michael Triebswetter

Mitarbeiter: GTL: Harald Noll


Beurteilung durch das Preisgericht:

Der Entwurf nimmt die Tradition Berliner Gartenstadt- und Waldsiedlungen auf und versucht, mit dem neuen Baugebiet eine Vermittlung zwischen den unterschiedlichen Körnigkeiten der Bebebauung der Umgebung und einen Übergang zwischen Siedlungen und Landschaft zu leisten.

Trotz einer möglichst großen Durchmischung unterschiedlicher Typologien entsteht ein harmonisches Raumgefüge, das sich in den städtebaulichen Kontext gut eingliedert. Von der verdichteten Struktur am Rand mit Geschosswohnungsbau bis hin zur Einzelhausbebauung stufen sich die Volumina der Gebäude zum Landschaftsraum hin ab. Diese robuste Struktur besitzt drei wesentliche städtebauliche Elemente:
- Großform "Wohnschlange",
- Anger als "Zentrum der Nachbarschaften",
- Torhaus als "Bindeglied".

Diese drei strukturierenden Gestaltelemente hätten aus Sicht der Jury bei aller positiven Würdigung mehr Prägnanz und Konsequenz erfahren können. Die Großform der "Wohnschlange" gibt zwar den Hauptverkehrsachsen Halt, schützt vor Lärmemissionen und balanciert die unterschiedlichen Gebäudehöhen der umgebenden Bebauung aus. Der Rand als "Wohnschlange" antwortet jedoch sowohl an der Gerlinger Straße als auch am Buckower Damm nicht differenziert und maßgeschneidert genug auf die Umgebung. An der Gerlinger Straße hätte man sich die eine oder andere Öffnung gewünscht, um die lockere Bebauung von Norden aufzugreifen und nicht lediglich abzuschirmen.

Die "Anger" gewährleisten zwar in geschickter Form die Verknüpfung der Freiräume aus der Tiefe des Wohngebietes mit der freien Landschaft, als "Zentren der Nachbarschaft" sind sie aber im rückwärtigen Bereich der Wohnbebauung nicht konsequent untergebracht.

Der Übergang zur Landschaft erfolgt nicht nahtlos, sonder wird von viergeschossigen Torhäusern in Kombination mit gestalteten Versickerungsbecken akzentuiert, um eine prägnante und zugleich offene räumliche Stadtkante zu definieren.

Die leicht verspringende Straßenführung im Inneren des Quartiers vernetzt das Gebiet und schafft zugleich räumlich wirksame Knotenpunkte, die auch gute Lagedifferenzierungen mit sich bringen. Durch klare Sichtachsen und platzartige Aufweitungen entlang der Haupterschließungen ist so eine gute Orientierung innerhalb der Siedlung garantiert. Ein zentral in Nord-Süd-Richtung verlaufender Fußweg verbindet die Gerlinger Straße mit dem Mauerweg und rundet das Wegenetz ab. In diesem schlüssigen Siedlungsgrundriss vermag lediglich die neben dem Mauerweg verlaufende südliche Erschließungsstraße nicht zu überzeugen. Sie "degradiert" den symbolträchtigen Mauerweg und führt überdies zu einer an dieser Stelle ineffizienten Erschließung.

Das Konzept ist auf den ersten Blick nicht spektakulär. Es zeichnet sich durch einen sorgfältig gestalteten Siedlungsgrundriss, durch ein differenziertes Angebot unterschiedlicher Freiräume, durch die Übergänge zwischen Wohngebiet und offen gestalteter Landschaft und eine hohe Flexibilität auch in Bezug auf die mögliche Abfolge der Bauabschnitte aus. Die einzelnen Baufelder bilden eigenständige Einheiten, die eine gute Vermarktung zu lassen.

Modellfoto
Modellfoto

Vogelflugperspektive - Blickrichtung von Süden
Vogelflugperspektive - Blickrichtung von Süden

Perspektive
Perspektive

Städtebaulich-landschaftsplanerisches Konzept im M. 1:1.000
Städtebaulich-landschaftsplanerisches Konzept im M. 1:1.000

Teilräumliche Vertiefung im M. 1:500
Teilräumliche Vertiefung im M. 1:500